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Alzheimer#

von Jeannine Bodner; BRG Körösi, 6c; Betreuung: Rauscher; 88 Punkte;

Allgemein:#

Alzheimer ist eine Hirnkrankheit, die langsam fortschreitet und dazu führt, dass die geistigen Fähigkeiten immer mehr verfallen. Die Krankheit kann massive Gedächtnisstörungen verursachen und das Leben der Patienten stark beeinträchtigen.

Ist die Krankheit noch nicht stark ausgeprägt, sind nur kleine Vergesslichkeiten und leichte Charakterveränderungen eines Menschen zu erkennen. Jedoch wird die Krankheit, auch wenn man sie behandeln lässt, von Jahr zu Jahr immer schlimmer und kann sogar dazu führen, dass man Familienmitglieder, Freunde und Bekannte nicht mehr wiedererkennen kann. Bei den Erkrankten verändert sich der Charakter meist so stark, dass der Erkrankte den Angehörigen selbst fremd wird. Der an der Krankheit leidende Patient verliert seine Selbstständigkeit und wird letztendlich zu einem Pflegefall.

Die meisten Betroffenen wollen es nicht zugeben, dass sie an Alzheimer leiden, da sie denken, aber auch hoffen, dass die ersten Anzeichen von Alzheimer nur normale Vergesslichkeiten des Alters sind. Die Krankheit wurde nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer, welcher von 1864 bis 1915 lebte, benannt. Er beschrieb die Krankheit das erste Mal im Jahre 1906 wissenschaftlich.

Für eine Behandlung der Krankheit stehen verschieden Maßnahmen zur Verfügung, jedoch ist eine vollkommene Heilung derzeit noch nicht möglich. Aber man kann sie durch Medikamente hinauszögern. Die Verschlechterung der geistigen Fähigkeiten kann verringert werden, sodass der erkrankte Patient/die erkrankte Patientin sein/ihr Leben weiterhin noch aktiv leben kann und nicht zu schnell zu einem Pflegefall wird.

Das Hauptproblem ist jedoch, dass die meisten Patientinnen und Patienten ihre Krankheit nicht einsehen und nichts dagegen machen wollen. Denn desto früher man auf die Krankheit aufmerksam wird und sie behandeln lässt, umso wirkungsvoller und besser können die Betroffenen behandelt werden.

Ursachen:#

Alzheimer ist eine schwere neuropsychatrische Hirnerkrankung, welche einen langsam fortschreitender Abbau der Großhirnrinde zur Folge hat. Sie beginnt in den meisten Fällen ab dem 65. Lebensjahr, jedoch kann sie auch früher auftreten. Bei Frauen ist die Gefahr meist größer als bei Männern, dies hat mit Hormonen zu tun oder auch weil Frauen in der Regel länger leben als Männer. Im Gehirn sterben die Nervenzellen und ihre Verbindungen ab. Es betrifft zunächst jene Teile des Gehirns, welche für das Gedächtnis und für wichtige geistige Funktionen, welche man auch die kognitive Funktionen nennt, von großer Bedeutung sind.

In einem gewissen Gehirnabschnitt lagern sich ungewöhnliche Eiweiß-Faserbündel in den Nervenzellen ab. Dadurch kommt es zu Störungen von Stabilisierungs- und Transportprozessen, welche ein Absterben der Nervenzellen zur Folge hat. Außerhalb der Nervenzellen und innerhalb mancher Blutgefäße verklumpen sich ebenfalls Eiweiße, auch Amyloid genannt, zu so genannten Plaques. Dadurch werden die Energie- und Sauerstoffversorgungen für das Gehirn verringert und dadurch kommt es zu einem fortschreitenden Zerfall von Nervenzellen.

Das Gehirn bekommt zu wenig Botenstoffe und aus diesem Grund können die Nervenzellen untereinander keine Informationen mehr austauschen.

Risikofaktoren:#

Es ist normal, dass es im Alter zu einer leichten Abnahme von Gehirnzellen kommt, jedoch ist die Medizin leider noch nicht so weit, um die genaue Ursache des beschleunigten Abbaus der Gehirnzellen bei Alzheimer zu kennen. Das Alter und erbliche Faktoren haben wahrscheinlich einen großen Einfluss auf die Krankheit. Jedoch vermutet man, dass es noch viel mehr Risikofaktoren geben muss. Bei der Mehrzahl der Alzheimer-Erkrankungen, welche im höheren Alter vorkommen, kann man eine Vererbung nicht genau nachweisen.

Einen genetischen Risikofaktor gibt es jedoch schon: Dies sind Variationen im Gen-Bereich, wofür ein Eiweiß namens Apo-Lipoprotein E (ApoE) verantwortlich ist. Dieses Eiweiß ist für den Transport von Cholesterin im Blut verantwortlich. Das ApoE-Gen ist in drei Varianten (Allelen) vorhanden: e2, e3 und e4.

Die e4-Allele sollen angeblich das Risiko in einem bestimmten Alter erhöhen. Man weiß aber nicht auf welche Weise ApoE zur Entstehung von Morbus Alzheimer beiträgt. Zurzeit ist dies Gegenstand intensiver Forschungen. Vermutet wird, dass das ApoE-e4-Genprodukt an der Bildung der für Alzheimer typischen Ablagerungen im Gehirn mitverantworlich ist. Risikofaktoren für Alzheimer sind: Hypertonie (Bluthochdruck), Hypercholesterinämie (ein erhöhter Cholesterin-Spiegel), Arteriosklerose (eine Gefäßverkalkung) als auch ein schlecht eingestellter Blutzucker bei an Diabetes erkrankten Menschen.

Es ist noch nicht ausreichend bewiesen oder geklärt, wie Entzündungen im Gehirn oder ob hormonelle Einflüsse bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielen. Jedoch ist bekannt, dass frühere Schädel-Hirn-Verletzungen die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken erhöhen.

Therapieziele:#

Vorrangige Ziele einer erfolgreichen Demenzbehandlung, die sowohl die Gedächtnisstörungen, als auch die Verhaltensauffälligkeiten berücksichtigt, sollten sein:
  • Verhaltensauffälligkeiten lindern
  • Verbliebene Ressourcen anregen und mobilisieren
  • Selbstständigkeit fördern - der Patient/die Patientin sollte in der Lage sein, alltägliche Tätigkeiten, wie z.B. Ankleiden und Essen, solange es geht, selbst zu erledigen
  • die geistige Leistungsfähigkeit des Erkrankten so lange wie möglich aufrechtzuerhalten
  • Integration und Motivation zur aktiven Teilnahme am Leben - keine Ruhigstellung und Isolierung des Kranken.

Recherche zum Thema Alzheimer#



  • Quelle 3: Cheers, Gordon: Anatomica. Körper und Gesundheit. Das komplette Nachschlagewerk. 1. Aufl., Tandem Verlag GmbH, Salzburg 2004 .