Anif#

In Hellbrunn gab es einen römischen Gutshof, der vom 1. bis 5. Jh. n. Chr. bestand und schließlich – wohl infolge kriegerischer Ereignisse – durch Brand zerstört wurde. Offenbar als Folge der Germaneneinfälle wurde in unmittelbarer Nähe des Guthofes unter einem Felsdach am Fuß des Hellbrunnerberges ein unterirdisches Versteck angelegt. Die Lage des zum Gutshof gehörenden Friedhofs ist unbekannt.

Ein Marmorblock, die am Ufer der Königsseeache in Niederalm gefunden wurde, und Steindenkmäler, die in den Kirchen von Niederalm und Anif eingemauert waren, sind Gräbern im Ortsgebiet von Anif zuzuordnen.

Der Ortsname Anif ist ein Hinweis darauf, daß in diesem Gebiet auch nach dem im Jahr 488 n. Chr. verfügten Abzug der römischen Bevölkerung aus Ufernoricum noch Romanen, das sind Nachkommen der römischen Bevölkerung, siedelten.

Peter Danner

Karte


Quellen:

  • Moosleitner, F., Ur- und Frühgeschichte, in: Dopsch, H. – Hiebl, E. (Hg.), Anif. Kultur, Geschichte und Wirtschaft von Anif, Niederalm und Neu-Anif, Anif 2003, 44-54



Steindenkmäler#

Deckel einer Aschenkiste
Deckel einer Aschenkiste

Deckel einer Aschenkiste mit Porträts einer Familie#

Der Deckel ahmt ein ziegelgedecktes Dach nach. An den Ecken der einen Längsseite sind in 2 über die Dachfläche hinausragenden Nischen (Eckakrotere) Halbfiguren einer Frau und eines Mannes zu sehen, in drei kleineren Nischen am Ende der bogenförmigen Deckziegel die Büsten von Kindern. Die Frau hat einen Umhang um die Schultern und hält eine Frucht in der Hand. Der Mann trägt den auf der rechten Schulter von einer Fibel zusammengehaltenen Soldatenmantel (sagum). Die 2 Kinder neben ihm dürften kleine Knaben, das Kind neben der Frau ein Mädchen sein. Zwischen den Kindern steht auf dem Deckelrand DM (Dis Manibus, den Totengöttern), der Anfang der Grabinschrift, die auf der Aschenkiste ihre Fortsetzung fand. Diese steinerne Kiste stand als Grabmal auf dem Friedhof und enthielt die Aschenurnen der Familienmitglieder.

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Deckel einer Aschenkiste#

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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