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Immunsystem#

von Maximilian Kuttroff; BRG Körösi, 6c; Betreuung: Rauscher; 66 Punkte;

Beim Immunsystem des Menschen handelt es sich um ein biologisches Abwehrsystem, welches vor Krankheitserregern und Schädigungen des Gewebes schützt. Um manipulierte eigene Zellen zu bekämpfen, arbeiten im menschlichen Abwehrsystem Organe, Zellen und Moleküle zusammen.

Zur angeborenen Immunabwehr gehören die Makrophagen oder dendritischen Zellen, welche typische Merkmale von Erregern erkennen können, selbst wenn sie vorher noch nie mit ihnen Kontakt hatten. Sie werden auch Fresszellen genannt, da sie Schädlinge in ihrem Inneren einschließen können. Der Eindringling wird von den Abwehrzellen getötet, oder es bilden sich Antikörper, die an den Eindringling geheftet werden, diesen handlungsunfähig machen und für andere Abwehrzellen markieren.

Bei der Entwicklung unseres Immunsystems, ist der Fötus auf den Schutz durch mütterliche Antikörper angewiesen. Er nimmt die Antikörper über die Plazenta (Mutterkuchen) auf - beim Säugling geschieht dies über die Muttermilch. Die Anfälligkeit gegenüber Erkrankungen erhöht sich mit zunehmendem Alter, da es zu einer verringernden Produktion von T- und B-Lymphozyten kommt. Auch die Aktivität der Abwehrzellen nimmt in hohem Alter ab, was zu einem höheren Infektions- bzw. Krebsrisiko führt.

Da es sich beim Immunsystem nicht um ein allzeit fehlerfrei arbeitendes biologisches System handelt, kann es zur Immunschwäche und Störungen des Abwehrsystems kommen.

Die Allergie als Reaktion des Immunsystems

Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Substanzen – sogenannte Allergene, die eigentlich keine Krankheitserreger sind, aber vom Immunsystem als solche eingestuft werden; dies führt zur Auslösung einer allergischen Reaktion. Stoffe, die am häufigsten eine Allergie auslösen sind Blütenpollen, Tierhaare, Hausstaubmilben, Schimmelpilze, Insektengifte, Kosmetika, Medikamente (z.B. Penicillin), Lebensmittelzusätze (z.B. Konservierungsstoffe), Chemikalien (z.B. Färbemittel), Metalle (z.B. Nickel, Chrom, Amalgam). Die unterschiedlichen Symptome von Allergien machen sich z.B. durch eine laufende Nase, tränende und juckende Augen, einen juckenden Hautausschlag, oder auch Asthmaanfälle bemerkbar.

Ein Österreichischer war Begründer der Allergielehre

Allergielehre
Clemens Freiherr von Pirquet (1874 – 1929)
Foto: © Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde
(Dieser Abschnitt ist eng angelehnt an die Quelle 6). Der Kinderarzt, Forscher und Sozialmediziner Clemens Freiherr von Pirquet (1874 – 1929) wurde vor etwas über 100 Jahren (1911) zum ersten Vorstand der Kinderklinik im Allgemeinen Krankenhaus berufen. Pirquet arbeitete anfangs eng mit Paul Moser zusammen, der sich mit dem Scharlach, beziehungsweise seinem Erreger auseinandersetzte und ein Heilserum zur Behandlung dieser Krankheit entwickelt hatte. Durch diese Forschungsarbeit mit Moser bot sich für Pirquet reichlich Gelegenheit, seine Theorie der Infektionskrankheiten zu entwickeln. Die Resultate seiner Arbeit präsentierte er Anfang 1903 im Rahmen eines Vortrages "Zur Theorie der Vakzination". Im Zentrum von Pirquets Interesse stand die Frage, was bei einer nochmaligen Infizierung geschieht, wenn bereits eine Immunität vorliegt. Für die Erklärung der veränderten Reaktionsfähigkeit suchte er nach einer neuen Bezeichung und prägte den Begriff der "Allergie", den er aus dem Griechischen ableitete ( allo = anders, ergon = Tat) und 1906 in der "Münchener Medizinischen Wochenschrift" vorstellte. In seiner Habilitationsschrift "Klinische Studien über Vakzination und vakzinale Allergie", die 1907 erschien, führte er seine Theorie weiter aus und fasste sie 1910 in einer Monographie zusammen.

Die Behandlung von Allergien

Die wirksamste Form einer Allergie zu begegnen, ist die Vermeidung von Allergenen. Allerdings stößt der allergiegeplagte Mensch bei den überall vorkommenden Allergenen (z.B. Pollen, Hausstaub, Tierhaare) schnell an seine Grenzen; dennoch raten Mediziner zu einem regelmäßigen Aufenthalt in einer schadstoff- und pollenarmen Luft. Die medikamentöse Behandlung der Allergie verspricht keine Heilung, aber sie führt zu einer Linderung bzw. Unterdrückung der Symptome. Häufig eingesetzte Wirkstoffgruppen sind Mastzellstabilisatoren, Antihistaminika und Glukokortikoide.

Im Gegensatz zur medikamentösen Therapie ist die Hypo- oder Desensibilisierung eine Therapie gegen die Ursachen der Allergie, bei der geringe Mengen des Allergens unter die Haut injiziert werden. Ziel ist es durch sukzessive Steigerung der Menge das Immunsystem nach und nach unempfindlicher gegen die allergieauslösende Substanz zu machen. Die Behandlung kann allerdings mehrere Jahre dauern und ist besonders bei Insektengiftallergien, bei Heuschnupfen, Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie erfolgreich.

Allergierisiko

Allergien gehören bei Kindern zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Bei der Entwicklung einer Allergie spielen neben der genetischen Veranlagung auch Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Allergien treten vor allem in den hoch entwickelten Industrieländern vermehrt auf und werden daher zur Gruppe der sogenannten Zivilisationskrankheiten gezählt.

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  • Quelle 4: Manych, Mathias: Stark - Unser Immunsystem. 1. Auflage, MVS Medizinverlage, Stuttgart 2010.