Bad Endorf#

Bad Endorf wurde im Jahre 924 im Codex Odalberti unter dem Namen „Zennidorf“ erstmals urkundlich erwähnt. Zur Römerzeit lag der Ort direkt an der Reichsstraße von IUVAVUM/Salzburg nach AUGUSTA VINDELICUM/Augsburg, wofür unter anderem auch die zahlreichen Münzfunde an der Römerstraße auf Bad Endorfer Gemeindegebiet sprechen. Im Gemeindeteil Eisenbartling konnten Münzen und Gebäudereste aus der römischen Epoche freigelegt werden. Im Gemeindeteil Mauerkirchen kamen in der Flur „Schinderwiesen“ seit 1937 sechs römerzeitliche Urnengräber und Siedlungsfunde (Münzen, Fibeln) ans Tageslicht. Auch bei der Kirche weisen zwei Bruchstücke von Terra Sigillata-Gefäßen auf eine römerzeitliche Besiedlung hin.

Andrea Krammer

Karte


Quellen:

  • F. Steffan/H.-P. Uenze, Vor- und Frügeschichte in Stadt und Landkreis Rosenheim II. Kataloge der Archäologischen Staatssammlung München 29 (München 2003), 116-121, bes. Kat.Nr. 81-89, 96f.



Steindenkmäler#

Grabaltar, errichtet von Metilia Marciana#

Metilia Marciana hat zu ihren Lebzeiten für ihren Ehemann (maritus) und ihre Tochter Veria Vera den Grabstein aufstellen lassen.

Der Name des Mannes ist nicht erhalten, aber die Erwähnung von Iuvavum zeigt, dass er vermutlich zum Magistrat dieser Stadt gehört hat. Bestattet wurde er auf seinem Landsitz westlich des Chiemsees.

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Grabinschrift für die Angehörigen des Victorinus#

Der Grabstein schildert lapidar das traurige Geschick einer Familie. Aufgelistet werden die Toten nach ihrem Alter. Iulius Victor, Sohn des Martialis, starb mit 55 Jahren, seine Frau (uxor) Bessa, Tochter des Iuvenis, wurde 45. Novella, Tochter des Essibnus, starb 18jährig. Victorinus hat den Eltern und seiner Ehefrau - Novella - und seiner Tochter Victorina den Grabstein machen lassen. Für das Töchterchen gibt es keine Altersangabe, es war vermutlich noch ein Säugling. Der Grund für das Sterben wird zusammen mit dem Todesjahr genannt: qui per luem functi sunt, d.h. alle sind einer Seuche zum Opfer gefallen, die im Jahr der Konsuln Mamertinus und Rufus, 182 n.Chr., wütete. Nicht an der Krankheit gestorben ist der zuletzt genannte Bruder des Victorinus, Aurelius Iustinus, 10 Jahre lang Soldat der 2. Italischen Legion, der 30 Jahre alt wurde. Dessen Familienname Aurelius deutet darauf hin, dass er kein Verwandter, sondern ein Kamerad des Victorinus in der in Enns stationierten Legion war.

Die erwähnte Seuche gehört zu den in der Regierungszeit des Kaisers Marc Aurel immer wieder ausbrechenden Pestepidemien, die gleichzeitig mit verheerenden Barbareninvasionen das römische Reich erschütterten.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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