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Kirchanschöring#

Der Ort an der Götzinger Ache wird erstmals als „Ansheringen“ in den „Breves Notitiae“ von 798 erwähnt. Als –ing-Ort ist Anschöring unter die ältesten Siedlungen der Bajuwarenzeit zu rechnen. 5,5 km südlich liegt am südöstlichen Ende des Waginger Sees der Ort Petting, wo ein großes bajuwarisches Reihengräberfeld entdeckt wurde. In der Zeit zwischen 500 und 700 n.Chr. wurden hier 710 Gräber angelegt. Bereits 1912 fand man hier einen römischen Gutshof mit Badeanlage. Im ca. 5 km von Kirchanschöring entfernten Kulbing wurde 1843 das Badegebäude einer villa rustica ausgegraben. Die Haupt- und Nebengebäude dieses Anwesens, für dessen qualitätvolle Ausstattung zahlreich gefundener bemalter Wandverputz spricht, zeichnen sich im Umfeld als Schutthügel ab.

Andrea Krammer

Karte

Quellen#

  • H.-J. Kellner, Ausgrabungen an Badegebäuden in Nordwest-Noricum. BayVgBl 24, 1959, 146-172, 169.
  • H. Roth, Der Rupertiwinkel in historischen Ansichten (St. Johann im Pongau 1997), 124 u. 194.



Steindenkmäler#

Fragment eines Grabaltars
Fragment eines Grabaltars

Fragment eines Grabaltars#

Das Bruchstück ist der obere Teil eines pfeilerförmigen Grabmals. Auf der Vorderseite ist unter einem geschwungenen Rahmen ein Rest der Inschrift erhalten. Sie beginnt mit der üblichen Formel D M, der Abkürzung für Dis Manibus (für die Totengötter). Darunter folgte der Name des Verstorbenen (Abuio...?). Oben wird der Block von einem profiliertern Sims und einem Aufsatz mit bärtigen Köpfen an den Ecken und einer übelabwehrenden Medusenmaske (Gorgoneion) auf der Vorderseite abgeschlossen. Die Köpfe stellen wohl die vier Winde dar. Die Seitenflächen des Grabsteins sind mit pflanzlichen Ornamenten verziert. Das Grabmal stand einst im Familienfriedhof eines Gutshofes.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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