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SK Sturm Graz#

von Michael Ulz; HS Markt Hartmannsdorf, 3b; Betreuung: Weingerl; 61 Punkte;
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Sturm Logo. GNU-Lizens

1. Mai 1909: In der Nähe des damaligen Sturm-Fußballplatzes Augarten im Gasthaus Schafzahl wird von Fritz Longin, Franz und Richard Ott, Hr. Probst, Karl Assmann, Hans, Franz, Leopold, Gabriel und Karl Schönbacher, Dr. Haar, Fritz Weigl, Hugo Weiß, Fritz Klima, Richard Sartory, Franz Falland, Fritz Sottana, Hans und Albert Kämmerer, Rudolf Egger, Fritz Friedrich, Edy Pasch, Arnold Schmidt, Anton Smolnik und Hr. Weixl Sturm Graz gegründet. Der Name Sturm kam wahrscheinlich vom DBC Sturm Prag, der die 16 – 18-jährigen Gründer zum Fußball brachte. Es gibt aber auch eine Legende, dass beim Fußballspiel der Schwarz-weißen plötzlich ein Sturm hereinbrach und alle in das Haus der Schönbacher (sozusagen das Vereinsheim) trieb. Der erste Klub-Obmann hieß Rudolf Jäger, der erste Kapitän Franz Schönbacher.

Schon 1910 kam es zum ersten Duell gegen den großen Rivalen GAK. Das Spiel endete mit 5:0 für den 1906 gegründeten GAK. Im Oktober 1911 gab es den ersten Sieg über den GAK.

Die erste Meisterschaft 1912/13 gewinnt Sturm. Es gab fünf Teilnehmer (Rapid Graz, GSV, Amateure Graz, Deutscher SK und Fußballclub Sturm).

Im Jahr 1913 besiegt Sturm erstmals den GAK in einem Pflichtspiel. Sturm ist einer der wenigen Clubs, die während des ersten Weltkrieges den Spielbetrieb aufrechterhalten, auch dank Heinrich Stiegler, der wegen des Krieges vom zusammengebrochenen GSV kommt. Doch nach dem Krieg hat Sturm keinen Fussballplatz, denn die Menschen brauchen den alten Platz, um Nahrung anzubauen um nicht zu verhungern.

Doch im Jahre 1919 hatte Michael Höller eine Idee: Seinem Vater gehörte ein Platz am Jakominigürtel. Nachdem der Vater zugestimmt hatte, war der neue Sturm-Platz (später: Gruabn) geboren.

Sturm stellt alle Grazer Fußballvereine, außer den GAK, in den Schatten. Sturm wird endlich erstklassig.

Am 1. November wird der Fußballclub Sturm in Sportklub Sturm Graz umbenannt.

Als Beweis für die immer schon sehr hinter ihrem Klub stehenden Fans wird Hans Schönbacher gerne als Beispiel genannt. Er kam im Herbst 1919 aus der italienischen Gefangenschaft und anstatt nach Hause zu gehen und sich auszuruhen, ging er direkt auf den Sturm-Platz, um das Spiel gegen den GAK zu sehen. Er sagte später: „Dass Sturm 5:2 gewonnen hat, war das schönste Willkommensgeschenk.“

Sturm schrieb mit dem 2:1 Sieg gegen den damals vorherrschenden Verein Amateure Wien (später Austria Wien) Geschichte.

Als die Grazer 1920/21 auch noch gegen die Vienna und den GAK gewinnen, sind sie die ersten offiziellen steirischen Meister.

Seit 1921 besitzt Sturm den größten Anhängerklub der Steiermark.

In der darauffolgenden Saison wird Sturm hinter GAK Zweiter.

1923 und 1925 wird Sturm vor dem GAK und 1924 wieder GAK vor Sturm Meister.

Von 1926 bis 1933 wird jedoch jedes Mal der GAK steirischer Meister. 1926 kommt mit Strakovics zum ersten Mal ein ausländischer Spieler zum SK Sturm. 1928 kommt der Absteiger Castell Graz zu Sturm. 1931 wird Sturm nur wegen der schlechteren Tordifferenz Zweiter.

1934 gibt es erste Anzeichen auf einen Krieg in Österreich und Sturm spielt erstmals in der österreichischen Amateurliga mit und wird auch gleich Meister.

1935 wird Sturm in der Steirischen Liga nur 4. aber bleibt vor dem GAK, der Fünfter wird. In diesem Jahr werden auch erstmals Stimmen laut eine gesamtösterreichische Liga einzuführen, doch vorerst sind die Geldmittel zu gering.

Doch gleich nach dem Krisenjahr der „Schwoazn“ werden sie 1936 Meister.

1937 wird der SK Sturm Graz überlegener Meister. Es wird entschieden, dass Sturm, wenn sie gegen Simmering gewinnen, in der Wiener Profiliga mitspielen darf. Sturm verliert das Spiel mit 1:2 und die GAK-Fans helfen den Simmeringer Schlachtenbummlern. Der Beginn einer langen Konkurrenz …

1938 verkündet Adolf Hitler den Anschluss Österreichs. In dieser Zeit, direkt nach dem Anschluss am 12. März 1938, verschwanden Fussballvereine, z.B. der jüdische Verein SC Hakoah und auch der FC Graz, da Sponsor Franz Öhler (Kastner und Öhler) als Jude das Land verlassen musste. Sturm spielt weiter und gewinnt zum fünften Mal den Pokal. Durch den Anschluss an das Deutsche Reich wurde die Ostmark zum Sportgau 17 des nationalsozialistischen Reichsbundes für Leibesübungen. Die dadurch entstandenen Veränderungen zeigten Wirkung. Sturm bekam neue, politisch linientreue Präsidenten, die ab sofort „Vereinsführer“ hießen. Ab 1939 war dies Josef Türk, ab 1942 Karl Geisler, der zusätzlich Sportkreisführer für die Steiermark war. 1940 spielt Sturm mit Kärnten gemeinsam in der Bezirksmeisterschaft Süd. Sturm wird Zweiter.

1941 wird Sturm Meister und siegt auch im Aufstiegstunier und ist zum ersten Mal in der Wiener Bereichsliga. So geht der Traum endlich in Erfüllung, doch immer mehr Sturm-Spieler müssen in den Krieg ziehen und so muss Sturm sich aus der Bereichsklasse zurückziehen.

1943 wird Sturm mit nur einem Punkt klarer Letzter, denn wenn ein Spieler gut spielte, wurde er sofort von einem der Wiener Klubs gekauft.

1944 wird der Krieg so schlimm, dass die steirische Meisterschaft gerade einmal über die Runden gebracht wird. Ein Spiel musste verschoben werden, weil eine amerikanische Bombe genau im Sturm-Platz einschlug. Sturm wird Vierter.

Im Mai 1945 hat der Krieg in Österreich endlich ein Ende. Sturm gewinnt das erste Spiel nach dem Krieg mit 4:3 gegen die Südbahn. Sturm wird Vierter.

In den darauffolgenden Jahren läuft es sehr gut. Sturm wird viermal Steirischer Meister und dreimal Steirischer Cupsieger.

1949 geht ein Traum in Erfüllung. Eine gesamtösterreichische Staatsliga ist da. 1. Meister wird Austria Wien, der SK Sturm wird Zehnter und bleibt somit in der Staatsliga.

1951 wird der Sturm-Platz ausgebaut.

Man bleibt in den nächsten Jahrzehnten immer im Mittelfeld (drei Mal musste man jedoch absteigen).

1993 geht der Stern des Mario Haas auf.

1994 beginnt die Ära Osim und Ivica Vastic kommt zum Grazer Klub. Man wird „heimlicher Meister“ mit gleich vielen Punkten wie der Meister SV Austria Salzburg.

1996 gewinnt Sturm den österreichischen Pokal. In der Bundesliga wird man wieder Zweiter und Puntigamer wird Sponsor.

Am 31. 5. 1997 spielt Sturm das letzte Bundesligaspiel in der Gruabn. Es ist mit einem 3:0 über Rapid ein würdiger Abschied. Zuvor gewann Sturm noch den ÖFB-Pokal.

1998 führt das „Magische Dreieck“ Reinmayr, Haas, Vastic den SK Puntigamer Sturm Graz zum ersten Meistertitel!

1999 wird dies mit einem Meistertitel, einem Cup- und einem Supercupsieg sogar noch übertroffen.

Zur Jahrtausendwende wird Sturm nach einer unglaublichen Aufholjagd Vizemeister und Supercupsieger.

2001 geht der Freudentaumel weiter, als Sturm, in der Bundesliga am Ende Vierter, in der Champions League in der Gruppe Erster vor Galatasaray, Glasgow und Monaco wird.

2002 wird Sturm wieder Vizemeister und ganz Fußball-Österreich erschüttert das Aus von Meister FC Tirol. Auch beim SK Sturm beginnt die große Krise.

Ivica Osim erklärt am 14. September 2002 seinen Rücktritt, für ihn kommt Franco Foda. Im Juni holt Hannes Kartnig Gilbert Gress als Trainer, der aber nur 91 Tage im Amt bleibt, denn Sturm belegt nur Platz 9 in dieser Saison. Die gute Arbeit Franco Fodas, der während dieser Zeit als Jugendtrainer arbeitete, zeigte sich als er mit Säumel, Gratzei, Ertl, Gercaliu, Krammer, Mörec, Kienzl und Salmutter gleich acht Eigenbauspieler präsentierte.

2005 sicherten sich die „Schwoazn“ mit Ach und Krach die Lizenz. Sportlich bleibt Sturm während all dieser schwierigen Zeit im Mittelfeld der Bundesliga.

29. April 2006: Die Bundesliga beschließt: „Vorerst keine Lizenz für Sturm und GAK.“ Am 15. Mai kommt die erlösende Nachricht: Sturm bekommt die Lizenz, muss aber mit drei Punkten weniger in die Saison starten. 1. Juni: Franco Foda wird als neuer Trainer präsentiert. Sturm muss Konkurs anmelden. Tausende Fans protestieren. Hans Fedl wird Präsident und schafft es gemeinsam mit Ing. Hans Rinner, Gerhard Marbler, Günter Niederl, Hermann Emmerich, Herbert Marbler, Toni Liebmann, Hans Sihorsch, Christian Jauk und Alois Nummer, Sturm am Leben zu halten. „Sturm ist frei!“ verkünden Rinner und Jauk am 25. 1. 2007. Der GAK überstand die Krise nicht und musste in die Regionalliga, wo er am 9. 12. 2012 aufgeben musste, im März 2013 aber unter dem Namen GAC neu gegründet wird.

2007/08 werden die Youngsters von Sturm Winterkönige. Am Ende landen sie auf Platz 4.

2009 feiert Sturm das 100-jährige Bestehen und in dieser Saison stachen vor allem die beiden jüngsten Spieler Daniel Beichler und Jakob Jantscher heraus.

2010 folgte der erste Titel seit elf Jahren.

Sturm wurde ÖFB-Cupsieger und 2011 wurde Sturm zum dritten Mal Meister!

2012 verlässt Franco Foda den SK Sturm und in der nächsten Saison wird Peter Hyballa den SK Sturm leiten.

Sturms Jahrhundertmannschaft lautet:

Tor: Kazimierz Sidorczuk

Abwehr: Günther Neukirchner, Michael Petrovic, Heinz Ruß

Mittelfeld: Helmut Senekowitsch, Hannes Reinmayr, Manfred Steiner, Markus Schopp

Angriff: Gernot Jurtin, Ivica Vastic, Mario Haas

Trainer: Ivica Osim

Co-Trainer: Franco Foda

Ersatzbank: Walter Saria, Othmar Orozy, Andy Pichler, Roman Mählich, Jürgen Säumel, Max Lamoth und Bozo Bakota


--> Videoclip von Youtube (4 min) mit einigen Supertoren


Recherche zum Thema SK Sturm Graz#

  • Quelle 1: Behr, Martin; Troger, Herbert: Wir sind Sturm! 100 Jahre Grazer Fußballgeschichte. SK Puntigamer Sturm Graz 2008.

  • Quelle 2: Kühnelt, Wolfgang; Mörth, Markus: Geliebter Feind. Die Geschichte des Grazer Stadtderbys SK Sturm Graz - GAK. 1920 - 2007. Leykam, Graz 2008.

  • Quelle 3: Kuhn, August; Troger, Herbert: Hier regiert der SK Sturm. Das Buch zum Meistertitel. Styria, Graz 1997.