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Pyramiden#

von Katharina Birchbauer; HS Markt Hartmannsdorf, 3a; Betreuung: Weingerl; 80 Punkte;


Gizeh

Cheops-Pyramide
Cheopspyramide, Nord-West Ecke
Foto von Hewig Storch unter CC Lizenz aus Wikicommons
Cheops hat ein kolossales Werk hinterlassen, seine Pyramide: Sie ist mit 137 m Höhe sogar einen Meter höher als der Petersdom in Rom! Bis zur Herrschaft des Rampsinites hieß es, dass Ägypten gut regiert werde und blühend sei.

Cheops, der nach Snofru an die Herrschaft kam, ordnete an, dass alle Ägypter für ihn arbeiten müssen. Den einen wurde befohlen Steine aus den Brüchen des Arabischen Gebirges bis zum Nil zu transportieren, anderen wurde aufgetragen, die Steinbrocken am Fluss in Boote zu verladen, zur anderen Seite hinüber zu bringen und zu dem so genannten Libyschen Berg hin zu schleifen.

Und so arbeiteten sie - hunderttausend Mann ohne Unterlass, jede Mannschaft drei Monate lang. Und es vergingen zehn Jahre zum Bau der Straße, entlang derer die Steine geschleppt wurden. Diese Straße ist ein Werk, das den Pyramiden in sicher nichts nachsteht. Sie ist 5 Stadien lang (923,50 Meter), 50 Klafter breit (18,47 Meter) und an ihrer höchsten Stelle 8 Klafter hoch (14,78 Meter). Sie besteht aus poliertem Stein, in den Tierfiguren eingeschnitten sind. Zehn Jahre lang baute man an dieser Straße und an den unterirdischen Kammern auf der Anhöhe, auf der die Pyramiden entstanden, die Cheops als Grabstätte, wie auf einer Insel erbauen ließ, nachdem er einen Kanal vom Nil abgeleitet und herumgeführt hatte.

Die Pyramide selbst erforderte zwanzig Jahre Arbeit. Jede ihrer Seite hat eine Seitenlänge von acht Plektren (246,26 Meter). Sie hat einen quadratischen Grundriss und ihre Höhe entspricht ihrer Seitenlänge. Die Steine sind poliert und auf die vollkommenste Weise zusammen gefügt. Keiner der Steinblöcke ist kleiner als dreißig Fuß (9,24 Meter).

Diese Pyramide wurde so, nach der "Art von Treppenstufen" gebaut, wozu einige Zinnen dazu sagen, andere wiederum Stufen. Nachdem sie sie zum ersten Mal in dieser Form gebaut hatten, hoben sie die verbleibenden Steine mit Maschinen an, die aus kurzen Balken gebaut waren und hoben sie vom Erdboden bis zur ersten Stufe. Wenn der Steinblock darauf lag, wurde er auf eine Maschine gelegt. So viele Stufen es gab, so viele Maschinen brauchte man auch. Man konnte die Maschinen, die nicht so viel wogen und einfach zu transportieren waren, auf die nächste Stufe heben, sobald der Stein heruntergenommen worden war. Nachdem so zuerst die höheren Teile der Pyramide fertiggestellt worden waren, wurden dann die unmittelbar darunterliegenden vollendet und ganz zuletzt der unterste Teil nahe am Erdboden. Auf der Pyramide ist in ägyptischen Lettern angegeben, wie viel für Wurzeln, Zwiebeln und Knoblauch für die ägyptischen ausgegeben wurde. Es waren ca. 6000 Talente oder 41884 Kilo Silber.

Vier Jahrhunderte später besuchte Diodorus Siculus (I. Jahrhundert v. Chr.) Ägypten und reiht die Pyramiden in die sieben Weltwunder ein. Auch seine Erzählung berichtet von den drei Pyramiden, die er als einen Grabkomplex der IV. Dynastie darstellt. Die große Pyramide ist nur ein Element davon, ohne Zweifel das wichtigste und eindrucksvollste, das aber nicht erforscht oder verstanden werden kann, wenn es aus diesem Zusammenhang gerissen wird. Wie auch Herodot schätzt auch Diodorus Siculus die Menge, der an die am Bau beschäftigten Arbeiter ausgegebenen Meerrettich, Zwiebeln und Knoblauchknollen auf 6000 Talente, aber er glaubt im Gegensatz zu Herodot, dass dies Bauwerke nicht die Gräber der Pharaonen sind, sondern, dass man diese, an geheimen und verborgenen Orten begraben hat.

Gizah Pyramiden
Alle Gizah Pyramiden, Foto von Nyks
Unter CC Lizenz aus Wikicomons
Gizeh ist der heutige Name für die große Nekropole von Kairo, die sich auf einem Hochplateau von ungefähr 2000 m³ erstreckt. Hier finden wir die Sphinx und die drei großen Pyramiden: die des Cheops, des Chephren und die des Mykerinos. Letztere hat auch drei kleine Satellitenpyramiden. Die drei Bauten sind diagonal angeordnet, aber so, dass keine auf die andere Schatten wirft.

Jede Pyramide besteht, nach einem typischen Schema, aus dem Grabtempel am Berg, der Verbindungsgalerie und dem Grabtempel im Tal. Dieser Monumentalkomplex, der bei der Cheopspyramide fast vollständig zerstört ist, ist bei der Pyramide von Chephren noch zum größten Teil erhalten.

Die Cheopspyramide ist die größte von den dreien. Ursprünglich war sie 146 m hoch, heute misst sie 137 m. An Stelle der Spitze hat sich heute eine ebene Fläche von 10 m gebildet. Die Pyramide hat vollständig ihren äußeren Verputz verloren, sodass die riesigen inneren Blöcke freiliegen und man, allerdings mit Mühe, auf ihnen bis zur Spitze steigen kann. Die Chephrenpyramide ist diejenige, die an ihrem obersten Teil den glatten Verputz beibehalten hat. Obwohl sie kleiner ist als die Cheopspyramide, misst sie genau so viel, da die Grundmauer, die ursprünglich mit rosa Granit bedeckt war, höher ist. Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Mykerinos. Sie ist nur 66 m hoch, aber von ziemlich regelmäßigen Ausmaßen. Im 16. Jahrhundert hatte sie noch ihre Verkleidung aus Granit, die heute fast vollständig verschwunden ist. In der Grabkammer befand sich einst ein wunderschöner Sarkophag aus Basalt, der mit dem im Alten Reich recht üblichen sogenannten „Palastfront“-System dekoriert war. Leider ging dieser Sarkophag der sich auf einem Schiff nach England befand, bei einem Schiffbruch vor der Küste Portugals unter.

Vor der Pyramide von Mykerinos stehen die drei Satellitenpyramiden. Die östliche, ursprünglich mit rosa Granit verkleidete, war wahrscheinlich für die Frau des Pharao, Karmer- Nethy II., bestimmt. Der schlechte Zustand des Grabkomplexes von Mykerinos ist wohl der Tatsache zuzuschreiben, dass einige Teile in größerer Eile als vorgesehen mit rohen Ziegelsteinen fertiggestellt und daher bald zerstört worden.

Die Sphinx

Sphinx
Die große Sphinx mit Chephren-Pyramide, Bild von Hajor
Unter CC Lizenz aus Wikicommons
Die Sphinx ist ungefähr 350m von der Cheopspyramide entfernt. Die große Sphinx steht in arabisch Abu-el-Hol, was „Vater des Grauens“ bedeutet. Sie ist 73 m lang und hat die Kolossalabbildung eines Löwen mit Menschenkopf, auf dem man die Gesichtszüge des Königs Chephren erkannt haben will, der vor seinem Grab Wache hält.

Ursprünglich war der Name der Sphinx „Har-en-Akhet“, das heißt „Horus, der im Sonnengestirn ist“ und von dem die Griechen das Wort Harmakis ableiten. Mehrere Male wurde die Sphinx im Laufe der Jahrhunderte von Sand bedeckt, nur ihr rätselhaftes Antlitz schaute hervor. Jedes mal haben die Menschen sie wieder freigelegt.

Die berühmteste Restaurierungsarbeit war die des Thutmosis IV. Er soll im Traum vom Gott Harmarkis den Befehl erhalten haben, die Sphinx aus dem Sande zu graben. Was die Verstümmelung im Gesicht des mystischen Mensch-Tieres anbelangt, die wir noch heute sehen, stammen sie zum teil von der Erosion des Windes und zum Teil von dem Kanonen der Mamelucken, die die Statue als Zielscheibe für Schießübungen benutzten.

Sakkara:

Die Nekropole von Sakkara ist mit ihren Ausmaßen von 8 km die größte Pyramide von ganz Ägypten. Geschichtlich gesehen ist sie auch die wichtigste, da dort alle Dynastien, von der ersten bis zu denen der ptolomäischen und persischen Epoche, vertreten sind. Schützer dieser Stätte war der Gott Sokar, der dem Ort seinen Namen gab und der häufig als Pavian dargestellt wird.

Im Zentrum der Totenstadt befindet sich der Grabkomplex von Djoser, dem Gründer der III.Dynastie. Um sie herum gruppieren sich andere für die verschiedenen Epochen bedeutungsvolle Pyramiden und Mastabas. Der ganze Komplex wird von der Stufenpyramide des Djoser überragt. Um die Wichtigkeit und Originalität dieser Pyramiden voll verstehen zu können, muss man erst über die „mastaba“ sprechen, was in arabisch „Bank“ oder „Tisch“ bedeutet. Die Mastaba war die Grabkammer der Adligen und Würdenträger des königlichen Hofes. Sie hatte einen viereckigen Grundriss und leicht schräge Wände.

Dieser war der erste Pharao, der einen Architekten beauftragte, ein großartiges Grabgebäude zu errichten. Der Architekt Imhotep, (seinen Namen fand man in Hieroglyphen geschrieben am Fuße einer Statue von Djoser) wurde damit der erste in der Geschichte bekannte Architekt und sein geniales Werk war die erste Grabpyramide, die es auf der Welt gab.

Imhotep war auch Hohepriester und berühmter Arzt. Er war so genial, dass die Griechen ihn später unter dem Namen Äskulap verehrten. Er hat praktisch nichts anderes als eine große Mastaba gebaut, auf die er eine vierstufige Pyramide setzte. Danach stellt er auf die Westseite, neben die Mastaba, die endgültige, sechsstufige Pyramide. Einige Jahrhunderte später vervollkommnen die Sumerer diesen Bautyp in ihrem „Ziggurat“. Die Pyramide ist 62,50 m hoch und war ursprünglich mit glattem Stein verkleidet, der heute vollständig verlorengegangen ist. Neben ihr befinden sich die Reste des „Hauses des Südens“, von dem zwei geriffelte Kolonen übriggeblieben sind, (die man als Vorgänger der dorischen Säulen ansehen könnte). Sie rahmen asymmetrisch eine Tür ein, über der ein wunderschönes Querfries angebracht ist, verziert mit dem Muster der heiligen Knoten, Schützer der Zukunft.

Südlich der Stufenpyramide befindet sich die Grabstätte von Unas, dem Pharao der die V. Dynastie beschließt. Diese Pyramide ist klein (kaum 60m breit) und war schon 2000 v. Chr. stark zerstört. Das interessanteste an dieser Pyramide ist, dass in ihr ein großer Teil der „Pyramidentexte“ noch erhalten geblieben sind. Es ist die erste Sammlung magisch-religiöser Texte, die im Alten Reich verfasst wurden. Sie dienten dazu, dem verstorbenen Pharao Schutz im Jenseits zu gewähren. Sie sind in Hieroglyphen geschrieben und grün bemalt. Die Texte beginnen in einem Korridor und ziehen sich dann auf den vier Wänden der Grabkammer hin.

--> 10 minütiger Film über die Pyramiden und ihren Bau, in deutscher Sprache und sehenswert

Recherche zum Thema Pyramiden#

  • Quelle 1: Dirnberger Jutta; Lemberger Michael; Paireder, Bettina: Netzwerk Geschichte 2. Veritas Verlag, Linz/Wien 2008.

  • Quelle 2: Giovanna Magi; Paolo Giambone: Ganz Ägypten von Kairo bis Abu Simbel und der Sinai Bonechi. 2. Ausgabe, Verlag, Italien 1993.

  • Quelle 3: Axel Krause; Georg Schwikart. Reise durch Ägypten. Stürtz, Würzburg 2010.

  • Quelle 4: Bilder aus Wikicommons, die Links führen zu den Originalbildern


Guter Text

-- Unbekannt, Freitag, 5. April 2013, 10:21


Gut geschrieben und gut recherchiert.

-- Unbekannt, Montag, 24. Juni 2013, 11:34