Grabung Nikolaihof SO (Spitzgräben)#

Allgemeines#

In der Südostecke des Anwesens des Nikolaihofes ergab sich beim Umbau des ehemaligen Schweinestalles die Möglichkeit, eine archäologische Untersuchung anzusetzen. Das Areal lag im Bereich der vermuteten Gräben vor der Ostmauer des Kastells. Nach Entfernung des neuzeitlichen Bodens stieß man auf Körperbestattungen, die dem 9. Jahrhundert zuzurechnen sind. Etwa 1,10 m unter der Fußbodenoberkante kam eine Schicht Mörtelmaterial zutage, das bereits in die Böschung eines Graben lief. Die Sohle des Grabens wurde auf 197,77 m erreicht, der Schacht war offensichtlich auf natürliche Weise mit Sand verfüllt. Darüber zeigt sich 1 m weiter östlich ein später angelegter, seichter Graben, der durch Mörtel und Lehmschlag verfestigt war; es erfolgte also zu späterer Zeit eine Wiederbenutzung des Grabensystems, aber eine fortifikatorische Funktion wird weitgehend ausgeschlossen (Wassergraben? Ertel et al. 1993, 100).

Eine Fortsetzung des älteren Grabens zeigt, dass der spätantike Hufeisenturm darüber liegt. Das Fundmaterial datiert hauptsächlich aus der Spätantike, vermengt mit mittelkaiserzeitlichen Fragmenten und Scherben der Urnenfelderzeit, die offensichtlich aus Verfüllungen stammen.


Allgemeines (Fortsetzung)#

Grabungsjahr: 1992

Grabungsleitung: Österreichisches Archäologisches Institut#

Literatur#

  • Fundberichte aus Österreich 31, 1992, 495f.
  • Ch. Ertel, V. Gassner, B. Cech, B. I. M. Schweder u. E. M. Winkler, Archäologie und Denkmalpflege in Mautern. Grabung im Nikolaihof 1992, Carnuntum Jahrbuch 1992 (1993), 93-130, 93-130.
  • Christine Ertel, Alte und neue Grabungen im Kastell Favianis (Mautern). Archäologische Befunde 1950 - 1994, Fundberichte aus Österreich 34, 1995, 229ff., 244.

Funde#

Kategorie:#

Keramikgefäße, Terra Sigillata

Fundobjekte:#

Keramik; mittelgallische TS; spätantike, glasierte Keramik in allen Straten (Gassner 2000, 255-258);

Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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