unbekannter Gast

Spätantike Befestigung Mautern#

U-Turm an der westlichen Kastellmauer
U-Turm an der westlichen Kastellmauer
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2007
U-Turm, Blick von Norden
U-Turm, Blick von Norden
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2007
Anfang zum U-Turm und zum Römermuseum
Anfang zum U-Turm und zum Römermuseum
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2007
'Frühes Christentum' Tafel am Kulturweg Mautern für den hl. Severin
"Frühes Christentum" Tafel am Kulturweg Mautern für den hl. Severin
© Donaulimes-Projekt, Eva Kuttner 2010
Im Inneren des U-Turmes
Im Inneren des U-Turmes
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2007
U-Turm nach der Ausgrabung 1986
U-Turm nach der Ausgrabung 1986
© Sonja Jilek 1986
U-Turm Keller im Nikolaihof
U-Turm Keller im Nikolaihof
© FRE-Projekt, Boundary Productions 2006

Lage#

Ortschaft: Mautern

Gemeinde: Mautern an der Donau

Katastralgemeinde: Mautern

Kg-Nr: 12162

Denkmäler#

Ab valentinianischer Zeit folgt eine Neuanlage, die sich in einer Erweiterung nach Norden zeigt. Bis 3 m starke Mauern der spätantiken Befestigung haben sich in der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten, sind im Norden als Fundamente nachweisbar und zeigten sich im Osten bei den Ausgrabungen im Nikolaihof. Mehrfache Verstärkungen, die Hufeisentürme im Westen und Norden, wurden vorgenommen. Das Areal umfasste ca. 5,25 ha. Fundspektren und die unregelmäßige Bebauung mit Lehmziegelbauten verweisen auf eine zivilen Siedlungstätigkeit im Süden; eine Stationierung von Truppen wird im nördlichen Annex angenommen. Die Funktion wird als Fliehburg gesehen. Wichtig war der befestigte Anschluss an die Donau.

Kategorie: Kastell

Kastellmauern, Erweiterung des Areals nach Norden, 5,25 ha; U-Turm West 5. Jh. (Periode 6-7). U-Turm Nord. U-Turm Ost. U-Turm Südliche Westmauer.

Stationierte Truppen: Legio I Noricorum, Dux Ursicinus

Ab der Heeresreform des Diokletian waren Truppenteile der Legio I Noricum in Mautern stationiert, was zahlreiche Ziegelstempel belegen. In der Notitia Dignitatum findet man für Mautern einen praefectus legionis liburnariorum primorum Noricorum, Fafianae (Occ. XXXIV 41). Ziegelstempel verweisen schließlich auf einen Ausbau durch den Grenzgeneral Ursicinus unter Valentinian I. Aus der Vita Sancti Severini wissen wir, dass nach der Ankunft des Hl. Severin eine kleine militärische Einheit in Mautern war, die unter dem Kommando des Tribunus Mamertinus stand (Jilek 2000b).

Zeitstellung#

Datierung: 360 AD - 488 AD

Phase: Römische Kaiserzeit


Forschungsgeschichte#

Die in der Spätantike vorgenommen Befestigungsbauten und die Erweiterung des durch eine Mauer geschützten Areals bezeugen eine rege Bautätigkeit. In ihrer Erforschung erfolgten zunächst schwerpunktmäßig die Untersuchungen der sichtbaren Monumente: Fächerturm im Pfarrhof, U-Turm, Stadtmauer. Bald zeigte sich bei den Kastellgrabungen, dass eine komplexe Baugeschichte anzunehmen ist, die in einem vermuteten Restkastell im Bereich des Nikolaihofes endet. 2005 wird an der Nordmauer ein U-Turm entdeckt, 2007 an der südlichen Westmauer.

2008: Sondagen vor Kanalisierungsarbeiten (Kasernenbauten, Kastellbad?, Pfostenlöcher)

2007: Essigfabrik (Doppelgraben, mehrphasige Mannschaftsbaracken mit Ställen, via sagularis, Turm, spätantike Holzständerbauten, U-Turm)

2005: Parzelle .1/1 (Hufeisenturm, Pfostenlöcher)

2002: Künette Kreisverkehr (Mauerreste, Estrich)

1994: Grabung Schlosskeller (Mauerreste, Pfostenlöcher)

1993-1994: Grabung Parkplatz (Nordfront Kastell, Kaimauer)

1980-1985: Grabung Hufeisenturm (U-Turm, W-Kastellmauer)

1979-1982: Grabung Nikolaihof Kapelle und Innenhof (Hufeisenturm?, O-Kastellmauer, spätantikes Restkastell?)

1974: Grabung vor Fächerturm (Baufuge, Spitzgräben)

1969: Sondierungen (U-Turm, W-Kastellmauer)

1965-1966: Nördliche Schlossmauer (Toranlage?)

1955: Grabung Römerhalle (W-Kastellmauer, NW-Ecke)

1952: Grabung Lagerhaus-Römerhalle (spätantike Kastellmauer)

1951: Grabung Stadtmauer, Pfarrgarten (W-Kastellmauer, Spitzgräben)

Literatur#

  • Ch. Ertel, Alte Befunde aus dem Kastell Favianis/Mautern, FÖ 35, 1996, 69-92., 80f. (Restkastell).
  • V. Gassner und S. Jilek, Fundstellen, in: V. Gassner, St. Groh, S. Jilek, A. Kaltenberger, W. Pietsch, R. Sauer, H. Stiglitz und H. Zabehlicky, Das Kastell Mautern-Favianis, Der Römische Limes in Österreich 39, 2000, 26-130.
  • V. Gassner, St. Groh, S. Jilek, A. Kaltenberger, W. Pietsch, R. Sauer, H. Stiglitz und H. Zabehlicky, Das Kastell Mautern-Favianis, Der Römische Limes in Österreich 39, 2000, 387f.
  • S. Jilek, Zur Truppengeschichte von Mautern, in: V. Gassner, St. Groh, S. Jilek, A. Kaltenberger, W. Pietsch, R. Sauer, H. Stiglitz und H. Zabehlicky, Das Kastell Mautern-Favianis, Der Römische Limes in Österreich 39, 2000, 353-362. * W. Pietsch, Spätantike Festungstürme in Mautern, in: V. Gassner, St. Groh, S. Jilek, A. Kaltenberger, W. Pietsch, R. Sauer, H. Stiglitz und H. Zabehlicky, Das Kastell Mautern-Favianis, Der Römische Limes in Österreich 39, 2000, 361-380. * St. Groh und H. Sedlmayer , Zusammenfassung, in: St. Groh und H. Sedlmayer (Hrsg.), Forschungen im Kastell Mautern-Favianis. Die Grabungen 1996 und 1997, der Römische Limes in Österreich 42, 2002, 554-564, 55f.
  • Fundberichte aus Österreich 44, 2005, 26f.
  • H. Zabehlicky, Mautern 1990-1991, Jahreshefte des Österreichischen Archäologischen Institutes 61, 1991/1992, Beibl. Grabungen 1990/91, 40ff.


Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



Gefördert vom Kultur 2000 Programm der Europäischen Union mit Unterstützung von: Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur | Land Oberösterreich | Oberösterreichische Landesmuseen – Abteilung Römerzeit | Kulturabteilung der Stadt Wien MA 7 | Stadtarchäologie Wien | Land Niederösterreich
www.limes-oesterreich.at