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Spittelwiese (Brandhorizont, Mauer, Schacht)#

Allgemeines#

Zwischen Parzelle 1840 (Promenade 11) und Spittelwiese 8 wurde vor der Errichtung einer Tiefgarage 1989 eine Notgrabung durch E. M. Ruprechtsberger angesetzt. Ein 14 m langer Schnitt und mehrere Quadranten wurden angelegt; das zur Verfügung stehende Areal zeigte massive neuzeitliche Störungen; das antike Niveau wurde in 1 m Tiefe angetroffen und reichte z. T. bis 2,7 m. Eine N-S laufende, 60 cm breite Mauer wurde angetroffen.

Ein Grubenobjekt reichte bis 2,7 m Tiefe. Ab 1,1m Tiefe zeigte sich eine 20 bis 40 cm starke Brandschicht, die Hüttenlehm enthielt; Abdrücke von Rundhölzern verweisen auf Gebäude in Fachwerkbauweise. Die Brandschicht lag über einer amorphen Kulturschicht, die in die 2. Hälfte des 2. Jh. zu datieren ist. Über dem Brandhorizont waren Schotterplanierungen erkennbar. Eine Steinpflasterung schnitt in den Brandhorizont ein.

Ein trichterartiger Schacht mit annähernd quadratischem Umriss von 1 bis 1,2 m Seitenlänge wurde als Sickerschacht interpretiert und konnte bis 5m Tiefe verfolgt werden. Die Schichten seiner Verfüllung wurden untersucht und man kam zu dem Schluss, dass sich die Ziegel mit dem Stempel NUMB in einer Schicht des späten 2. Jh. befand. Zwei Säulenkapitelle und Säulentrommeln konnten geborgen werden.


Allgemeines (Fortsetzung)#

Grabungsjahr: 1989

Grabungsleitung: Stadtarchäologie Linz

Literatur#

  • Pro Austria Romana 40, 1990, 3ff.
  • E. M. Ruprechtsberger, Suchschnitt in den Kern von Lentia. Archäologische Ausgrabungen auf der Spittelwiese in Linz, 1991 (Linzer Archäologische Forschungen Sonderheft; V).
  • Ch. Ertel, Befundauswertung der Ausgrabungen und Sondierungen im Bereich der Spittelwiese, Linzer Archäologische Forschungen 36, 2005, 55-120, 55ff.

Funde#

Kategorie: Glasgefäße, Keramikgefäße, Terra Sigillata, Münzen, Varia-Metall, Waffen / militärische Ausrüstung, Ziegel, Baumaterial aus Stein

Fundobjekte: Hals eines Glasgefäßes; Keramik, Rätische Ware, Reibschalen; Terra Sigillata, mittelgallische Ware bis frühe Rheinzaberner Ware; Sesterz Trajans und Faustina I., 2 Lanzenspitzen, Beschlag; Ziegelstempel NUMB, NUMERUS; Säulenkapitelle und Säulentrommeln; Schleifsteine;

Aktueller Verwahrort: Nordico - Museum der Stadt Linz

Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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