Straßwalchen#

Das Gemeindegebiet von Straßwalchen wurde in römischer Zeit von der von Iuvavum nach Ovilavis und weiter in den Osten führenden Reichsstraße durchquert. Sie verlief von Pfongau/Neumarkt über Steindorf und Irrsdorf nach Straßwalchen. Ein Abschnitt des Holzunterbaus der Straße kam bei Kilometer 272,65 der Wiener Bundesstraße an der Salzburger Landesgrenze bei Pfenninglanden zutage. Bereits der Ortsname Straßwalchen weist auf eine antike Straße und auf Überreste der romanischen Bevölkerung im Mittelalter hin. Darüber hinaus steht ein verschollener Meilenstein mit dieser Straße in Verbindung.

In Rabenschwandt wurden Überreste eines römischen Gutshofes entdeckt. Römische Baureste kamen 800 m östlich von Steindorf zutage. Eine steinerne Spinnwirtel, die offenbar im 4. Jh.n. Chr. entstand, weist auf einen römischen Siedlungsplatz in der Ortschaft Watzlberg hin. In Irrsdorf wurden nahe dem Nordfuß des Irrsberges römische Gebäudereste gefunden, deren Lage nicht mehr bekannt ist. In der Kirche von Irrsdorf ist ein römisches Relief mit der Darstellung eines Reiters eingemauert. Im Bereich der Schule von Irrsdorf wurden zwei spätantike römische Gräber entdeckt.

Peter Danner

Karte


Quellen:

  • Hell, M., Römische Baureste bei Steindorf, PAR 1, 1951, 26-27.
  • Voithofer, S., Straßwalchen. Geschichte unserer Heimat, Straßwalchen 1988.



Steindenkmäler#

Reliefblock von einem Grabbau
Reliefblock von einem Grabbau

Reliefblock von einem Grabbau#

Das Bildfeld wird seitlich von zwei Leisten mit einem Blattornament eingefasst, das auch die linke Schmalseite schmückt. Das Relief zeigt einen Reiter auf einem nach rechts ausschreitenden Pferd, er trägt eine kurze Tunica und einen über den Rücken fallenden Mantel, die Rechte fasst die Zügel, der Kopf ist zur rechten Schulter gedreht. Dem Pferd folgt ein Mann in der gleichen Kleidung wie der Reiter; er hält in beiden Händen einen länglichen Gegenstand. Der Fußgänger, obwohl wesentlich größer als der Mann zu Pferde, ist der Calo (Reitknecht) des Reiters. Ob dieser ein Soldat war, lässt sich bei der schlechten Erhaltung nicht feststellen, Bewaffnung ist nicht zu erkennen.

Nach der Ausrichtung des Bildes gehörte der Block entweder zur linken Seite eines Grabbaus oder er saß auf der Vorderseite links der Inschrift. Im zweiten Fall müsste man eine Gesamtbreite des Grabmals von mindestens 4 Metern annehmen.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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