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Grazer Burg#

von Nurica Karimi; BG/BRG Pestalozzi, 5b; Betreuung: Schrötter; 65 Punkte;

Grazer Burg (Burggarten)
Grazer Burg (vom Burggarten aus gesehen).
Bild aus Wikicommons, Bild ist gemeinfrei.

Der Baubeginn der Grazer Burg fand im Jahre 1438 statt. Sie wurde von Kaiser Friedrich III., der auf alle Gebäude, die er errichten ließ, AEIOU (Alles Erdreich ist Österreich untertan) schrieb, errichtet. Ihr Zweck diente aber weniger der Verteidigung der Stadt als der Repräsentation. Unter Friedrichs Sohn, Kaiser Maximilian I., wurde die Burg in den Jahren 1494 bis 1500 um den Maximiliansbau erweitert. Er hinterließ der Nachwelt eine der bedeutendsten gotischen Treppenanlagen Europas - eine einzigartige Doppelwendeltreppe, die als zwei gegenläufige Treppen konstruiert ist, welche in jedem Stockwerk für ein paar Stufen verschmelzen. Sie gilt als Symbol für die Ewigkeit und wird auch als "Versöhnungsstiege" bezeichnet und ist als einziges von der ursprünglichen Grazer Burg noch vollständig erhalten.

Doppelwendetreppe
Doppelwendeltreppe in der Grazer Burg.
Bild ist aus Wikicommons, Bild ist gemeinfrei

Unter der Herrschaft von Erzherzog Karl II. ab 1564 wurde die Burg weiter ausgebaut. Neben dem Karlstrakt entstand der Registraturtrakt im Stil der norditalienischen Renaissance. Heute ist die Grazer Burg Sitz der steirischen Landesregierung und über den Hauptplatz/Sporgasse erreichbar. Seit 1959 erinnern vor dem Gebäude mehrere Büsten an bedeutende Dichter, Komponisten und Gelehrte wie z.B. an den Barockkomponisten Johann Josef Fux, an den Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach, an Viktor Kaplan, den Erfinder der Turbine.


Die Kammerkapelle in der Grazer Burg

In der Grazer Burg befindet sich die hochgotische Kammerkapelle, einst eine Privatkapelle von Kaiser Friedrich III. Die Raumdimensionen und das gotische Rippengewölbe im Obergeschoß der Kapelle blieben erhalten. Ein Schlussstein des Gewölbes ist mit der Inschrift AEIOU und mit der Jahreszahl 1447 versehen. Die zwei Altarräume der Kapelle sind mit großer Wahrscheinlichkeit in Verbindung mit ihrer Weihe auf zwei Schutzheilige zu sehen - angenommen werden die Mutter Gottes und der heilige Georg, der von Friedrich III., als Mitglied des St. Georgs Ritterordens, verehrt wurde. Der Eingang liegt gegenüber dem Zugang zur gotischen Doppelwendeltreppe. Der Einbau einer Zwischendecke im 19.Jahrhundert führte zur Unterteilung der Kapelle in zwei Geschoße. Ein Sitzungszimmer der Landesregierung befindet sich im oberen Geschoß und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Das untere Geschoß wird als Lager und Technikraum verwendet.

Der Verein Denkmal-Steiermark will durch die Entfernung der Zwischendecke, der Kapelle ihre ursprüngliche Raumwirkung wiedergeben und sie für Besucherinnen und Besucher der Grazer Burg zugänglich machen.

Recherche zum Thema Grazer Burg#

  • Quelle 1: Czernireicz-Umer, Teresa; Egert-Romanowska; Kumaniecka, Janina: Österreich. Dorling Kindersley Verlag, München 2004.