Seekirchen am Wallersee#

Durch das Gemeindegebiet von Seekirchen verlief die Straße von Iuvavum nach Ovilavis. Sie führte von Hallwang über Halberstätten und Fischtaging nach Henndorf.

In Seekirchen sind die Überreste von zwei römischen Gutshöfen nachgewiesen, von denen jeweils nur ganz kleine Teile mit den Überresten einer Hypokaust-Heizung ausgegraben wurden. Der eine befand sich in Fischtaging, der andere in Halberstädten, 2,5 km südlich von Seekirchen. Im Gutshof von Halberstädten kam auch ein keltisches Gefäßfragment zutage. Unter den Funden befindet sich eine zwischen 268 und 270 n. Chr. geprägte Münze des Kaisers Claudius II. Gothicus. Ein römischer Grabaltar war in die Kirche von Zell am Wallersee eingemauert, und weitere Grabdenkmäler wurden beim Bräukeller und in der Stiftkirche gefunden.

Peter Danner

Karte

Quellen#

  • Heger, N., Die Zeit der römischen Kaiser, in: Dopsch, H. u. E. (Hg.), 1300 Jahre Seekirchen. Geschichte und Kultur einer Salzburger Marktgemeinde, Seekirchen 1996, 92-97.



Steindenkmäler#

Grabmal der Moderatia Ursula
Grabmal der Moderatia Ursula

Grabmal der Moderatia Ursula#

Die Profile des pfeilerförmigen Grabmals sind abgearbeitet. Die Inschrift war sicher oben und unten von vorspringenden Gesimsen oder Relieffriesen eingefasst. Der Stufensockel und der Oberteil des Pyramidendaches fehlen. Die Oberfläche des letzteren scheint nicht fertig geglättet zu sein.

Die Inschrift nennt nach der Formel D M (Dis Manibus = den Totengöttern) die mit 43 Jahren verstorbene Moderatia Ursula die teuerste, frömmste und gehorsamste Ehefrau. Der Stadtrat (decurio) Cupitius Cupitianus und sein Sohn Cupitianus haben das Grabmal für sie und sich selbst errichten lassen.

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Inschriftblock eines Grabmals
Inschriftblock eines Grabmals

Inschriftblock eines Grabmals#

Der Block war nach oben zu um einiges höher, da nur die beiden letzten Inschriftzeilen erhalten sind, auf denen kein Name erscheint. Es müssen drei Personen genannt gewesen sein: Ein Mann, ein Knabe und die Frau, die das Grabmal für sich selbst, ihren Ehemann (maritus) und ihren mit 15 Jahren gestorbenen Stiefsohn (privignus, hier fälschlich privinus) errichtet hat. Der Ehemann dürfte schon früher gestorben sein, sonst hätte wohl er seinem Sohn die Inschrift gewidmet.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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