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Schlögen / IOVIACUM#

Luftbild vor Kraftwerksbau Aschbach
Luftbild vor Kraftwerksbau Aschbach
© OÖLM
Donauenge gegen Osten
Donauenge gegen Osten
© FRE-Projekt, Sonja Jilek 2006
Westliche Toranlage am Hoteleingang
Westliche Toranlage am Hoteleingang
© FRE-Projekt, Sonja Jilek 2006

Lage#

Gemeinde: Haibach ob der Donau, Sankt Agatha

Das Donaukastell liegt am Beginn der "Schlögener Schlinge", in der Antike eine gefährliche Engstelle, die heute durch den Rückstau des Kraftwerkes Aschach entschärft ist. Vor der Regulierung bildeten sich an der scharfen Kurve der Donau durch Schotterbänke und -inseln seichte Nebenarme. Auf der Niederterrasse zwischen Adlersbach (auch: Andlersbach) und Mühlbach lag das Kleinkastell, westlich davon der Vicus auf dem 7 m höheren Plateau. Die altertümliche Bezeichnung "Hochgupf" verweist auf die über der Donau liegende, hochwassergeschützte Lage. Von der am Lager vorbeiführenden Straße führte eine kurze Verbindung durch das Freyental Richtung SO in das Eferdinger Becken.

Denkmäler#

Die 0, 65 ha große militärischen Anlage eines ummauerten, trapezförmigen Kleinkastells folgt in seiner längsten Seite dem Verlauf des Donauflusses. Der Adlersbach, der in der Antike weiter östlich floss, bildet die westliche Begrenzung. Der Vicus, der 7 m über dem Niveau westlich des Kastells liegt, folgte dem Verlauf der Straße, die aus dem Kastell führte. Die eigentliche Hafenanlage war vermutlich im toten Donauarm, der zwischen einer Schotterinsel entstanden war, flussaufwärts gelegen.

Zustand: Das Westtor wurde konserviert.

Präsentation: Informationstafel des Oberösterreichischen Landesmuseums am westlichen Kastelltor, vor dem Hoteleingang. Tourismus:

Die Donauschlinge bei Schlögen ist eine der landschaftlichen Höhepunkte im österreichischen Donautal. Der Donau-Radweg führt am Gelände des Kastells vorbei. Hier befindet sich eine Schiffsanlegestelle. Eine Fähre ermöglicht das Übersetzen auf das nördliche Ufer.

Mehrere Wanderwege bieten einen Ausblick auf die Schlögener Schlinge, so der "Linetshuber Ausblick". Auf dem nördlichen Donauufer führt der Naturlehrpfad "Donauschlinge" von Au nach Grafenau. Übernachtungsmöglichkeiten bieten das Hotel und der Campingplatz.


Denkmäler (Fortsetzung)#

Lateinischer Name: JOVIACUM

Allgemein gleichgesetzt mit JOVIACUM, Sitz einer Liburnariereinheit der 2. Italischen Legion (Notitia Dignitatum Occ.XXXIV 37). Itinerarium Antonini (249,1). Genannt in der Vita Severini.

Vicus Schlögen

Kleinkastell Schlögen

Hafenanlage an der "Schlögener Schlinge"

Römerstraße Schlögen

Zeitstellung#

Datierung: 150 AD - 488 AD

Phase: Römische Kaiserzeit

Literatur#

  • L. Eckhart, Das römische Donaukastell Schlögen in Oberösterreich (Die Ausgrabungen 1959-1959), Der Römische Limes in Österreich 25, 1969, 5ff.
  • K. Genser, Der österreichische Donaulimes in der Römerzeit. Ein Forschungsbericht, Der römische Limes in Österreich 33, 1986, 45f.
  • Ch. Schwanzar in: M. Kandler und H. Vetters (Hrsg.), Der römische Limes in Österreich. Ein Führer, Wien 1989, 74ff. * Ch. Schwanzar in: H. Friesinger und F. Krinzinger, Der römische Limes in Österreich. Führer zu den archäologischen Denkmälern, Wien 1997, 160 ff.
  • H. Bender und G. Moosbauer, Das römische Donaukastell Schlögen in Oberösterreich. Die Funde aus den Grabungen 1957-59, 1984 und die Altfunde, Passauer Universitätsschriften zur Archäologie 8, 2003, 225.
  • Fundstellen in der Gemeinde Haibach (AIS)
  • Fundstellen in der Gemeinde Sankt Agatha (AIS)


Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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