Bad Ischl#

Mehrere Funde aus dem Gemeindegebiet von Bad Ischl, darunter zwei Grabsteine, die im Kirchturm eingemauert sind bzw. waren, weisen auf die Existenz einer römischen Siedlung hin. Darüber hinaus zeigen römische Weiheinschriften an den keltischen Gott Mars Latobius, die in die Jägerhöhle in der Kienbachklamm eingeritzt wurden, daß dieses Gebiet in römischer Zeit aufgesucht wurde.

Einige Kleinfunde der römischen Epoche aus dem Ortsgebiet, darunter Tongefäße und Münzen, sind im Heimatmuseum aufgewahrt.

Peter Danner

Karte


Quellen:

  • Winkler, G., Die Römer in Oberösterreich, Linz 1975, 64-65.



Steindenkmäler#

Grabstein des Romanus und der Romana Argentonia
Grabstein des Romanus und der Romana Argentonia

Grabstein des Romanus und der Romana Argentonia#

Der Stein ist, bevor er in das Mauerwerk der Kirche eingefügt wurde, spitzbogig zugeschnitten worden; ursprünglich war er oben horizontal oder mit einem Giebel abgeschlossen.

Die Inschrift, beginnend mit der formelhaften Widmung DM (Dis Manibus = den Totengöttern), nennt Romanus, Sohn des Maternus, der zu seinen Lebzeiten den Grabstein für sich und seine verdienstvolle (bm = bene merita) Ehefrau Romana Argentonia, die mit 80 Jahren gestorben ist, errichtet hat. Auffallend ist, dass der Mann keinen Familien-, sondern nur den Vatersnamen angibt, was heißt, dass er im Gegensatz zu seiner Frau kein römischer Bürger war. Die Porträts des Ehepaares erscheinen oberhalb der Inschrift in einer runden Nische. Die Frau trägt eine Haube oder ein Haarnetz, der bärtige Mann den auf einer Schulter zusammengehaltenen Soldatenmantel (sagum). Seitlich der Inschrift stehen in je einer Bogennische links eine Dienerin mit Krug und Serviette (mappa), rechts ein Diener mit Becher in der erhobenen Rechten und mappa über der linken Schulter. Die Verteilung von Bild- und Schriftfeldern auf dem Stein sind unüblich. Es scheint, als ob der Bildhauer die Nebenseitenreliefs eines pfeilerförmigen Grabmals in die Fläche geklappt hat. Das runde Bildfeld mit den Brustbildern ist von den Porträtmedaillons abgeleitet, die auf solchen Grabpfeilern standen.

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Weihinschrift für Mithras#

Dem unbesiegten Gott Mithras hat Secundinus, Verwalter der Zollstation Esc..., das Gelübde freudig, gern und nach Verdienst erfüllt.

Der Stifter Secundinus war kaiserlicher Sklave (vilicus Augusti nostri) und Vorstand einer Zollstation (statio). Dort kontrollierte er die Handelroute beim heutigen Bad Ischl, auf der vor allem der Salztransport abgewickelt wurde. Secundinus war Verehrer des orientalischen Lichtgottes Mithras, dessen nur Männern zugänglicher Kult mit seinen geheimnisvollen Riten in unterirdischen Heiligtümern sich seit dem 3. Jahrhundert im römischen Reich verbreitete.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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