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Träume#

von Aleksandra Antonic; BRG Körösi, 6c; Betreuung: Rauscher; 61 Punkte;

Warum träumen wir Menschen ?

Ein Drttel unseres Lebens verbringen wir mit Schlaf. Zum menschlichen Schlaf gehört auch das Träumen. Warum wir eigentlich träumen, ist noch nicht ganz geklärt. Es gibt mehrere Antworten auf diese Frage. In der Nacht funktioniert unser Bewusstsein nur eingeschränkt und es vermischt wahllos viele Eindrücke miteinander. Das hat zu den verschiedensten Theorien geführt: Der amerikanische Schlaf- und Traumforscher Hobson geht davon aus, dass es sich bei Träumen um induzierte Halluzinationen handelt – die Gedächtnisinhalte, welche in den aktivierten Cortexarealen enthaltenen sind, werden „wahllos“ hervorgeholt und ins Bewusstsein gebracht. Andere Theorien besagen, dass das Träumen dazu dient Konflikte zu verarbeiten, oder dass wir im Traum Situationen durchleben, die sich in der Zukunft abspielen könnten.

Nach Sigmund Freud (1900) sind Träume symoblische Ausdrücke unbewusster Wünsche. Im Schlaf entspannt sich der sonst wachseme Zensor und Verdrängtes sowie Unbewusstes kann seinen Ausdruck finden. Ausgehend von Freud ist das, was wir vom Traum behalten der manifeste Trauminhalt, der aber vom latenten Inhalt unterschieden werden muss. Die wirkliche Bedeutung eines Traumes sind unbewusste Impulse und Wünsche, die in verschleierter Form im Traum auftauchen.

In Tiefschlafphasen können Informationen, die wir in unserem Hirn über den Tag hinweg anhäufen, hierarchisch strukturiert und sicher abgespeichert oder gelöscht werden. Nach Meinung von Experten vom Institut für Psychologie der Martin-Luther-Universität, klappe es daher mit dem Lernen nach dem Aufwachen um Längen besser als vor dem Einschlafen. Im Schlaf ist das Gehirn aktiv - es sortiert es alles neu, mistet aus und bestimmt, was es wert ist, mit ins Langzeitgedächtnis genommen zu werden - das Schlafen hat somit eine wichtige Funktion für unser Gedächtnis. Bei einer Tagung in Halle 2011 von experimentell forschende Psychologen meinte der Tagungsleiter Josef Lukas, dass in Tiefschlafphasen "aufgeräumt" würde und Träume sozusagen ein "Abfallprodukte des Aufräumens" seien.

Da die geträumten Situationen oft in irritierenden Bildern durchgespielt werden, führt dies in der Traumforschung zu sehr unterschiedliche Traumdeutungen.

Eine physiologische Erklärung, warum wir träumen, lautet: Träume seien ein Versuch des Gehirns, den hauptsächlich zufälligen Entladungen kortikaler Aktivität während des REM-Schlafes eine kohärente Interpretation zu geben. Neurophysiologen haben festgestellt, dass das limbische System in der REM-Phase (Rapid-Eye-Movement), also die Zeit in der wir am intensivsten träumen, im Schlaf aktiver ist, als im Wachzustand. In der Zwischenzeit fährt das Stirnhirn, welches für die Vernunft zuständig ist, zurück. Dies führt dazu, dass Unrealistisches auf einmal real wird. Jede Menge spielt sich auch dort ab, wo Sinneswahrnehmungen und Bewegungen verarbeitet werden, weshalb man manchmal von gedanklichen Ausflügen erschöpft ist. Glücklicherweise ruht jener Teil des Hirnstamms, der uns dazu bringen würde, gegen die Monster von denen wir träumen, anzukämpfen.

Warum träumen wir von seltsamen Dingen?

Da wir im Schlaf die Augen geschlossen haben, muss unser Gehirn die Bilder, die uns im Traum erscheinen aus all dem, was wir jemals tatsächlich gesehen haben, zusammenfügen. So kann es passieren, dass uns schon einmal grüne Monster oder überlebensgroße Spinnen im Traum erscheinen. Wir haben im Traum häufig das Gefühl selbst aktiv zu sein, da der Teil unseres Gehirns, der für Sinneswahrnehmungen und Bewegungen verantwortlich ist, nachts wach ist.

Warum so bizarr ?

Obwohl man sich noch nicht sicher ist, warum wir Menschen träumen, kann man sagen, wieso unsere Träume so bizarr sein können und die eigenartigen Bilder, die von unserem Gehirn während des Schlafes bearbeitet werden, uns so real vorkommen.

Während dem Träumen in der REM-Phase ist unser limbisches System stärker, als im Wachzustand; besonders in den Bereichen, die mit der Angst zu tun haben. Wir merken trotzdem, dass das nicht sein kann, weil während diesem ganzen Vorgang unser Stirnhirn (Präfrontaler Kortex), wo Rationalität und Vernunft sitzen, schlummert, aber uns dies vermittelt. Im Schlaf hat das primäre Sehzentrum, welches Signale aus der Umwelt verarbeitet, wenig zu tun. Im Gegensatz dazu, ist der sekundäre visuelle Kortex aktiv, der im Wachzustand hilft, diese Informationen zu interpretieren. Dieses Hirnzentrum versucht selbst (da wir unsere Augen während dem Schlafen geschlossen haben) die Informationen, die wir von unserem Gehirn zugeschickt bekommen, zu einem halbwegs verständnisvollen Bild zusammenzusetzten. Es wird vermutet, dass offenbar dabei so unsere Traumbilder entstehen.

Michael Schredl, Schlafforscher am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim meint, dass es keine Menschen gibt, die nicht träumen. Auch wenn sich die meisten nicht erinnern, haben sie trotzdem geträumt. Wie im Wachzustand findet auch im Traum ein subjektives Erleben statt. Wenn man Menschen während des Schlafens wiederholt weckt, erzählen sie häufig irgendwelche "Traumfetzen". Über die Funktion des Traumes und den Sinn des Träumens gibt es mehrere Theorien.

Träumen während der Nicht-REM-Phase

Menschen können auch während der Nicht-REM-Phase Träume produzieren. Jedoch sind diese Träume von anderer Qualität. Mit geringer Wahrscheinlichkeit haben Träume während der Nicht-REM-Phase dramatische Geschichten zum Inhalt. Trotz Füllung mit speziellen Gedanken, verfügen sie wenig über sensorischen Vorstellungsgehalt. Es wird gelegentlich von Personen erzählt, dass sie sich bewusst sind, dass sie träumen. Man nennt diese Träume "luzide" oder "hellsichtige" Träume. Es wurden Tests durchgeführt, wo ein Signal zu geben war, wenn man bemerkte, dass man träumte. Die Versuchspersonen waren in der Lage, aus dem REM-Schlaf heraus anzuzeigen, dass ein "luzider" Traum stattfand. Dies war möglich, ohne dass die Personen ihren Schlaf unterbrachen oder den Traum vergaßen. Es scheint, dass derartiges Träumen lernbar ist.

Untersuchungen haben ergeben, dass die Qualität unseres Schlafes durch die Anzahl der Unterbrechungen bestimmt wird. Unsere biologische Uhr regelt unsere Wach-und Schlafzeiten. Unser Geist und unser Körper haben sich auf diese Gewohnheit eingestellt. Egal, ob wir das feste Schlafmuster eines Morgen- oder eines Abendmenschen haben, für Schlafmangel sorgen diese Störungen dieses Takts, der am besten in der folgenden Nacht wettgemacht wird. Babys schlafen beinahe ständig und befinden sich zur einen Hälfte im REM-Schlaf, zur anderen Hälfte im Tiefschlaf. Der Schlaf-und Wachzustand wechselt laufend bei Neugeborenen, wobei der Schlaf 16 Stunden dauert. Da Kinder mehr lernen und wachsen müssen, verbringen sie mehr Zeit im Tief- und REM-Schlaf als Erwachsene. 7-8 Stunden beträgt eine gesunde Schlafdauer bei Erwachsenen, bei älteren Menschen ist die Schlafdauer kürzer.

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  • Quelle 2: Zimbardo, Philip G.: Psychologie. 5. Auflage, Springler-Verlag, Berlin 1992. S.212f.