Staudach-Egerndach#

Staudach, im Achental südlich des Chiemsees gelegen, wurde erstmals als „Studahe“ um 1150 urkundlich erwähnt. Eine Kirche ist in Staudach 1266 bezeugt. Der römische Grabstein an der Außenmauer der St. Andreas-Kirche stammt wahrscheinlich von einem römerzeitlichen Gräberfeld eines Gutshofes in der Umgebung. Vielleicht wurde der Stein vom Gräberfeld der villa rustica im ca. 10 km entfernten Bernau am Chiemsee nach Egerndach verschleppt.

Andrea Krammer

Karte

Quellen#

  • A. Obermayr, Römersteine zwischen Inn und Salzach (Freilassing 1974), 115-118.



Steindenkmäler#

Grabstein des Acutus und der Amanda
Grabstein des Acutus und der Amanda

Grabstein des Acutus und der Amanda#

Die Bildnische über der Inschrift zeigt die Porträtbüsten eines Ehepaares. Die Frau trägt eine norische Haube, an den Schultern halten große Fibeln ihr Gewand zusammen. Der Mann ist bartlos, sein Haar fällt in glatten Strähnen in die Stirn. Er trägt einen vorn am Hals geschlossenen Umhang, eines sogenannte Paenula.

Das Paar hat die Stele bereits zu Lebzeiten machen lassen, das sagt die erste Inschriftzeile V F (vivi fecerunt). Beide sind freigelassene Sklaven (liberti), die sich aber auf Grund des rechtlichen Status ihrer ehemaligen Eigentümer unterscheiden. Acutus besaß, auch wenn er auf seinem Grabstein keinen Familiennamen angibt, durch seinen früheren Herren, den römischen Bürger Lucius Marius Nobilis, das Bürgerrecht. Seine Frau Amanda war als Freigelassene einer einheimischen Frau namens Pameta eine sogen. Peregrine, d.h. Fremde.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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