Untertauern#

Die Reichsstraße von Iuvavum nach Virunum und Teurnia führte in ihrem südlichsten Abschnitt im Territorium von Iuvavum, das sich bis zum Radstädter Tauernpaß erstreckte, durch das Gemeindegebiet von Untertauern. In diesem Abschnitt wurden mehrere römische Meilensteine gefunden. Auf dem Radstädter Tauernpaß wird die römische Straßenstation in alpe vermutet, die in der Tabula Peutingeriana, einer Kopie einer römischen Landkarte, verzeichnet ist und eine Entfernung von 64 Meilen (ca. 95 km) von Iuvavum aufwies. Im Bereich des Friedhofs auf der Tauernhöhe wurde 1825 ein römisches Grab entdeckt.

Die Meilensteine nördlich des Radstädter Tauernpasses sind aus Schaidberger Marmor gefertigt, der den noch lesbaren Meilensteinen zufolge nur unter Kaiser L. Septimus Severus (reg. 193-211 n. Chr.) für Meilensteine verwendet wurde. Sie sind Zeugnisse einer grundlegenden Erneuerung der Straße an der Wende vom 2. zum 3. Jh. n. Chr.

Peter Danner

Karte

Quellen#

  • Narobe, F., Die Römerstraße über den Radstädter Tauern, Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 100, 1960, 15-27



Steindenkmäler#

Altar für Jupiter und die Göttinnen der Wege und Saumpfade
Altar für Jupiter und die Göttinnen der Wege und Saumpfade

Altar für Jupiter und die Göttinnen der Wege und Saumpfade#

Die Formel der ersten Zeile, IOM, steht für Iupiter Optimus Maximus, den Hauptgott des römischen Pantheon, und begegnet auf zahllosen Votivaltären. Interessanter sind die in der 2. Zeile angerufenen Viae und Semitae, sozusagen die guten Geister der Spediteure und Handelsherren, von denen sie Unfälle und Unwetter auf den gefährlichen Passwegen fernhalten sollten. Der Stifter des Weihaltars, Quintus Sabinius Asclepiades, hat für sein Heil (pro salute sua) vor einer Alpernüberquerung ein Gelübde (votum) getan, das er nach glücklicher Ankunft in Form dieses Altars einlöste. Sein griechischer Beiname (cognomen) Asclepidades deutet auf eine Herkunft aus dem Ostteil des Reiches, sein Familienname (gentile) Sabinius auf die Verwandtschaft mit den anderen aus Salzburger Inschriften bekannten Sabiniern mit griechischen Namen hin. Der Altar zeigt, dass diese Familie - wohl freigelassene Sklaven (liberti) - im transalpinen Handel tätig war.

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Mit freundliche Genehmigung der Universität Salzburg, Fachbereich für Geographie und Geologie (CHC), Dr. Christian Uhlir.
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