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Gräberfelder Wien#

Ausgrabung Klimschgasse 19-21, 2004, Bustumgrab
Ausgrabung Klimschgasse 19-21, 2004, Bustumgrab
© Stadtarchäologie Wien
Ausgrabung Albertina, 2001, Brandgrab
Ausgrabung Albertina, 2001, Brandgrab
© Stadtarchäologie Wien
Ausgrabung Albertina, 2001, Ustrina
Ausgrabung Albertina, 2001, Ustrina
© Stadtarchäologie Wien

Lage#

Ortsteil: I.Bezirk

Gemeinde: Wien

Denkmäler#

Die ältesten Bestattungen lagen in der Stallburggasse (Grabstelen des Veteranen T. Fl. Barbus und des T. Flavius Verecundus der ala I Flavia Britannica), sowie nordwestlich vor der Votivkirche. Die mittelkaiserzeitlichen Gräberstraßen lagen entlang der Limesstraße nach Osten, so vor der Albertina und im Bereich der Oper (Kärntnerstraße), weiters im Areal des Karlsplatzes und im Stadtpark; hier sind Befunde durch den Wienfluss schwer fassbar. An der Straße nach Westen (Währinger Straße) sind vereinzelt Grabbefunde zutage gekommen.

In der Spätantike wurden Gräberfelder in den eingeebneten Horizont der Canabae legionis eingetieft. Die Fundstellen liegen u. a. auf der Freyung, am Minoritenplatz, am Stephansplatz und am Fleischmarkt. Im Bereich um den Hohen Markt zeigen sich durch Untersuchung der Grabbeigaben eindeutig Bestattungen der zivilen Bevölkerung (Kronberger 2005). Der Prozess des Verlassens der Canabae und der Nutzung des Areals als Gräberfeld vollzog sich allmählich, wobei die späteren Gräber näher der Lagermauer liegen. Der äußerste Lagergraben wurde verfüllt, und Bestattungsplätze eingerichtet.

Kategorie: Bestattungsplatz
ca. 200 Bestattungen (Urnengräber, Brandgrubengräber, Aschenkisten, Erdbestattungen, Ziegelplattengräber, Steinkistengräber, Sarkophage, Grabbauten, Stelen)


Zeitstellung#

Datierung: 50 AD - 400 AD

Phase: Römische Kaiserzeit

Forschungsgeschichte#

Im Bereich der canabae legionis galt das primäre Interesse nicht dem Siedlungsbefund, sondern den spätantiken Gräbern. F. v. Kenner dokumentierte Bestattungsplätze, die auch publiziert wurden, so vom Neuen Markt. Kartierung der römerzeitlichen Bestattungen im Wiener Raum wurden von O. Harl durchgeführt, eine weitere Aufnahme erfolgte durch H. Zabehlicky. In einer CAD-unterstützten Auswertung wurde auf alte Pläne und Baufluchten zurückgegriffen, um die Befunde möglichst genau zu positionieren (Mosser/Kronberger 2001). In einer Monografie der Wiener Stadtarchäologie (Kronberger 2005) wurden die Gräberfelder im Bereich der Canabae legionis publiziert; dadurch klärte sich vor allem die Abfolge von Siedlung und Bestattungsplatz in den einzelnen Fundregionen.

Literatur#

  • M. Kronberger und M. Mosser, Ein spätrömisches Gräberfeld von Vindobona: Neuer Markt und Umgebung, Fondort Wien 4, 2001, 158-221.
  • M. Kronberger, Siedlungschronologische Forschungen zu den canabae legionis von Vindobona. Die Gräberfelder, 2005 (Monografien der Stadtarchäologie Wien;1).
  • Kulturgut-Kataster Wien
  • Karte (Wien - Kulturgut)


Text und Bearbeitung: Eva Kuttner



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