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Substitution#

von Janis Gölles; BG/BRG Pestalozzi, 4a; Betreuung: Camhy; 60 Punkte;

So ziemlich jeder 5. Österreicher hat schon einmal verbotene Substanzen zu sich genommen. Rund 32000 Österreicher sind drogenabhängig.

Der Opiatkonsum hat eine physische und psychische Abhängigkeit, gesundheitliche, soziale und rechtliche Konsequenzen. Der Alltag von Suchtkranken wird von Euphorie, Entrücktheit und Stimmungsschwankungen beherrscht.

Was ist Substitution?

Substitution ist eine der effektivsten pharmakologischen Therapieformen für Opiatabhängige und verbessert die Chance auf eine spätere Opiatabstinenz. Die Substitutions- oder Erhaltungstherapie (Drogenersatztherapie) versucht dem Opiatabhängigen die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern.

Seit rund 20 Jahren gibt es in Österreich die Substitutionstherapie als Alternative zur Entzugstherapie. Der Begriff Substitution bedeutet, dass körpereigene Substanzen ersetzt werden, wenn der Körper sie nicht mehr herstellen kann. Man versucht diese Substanzen mit einer adäquaten Dosis einer Substanz, die der körpereigenen so ähnlich wie möglich ist, zu ersetzen.

Substitutionstherapie

Im Juli 2012 wurde die Studie von Richard Soyer und Stefan Schumann in Buchform mit dem Titel „Therapie statt Strafe“ veröffentlicht.

Darin untersuchen Mediziner, Psychologen, Juristen und Gesundheitsökonomen das österreichische Suchtmittelstrafrecht. Neben der Abstinenz (Entwöhnung) von Opiatabhängigen erreichen Mediziner und Therapeuten heute gute Erfolge mit Drogenersatztherapien.

Die Verabreichung legaler oraler Substitutionsmittel erleichtert den Verzicht auf illegales Heroin. Mehr als 15.000 Suchtgiftabhängige werden in Österreich derzeit von Ärzten mit Ersatzdrogen behandelt.

Eine Substitutionstherapie ersetzt durch äußere Zufuhr Substanzen, die dem Körper normalerweise durch eigene Organleistung zur Verfügung stehen, aber aufgrund von Funktionsschwäche oder -versagen des entsprechenden Organs nicht, oder nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. Der Vorteil liegt in einer hohen Akzeptanz der Betroffenen, hat aber den Nachteil einer eventuellen leichteren missbräulichen Verwendung. Diese Form der Therapie ist weltweit die effektivste Therapieform für Drogenabhängige.

Drogenabhängigkeit ist eine Krankheit und professionelle Hilfe bei der Behandlung ist wichtig: In Österreich bemühen sich derzeit rund 160 Drogenberatungsstellen, Ärzte, Spitäler, medizinische Forschungseinrichtungen und die Pharmaindustrie den Suchtkranken Wege aus der Drogensucht zu zeigen und zu ermöglichen.

Substitionsmittel

Der am meisten verwendete Ersatzstoff ist Methadon, zunehmend wird auch Buprenorphin, und aufgrund der erhöhten formalen Anforderungen nur noch selten auch Codein verwendet. Die Substanzen werden oral und unter Aufsicht eingenommen. Nach einer gewissen Zeit kann der Arzt entscheiden, ob er das Substitut mit nach Hause gibt.

Substitol ist ein Medikamentenname, es sind retadierte Morphine, die vor allem in der Schmerztherapie Verwendung finden. Das Besondere ist, dass retardierende Morphine nur in einigen Ländern (Bulgarien, Rumänien und Österreich) für die Substitutuion zur Verfügung gestellt werden, mit dem Vorteil einer hohen Akzeptanz der Betroffenen. Mit dem Nachteil einer eventuellen leichten mißbräuchlichen Verwendung.

Aufgrund der nachgewiesenen Wirksamkeit wurde Methadon 2005 von der Weltgesundheitsorganisation(WHO) in ihre Liste der unentbehrlichen Arzneimittel aufgenommen. Buprenorphin soll eingesetzt werden, wenn dessen Einsatz gegenüber der Behandlung mit Methadon Vorteile bringt. Methadon ist deutlich preisgünstiger – eine Tatsache, die bei der Behandlung Opioidabhängiger zu beachten ist. In Europa sind Methadon, Polamidon und Buprenorphin gebräuchlich.

Recherche zum Thema Substitution#

  • Quelle 1: Zäuner, Günther: Drogenreport Österreich. Egoth Verlag, Wien 2006.


  • Quelle 3: Soyer, Richard; Schumann, Stefan: Therapie statt Strafe. Neuer wissenschaftlicher Verlag, Wien 2012.

  • Quelle 4: Giacomuzzi, Salvatore M.; Riemer, M.; Erlt, M.; Kemmler, G.; Richter, R.; Rössler, H.; Hinterhuber, H.: Substitionsbehandlung und Lebensqualität: Methadon vs. retardiertes Morphinsulfat - eine Vergleichstudie. In: Suchtmed 3. ecomed Verlagsgesellschaft AG, Landsberg 2001. S. 1-7.