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Archäologische Staatssammlung München#

Adresse#

Lerchenfeldstraße 2, 80538 München, Deutschland

Öffnungszeiten#

Täglich außer Montag 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr

Kontakt#

Telefon: +49 89 2112 402

Email: archaeologische.staatssammlung@extern.lrz-muenchen.de

www.lrz-muenchen.de

Römische Steindenkmäler im Besitz der Archäologischen Staatssammlung München, die auf dem ehemaligenTerritorium von Iuvavum gefunden wurden, stammen aus Bad Reichenhall (Lupa 9322), Chiemsee (Lupa 1126, 4487), Laufen (Lupa 4474, Kopie im Rathaus von Laufen) Rosenheim (Lupa 1150), Saaldorf-Surheim (Lupa 1124), Salzburg (Lupa 6680), Seeon-Seebruck (Lupa 6404, Kopie im Museum von Seebruck) und Wasserburg am Inn (Lupa 4489).



Steindenkmäler in diesem Museum#

Bekrönung eines Grabmals in Form einer Ciste
Bekrönung eines Grabmals in Form einer Ciste

Bekrönung eines Grabmals in Form einer Ciste#

Auf einem rechteckigen Sockel steht ein zylindrischer Korb, dessen Flechtwerk mit Rosetten geschmückt und von senkrechten und diagonal sich kreuzenden Stäben verstärkt wird. Mit Deckeln verschlossene Körbe dieser Form wurden Cista mystica genannt und waren Behälter für heilige Gegenstände im Mysterienkult der griechischen Fruchtbarkeitsgöttin Demeter. Auch bei Prozessionen für andere Gottheiten (z.B. Dionysos, Isis, Kybele) wurden Cisten mitgetragen. Als Bekrönung von Grabstelen kommt die cista mystica als zentrales Motiv zwischen liegenden Löwen vor. Monumentale Cisten mit Sockel bildeten den oberen Abschluss eines Grabbaus bzw. pfeilerförmigen Grabmals. Wahrscheinlich waren es nicht nur Eingeweihte in einen Mysterienkult, die für ihr Grabmal das Motiv der cista mystica wählten. Der heilige Korb war wohl ganz allgemein ein Zeichen der Hoffnung auf Erlösung und Weiterleben nach dem Tode.

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Grabmal des Sohns eines Bürgermeisters von Iuvavum
Grabmal des Sohns eines Bürgermeisters von Iuvavum

Grabmal des Sohns eines Bürgermeisters von Iuvavum#

Die von einem profilierten Rahmen eingefasste Inschrift beginnt mit den Worten In memoriam, zur Erinnerung. Gedacht wird des Marcus Proculeius Iustinus von seinen Eltern (parentes), dem Stadtrat (decurio) und Bürgermeister (II vir) Marcus Proculeius Martialis, und Gavia Iustina. Der Sohn scheint in jungen Jahren gestorben zu sein, da er noch kein Amt ausübte. Die Familie gehörte zur führenden Schicht von Iuvavum und hatte ihren Begräbnisort wohl außerhalb der Stadt auf ihrem Landgut.

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Altar für Bedaius und die Alounen
Altar für Bedaius und die Alounen

Altar für Bedaius und die Alounen#

Dem erhabenen Bedaius und den Alounen hat der Bürgermeister (II vir) Caius Catius Secundianus im Jahr, als Kaiser Antoninus und Sacerdos Konsuln waren, den Altar geweiht.

Der Altar stand sicher ursprünglich in Seebruck, der römischen Straßenstation Bedaium, wo der einheimische Gott Bedaius sein Heiligtum hatte. Ihm pflegten die Bürgermeister von Iuvavum jeweils einen Votivaltar zu stiften. Auf einigen dieser Altäre werden neben Bedaius die Alounen oder Alonen genannt, die wohl Göttinnen des norischen Stammes der Alaunen waren. Datiert ist der Altar durch Angabe der Konsuln auf das Jahr 219, in dem der regierende Kaiser Elagabal einer der beiden Konsuln war. Eigentlich müsste sein Name ausgemeißelt sein, weil er nach seiner Ermordung der damnatio memoriae verfallen war; im 3. Jahrhundert werden die Putztrupps mit der Säuberung der Geschichte manchmal nicht mehr nachgekommen sein und haben dabei auch diese Inschrift übersehen.

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Grabmal einer Familie
Grabmal einer Familie

Grabmal einer Familie#

Der pfeilerförmige Stein ist an den Seiten mit flüchtig eingravierten Delphinen verzeirt. Der Anfang der Inschrift fehlt, doch ist aus dem Erhaltenen zu entnehmen, dass eine Frau den Grabstein für sich, die Tochter Censorina, den Sohn Iulius Sabinus - beide ohne Altersangabe, daher wohl noch am Leben - und den mit 50 Jahren verstorbenen Ehemann hat machen lassen. Der Name des letzteren ist nicht mehr lesbar, interessant ist aber die Angabe, dass er ein decurio ornatus des Municipium Altinum war. Er besaß die ornamenta decurionalia, d.h. Kleidung und Insignien sowie bestimmte Privilegien eines Stadtrates (decurio) einer Stadt jenseits der Alpen, deren Einwohner später die Gründer Venedigs werden sollten. Die Verdienste, denen der Mann diese Auszeichnung verdankte, werden vermutlich in seiner Funktion im transalpinen Handel zu suchen sein.

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