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Salzburger Festspiele#

von Isaac Duodu; BG/BRG Pestalozzi, 4a; Betreuung: Camhy, Praher; 77 Punkte;

Die Salzburger Festspiele sind eine Kulturveranstaltung, die seit 1920 jeden Sommer im Juli und August für fünf bis sechs Wochen in Salzburg stattfinden. Markenzeichen der Festspiele sind der "Jedermann" auf dem Domplatz, der – von Max Reinhardt inszeniert – am 22. August 1920 die Geburtsstunde der Festspiele markierte. Exemplarische sind auch Mozart- und Strauss-Aufführungen, sowie ein vielfältiges und hochkarätiges Opern-, Schauspiel- und Konzertprogramm. Heute gelten die Salzburger Festspiele – mit jährlich rund 200 Veranstaltungen und 250.000 Besuchern – als eines der weltweit bedeutendsten Festivals. Zusätzlich zu den Sommer-Festspielen gibt es noch weitere Kulturveranstaltungen:

  • Die 1956 gegründete Mozartwoche, die von der Stiftung Mozarteum alljährlich im Winter veranstaltet wird.
  • Die 1967 gegründeten Salzburger Osterfestspiele, die finanziell und organisatorisch eigenständig sind.
  • Die 1973 gegründeten Salzburger Pfingstfestspiele, die seit 1998 finanziell und organisatorisch Teil der Sommerfestspiele sind.


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Salzburger Festpielhauskomplex vom Mönchsberg.
Foto: Andreas Praefcke, Wikimedia Commons (GNU Lizenz) link

Geschichte:#

1921 bis 1937 #

Neben Max Reinhardt und Hugo von Hofmannsthal ist die Etablierung der Festspiele hauptsächlich der Arbeit des Komponisten Richard Strauss, des Dirigenten und Wiener Hofoperndirektors Franz Schalk und des Bühnenbildners Alfred Roller zu verdanken. Auf Initiative von Bernhard Paumgartner fanden 1921 neben dem "Jedermann" erstmals Konzerte (hauptsächlich Kammer- und Orchesterkonzerte) statt. 1922 kamen zusätzlich zu Schauspiel und Konzerten vier Opern von Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung, womit das Konzept im Wesentlichen stand, das dann ab 1925 erfolgreich umgesetzt wurde. Die Neuerungen dieses Jahres waren: Die Hofstallkaserne wurde als provisorisches Festspielhaus genutzt, das Programm gebündelt und in einem Festspielalmanach präsentiert und es wurde nun auch er der Rundfunk eingebunden. Dies alles gab den Festspielen einen Schub, nachdem sich doch zuvor 1923 nur die Aufführung von Molières "Der eingebildete Kranke" hatte finanziert werden können und 1924 die Festspiele sogar aus finanziellen Gründen gar hatten ausfallen müssen. 1926 kam die Felsenreitschule als zweite Spielstätte hinzu.

1938 bis 1944 #

Die Zeit des Nationalsozialismus, nach dem „Anschluss“ Österreichs ans Deutsche Reich im Jahr 1938, hatte auch für die Salzburger Festspiele gravierende Folgen. So musste Hofmannsthals "Jedermann" vom Programm genommen werden, Künstler erhielten Aufführungsverbote, beziehungsweise gingen ins Exil. Arturo Toscanini, der noch 1937 der prägendste Dirigent gewesen war, lehnte eine weitere Teilnahme ab. Das Kleine Festspielhaus, des mittlerweile emigrierten Clemens Holzmeisters, wurde baulich verändert, um nationalsozialistischer Ästhetik zu entsprechen. Ab 1938 unterstand die Salzburger Festspielhausgemeinde, die Trägerorganisation, dem Gauleiter. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde das Programmangebot deutlich verringert. 1940 hießen die Festspiele "Salzburger Kultursommer" und dauerten nur noch vierzehn Tage. Zwei Jahre später erfolgte die Liquidation der Salzburger Festspielhausgemeinde. Stattdessen richtete man eine Generalintendanz ein, die Clemens Krauss mit einem Zehn-Jahres-Vertrag übernahm.

1945 bis 1959 #

Bereits drei Monate nach Kriegsende fanden schon wieder Festspiele statt. Mit dem folgenden Jahr normalisierte sich der Ablauf und mit Oscar Fritz Schuh wurde ein Künstler verpflichtet, der bis 1970 dreißig Inszenierungen für die Festspiele schaffen sollte. Nach 1948 bekamen die Salzburger Festspiele mit Ernst Lothar als Chef des Schauspiels ein frisches Profil: Er initiierte auch die erste wirkliche Neuinszenierung des "Jedermann" nach der Reihardt Ära. 1956 wurde Herbert von Karajan zum Künstlerischen Leiter berufen, was die regelmäßigen Salzburg-Gastspiele der Berliner Philharmoniker zur festen Institution werden ließ.

1960 bis 1989#

1960 wurde von Herbert von Karajan das neue Große Festspielhaus eröffnet, das mehr als 2.200 Gästen Platz bot, wobei das Bühnenportal eine Breite von 32 Metern und einer Gesamtbreite von 100 Metern hatte. Hier sollte in erster Linie nicht das Mozart Repertoire, sondern die beliebtesten Opern des 19. Jahrhunderts aufgeführt werden. Ab 1964 war Karajan nicht mehr als alleiniger Künstlerischer Leiter tätig, sondern in ein Direktorium eingebunden, hatte aber nach wie vor größten Einfluss auf alle Entscheidungen. Karajan bewirkte eine weitere Internationalisierung der Festspiele und die Salzburger Festspiele wurden zu einem der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Region.

1990 bis 2001#

Gerard Mortier setzte es sich zur Aufgabe die entstandene Stagnation zu überwinden. Die Zahl der jährlichen Neuproduktionen erhöhte sich merklich und eine neue Generation von Regisseuren trat ins Rampenlicht. Weniger die Uraufführungen, nur drei Opernwerke kamen zwischen 1992 und 2001 als Weltpremieren bei den Festspielen heraus, sondern die Pflege des Repertoires aus dem 20. Jahrhundert, bestimmte den Spielplan im Musiktheater. Die Konzertsparte präsentierte thematisch gestützte Zyklen oder Projekte, deren Programme von einzelnen Künstlern zusammengestellt wurden. Mortier sagte mancher Institution den Kampf an, und wurde vor allem dadurch zur Zielscheibe konservativer Kritik.

2002 bis 2006#

In der "Ära Peter Ruzicka" standen verschiedene Programmschwerpunkte im Vordergrund: Die Aufführung aller 22 Mozart Opern sowie Werke von Richard Strauß standen im Vordergrund. Außerdem präsentierte er Werke österreichischer Komponisten, die während der Nazi Jahre ins Exil getrieben worden waren, wollte neue Sichtweisen auf bekannte Werke des 19. Jahrhunderst öffnen und forderte, dass es wieder mehr Uraufführungen geben sollte. Wirtschaftlich verliefen diese Jahre ausgesprochen erfolgreich.

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Jedermann Aufführung, Foto: Austria Forum, (c)Herbert Pirker link

2007 bis 2011#

Ende 2006 trat die neue künstlerische Leitung der Festspiele an mit: Intendant Jürgen Flimm, Markus Hinterhäuser und Thomas Oberender. Im ersten Jahr seiner Intendanz rief Jürgen Flimm das Motto "Die Nachtseite der Vernunft" aus, 2008 das Thema "Denn stark wie die Liebe ist der Tod, 2009 "Das Spiel der Mächtigen". Das Thema der Saison 2010 war "Wo Gott und Mensch zusammenstoßen", wobei die Saison 2010 ganz im Zeichen des 90-Jahr-Jubiläums stand. 2011 leitet Markus Hinterhäuser als Intendant udn Halga Rabl-Stadler als Präsidentin mit neuen kaufmännischen Befugnissen die Festspiele.

seit 2012#

Seit 2012 heißt das neue Führungsduo Alexander Pereira als Intendant und Helga Rabl-Stadler.


--> Videolink Salzburger Festspiele 2013


--> Siehe auch Heimatlexikon mit Videoclip von ServusTV


Recherche zum Thema Salzburger Festspiele#

  • Quelle 1: Weiss, Walter M.: Salzburg. Stadt-Land-Salzkammergut. Dumont, Köln 2004. S.46



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