Seewalchen am Attersee#

Entlang des Westufers des Attersees verlief im Gemeindegebiet von Seewalchen eine römische Straße, die durch einen Damm vom See getrennt war. Über Siedlungsreste aus der Römerzeit, von denen berichtet wurde, gibt es keine näheren Angaben. Die Überreste von zwei Grabdenkmälern und ein römischer Verwahrfund mit über 100 Münzen weisen jedoch auf die Existenz einer römischen Siedlung hin. Schließlich kann aus dem Namen Seewalchen gefolgert werden, daß es hier noch im Mittelalter eine romanische Bevölkerungsgruppe gab.

Peter Danner

Karte

Quellen#

  • Winkler, G., Die Römer in Oberösterreich, Linz 1975, 143.148.
  • Traxler, St., Römische Guts- und Bauernhöfe in Oberösterreich, Passauer Universitätsschriften zur Archäologie 9, Rahden/Westf. 2004, 161.



Steindenkmäler#

Deckel einer Aschenkiste
Deckel einer Aschenkiste

Deckel einer Aschenkiste#

Wir sehen nur die Längsseite des Deckels mit dem Bildnis eines Mannes in einer bogenförmigen Nische. Sehr porträtähnlich dürfte die Darstellung nicht sein, aber man erkennt den kurzen Vollbart und den Soldatenmantel (sagum), der auf der rechten Schulter mit einer Fibel zusammengehalten wird. Seitlich der Büste stand die Anfangsformel der Grabinschrift DM (Dis Manibus = den Totengöttern), die Fortsetzung folgte auf der Kiste, in der Aschenurnen beigesetzt waren.

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Urne des Messorius Matuco#

Die Grabinschrift stand angeblich auf einem runden Steingefäß, das als Aschenurne für Messorius Matuco diente. Dieser war Veteran der 2. Italischen Legion, die seit Anfang des 3. Jahrhunderts in Enns lag, und mit 70 Jahren gestorben. Seine lebende Ehefrau Mottu hat ihn bestattet. Sie gibt nur ihren einheimischen Namen an, obwohl die Inschrift schon aus einer Zeit stammen muss, als durch kaiserlichen Erlass allen Provinzbewohnern das römische Bürgerrecht verliehen worden war (212 n.Chr.).

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Fragment einer Grabinschrift#

Aus den Wortresten kann man noch erkennen, dass ein Mann mit dem Familiennamen (gentile) Timinius den Grabstein gesetzt hat, wohl für sich selbst, eine Septimia, vermutlich seine Frau, und zwei Kinder, einen Timinius Ursinus und einen Timinius, dessen Cognomen nicht erhalten ist.

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Meilenstein des Kaisers Septimius Severus und seiner Söhne#

Die Inschrift ist stark beschädigt, doch die Reste lassen erkennen, dass es sich um einen der Meilenstein handelt, die im Zuge der Straßenbauarbeiten im Jahre 201 zahlreich in der Provinz Noricum aufgestellt wurden. Sie nennen als Imperator und Augustus Septimius Severus und seinen älteren Sohn Caracalla sowie als Caesar den jüngeren Sohn Geta; dessen Name wurde nach seiner Ermordung nachträglich wieder ausgemeißelt. Am Ende der Inschrift war noch der Statthalter von Noricum erwähnt.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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