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Traismauer / AUGUSTIANIS#

Spätantiker U-Turm an der nördlichen Kastellmauer
Spätantiker U-Turm an der nördlichen Kastellmauer
© Sonja Jilek 1986
'Wiener Tor', zwei spätantike Türme an der östlichen Kastellmauer
"Wiener Tor", zwei spätantike Türme an der östlichen Kastellmauer
© Sonja Jilek 1986
Abgang zur Principia mit Fahnenheiligtum unter der Pfarrkirche
Abgang zur Principia mit Fahnenheiligtum unter der Pfarrkirche
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2008
Reiterhelm im Museum Herzogenburg
Reiterhelm im Museum Herzogenburg
© Sonja Jilek
Konservierter Brunnen der römischen Zivilsiedlung
Konservierter Brunnen der römischen Zivilsiedlung
© FRE-Projekt, Eva Kuttner 2008

Lage#

Gemeinde: Traismauer

Das Kastell lag auf leicht erhöhtem Gelände östlich der antiken Flussmündung der Traisen in verkehrsgünstiger Lage, am Schnittpunkt von Verkehrswegen und an der schiffbaren Traisen. Südlich davon war in der Nähe von Herzogenburg die Straßenstation TRAGISAMUS an der Straße St. Pölten/CETIUM nach Wien/VINDOBONA situiert. Im Süden erhebt sich der Venusberg, ein Ausläufer des Wienerwaldes. Das Traisental weist eine intensive prähistorische Besiedlung auf.

Denkmäler#

Das Kastell von ca. 3,7 ha Größe liegt unter dem mittelalterlichen Stadtkern. Der rechteckige Grundriss des zunächst in Erde-Holz- Bauweise, später in Stein errichteten Kastells folgt in seiner Breitseite dem nördlich gelegenen, antiken Donauufer. Westlich schloss es gegen den Flusslauf der Traisen ab. Der Vicus erstreckte sich an der aus dem Osttor führenden Straße und südlich des Kastells. Bestattungsplätze unterschiedlicher Zeitstellung wurden südöstlich und am Venusberg bekannt. Nordöstlich des Ortes in Stollhofen wurde ein spätantikes Gräberfeld geborgen. Zustand:

Im "Wienertor" mit zwei markanten Türmen ist die Toranlage der porta principalis dextra integriert. Das Heimatmuseum ist in einem bis zur Traufe erhaltenen spätantiken U-Turm an der ehemaligen Nordmauer des Kastells untergebracht.

In der Venusberger Straße gegenüber der Einmündung der Kirchengasse hat sich als ehemalige Südwestecke des Lagers ein Fächerturm in seinen Grundmauern erhalten, wie sich an der mittelalterlichen Verbauung am Haus Venusbergstraße 10 erkennen lässt.

Die Fußgängerbrücke Kirchengasse liegt an der Stelle der antiken via decumana. Unter der Pfarrkirche können Räume der Principia besichtigt werden.

Im Innenhof des Schlosses ist Mauerwerk des Restkastells zu besichtigen. In der ehemaligen Zivilstadt wurde ein Brunnen konserviert.


Denkmäler (Fortsetzung)#

Tourismus: Vom Donau-Radweg am Damm direkt an der Donau führt ein Abstecher über den "Saurierpark" nach Traismauer. Hier beginnt der Schubert-Radweg zum Schubert-Museum in Atzenbrugg.

Lateinischer Name: AUGUSTIANIS oder AUGUSTIANA
Notitia dignitatum Occ. XXXIV 35. Benannt nach der Ala I Augusta Thracum ( Ziegelstempel und Inschriften, gefunden in Traismauer).

Kastell Traismauer

Spätantike Befestigungsbauten Traismauer

Vicus Süd Traismauer

Gräberfelder Süd und Ost Traismauer

Gräberfeld Venusberg

Vicus Ost Traismauer

Gräberfeld Stollhofen

Zeitstellung#

Datierung: 90 AD - 488 AD

Phase: Römische Kaiserzeit

Literatur#

  • J. Offenberger, Archäologische Untersuchungen in der Stadtpfarrkirche von Traismauer, Fundberichte aus Österreich 16, 1977, 215ff.
  • H. Ubl, der österreichische Abschnitt des Donaulimes. Ein Forschungsbericht (1970-1979), in: W. S. Hanson und L. J. F. Keppie (Hrsg.), Roman Frontier Studies 1979. Papers presented to the 12th International Congress of Roman Frontier Studies 2 (British archaeological reports/ International series.1980), Oxford 1980, 587ff, 591f.
  • J. Offenberger, Das römische Lager Augustianis-Traismauer, Fundberichte aus Österreich 22, 1983,133ff.
  • K. Genser, Der österreichische Donaulimes in der Römerzeit. Ein Forschungsbericht, Der römische Limes in Österreich 33, 1986, 304ff.
  • H. Ubl in: M. Kandler und H. Vetters (Hrsg.), Der römische Limes in Österreich. Ein Führer, Wien 1989, 142ff.
  • H. Ubl in: H. Friesinger und F. Krinzinger, Der römische Limes in Österreich. Führer zu den archäologischen Denkmälern, Wien 2002², 221ff.


Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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