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Weiße Tiger#

von Julia Lang; HS Markt Hartmannsdorf, 2b; Betreuung: Zoller; 68 Punkte;

Im Jahre 1951 entdeckte Maharadscha Shri Martand Singh einen männlichen bengalischen Tiger und ließ ihn einfangen. Dies geschah nachdem seine Geschwister und seine Mutter getötet wurden.

Es gibt schon seit langer Zeit viele Berichte über diese seltene Art von Tigern, doch dem im Jahr 1951 gefangenen und Mohan genannten Tigermännchen sollte eine besondere Bedeutung zukommen.

Unter 10.000 in freier Wildbahn geborenen Tiger kommt nur ein weißer Tiger vor. Diese seltene Mutation wurde nur bei einer einzigen Unterart - dem Bengaltiger (Panthera tigris tigris) – beobachtet und noch nie bei anderen Unterarten. Die Besonderheiten an den weißen Tigern sind die weiße Grundfärbung (die sonst orange ist), die rosa Nase und die eisblauen Augen. Doch die für den Tiger normalen schwarz-braunen Streifen blieben jedoch erhalten. Beide Merkmale zeigen deutlich, dass es sich bei diesen Tigern um keine einfachen Albinos handelt, denn dann hätten sie nicht nur rote Augen, sondern ein komplett weißes Fell ohne sichtbare Streifen.

Vielleicht ist es die Reinheit der Farbe weiß, die auf viele eine besondere Faszination ausübt und den "weißen" Tiger auf der Beliebtheitsskala für Großkatzen weit nach oben katapultiert. Zoo und Zirkus und das Magierduo Siegfried und Roy in Las Vegas haben diese Tiere berühmt gemacht (oder umgekehrt).



Etwa 250 weiße Tiger leben heutzutage in Gefangenschaft. Das Tragische daran ist, dass sie wahrscheinlich alle von Mohan, dem allerersten in der Obhut der Menschen lebenden weißen Tiger, abstammen. Weiße Tiger sind eine sehr seltene Art, doch durch die Gefangennahme und der damit verbundenen Kontrolle war man in der Lage, diese seltene und damit für den Besitzer wertvolle Fellfärbung herauszuzüchten. Weil nun aber geeignete - also ebenfalls weiße - Geschlechtspartner fehlten, um die vererbte Mutation an die Nachfahren weiterzugeben, betrieb man Inzucht und kreuzte Tochter mit Vater und in späteren Generationen auch Geschwister. In der Wildnis kommen diese Arten von Paarung aus gutem Grund nur sehr selten vor. Dies führte dazu, dass neben dem gewünschten Gendefekt für die weiße Grundfärbung noch andere, sehr viel gravierendere Probleme auftraten, von denen verformte Knochen und ein geschwächtes Immunsystem die Folge waren. Trotz dieser erblichen Defekte wird immer noch weitergezüchtet, denn auch heute noch sind weiße Tiger für Zoos, Zirkusse und andere, eine gute Geldanlage.

Man muss aber auch erkennen, dass weiße Tiger eine besonders hohe Anziehungskraft auf Personen haben, die bisher noch kaum etwas mit Großkatzen im Allgemeinen und Tigern im Besonderen zu tun hatten. Weiße Tiger werden oft als Sympathieträger eingesetzt, um Interesse zu erzeugen und so auf das Leben ihre bedrohten Artgenossen in freier Wildbahn aufmerksam zu machen. Dies kann man als Stärke ihres besonderen Aussehens werten. Andererseits werden die weißen Tiger noch zu häufig als vom Aussterben bedrohte Tierart beschrieben, obwohl sie nicht einmal eine eigene Unterart sind, und lenken so vom Schicksal der echten Tiger ab. Dazu kommt, dass die weißen Bengaltiger mit anderen Untetrarten, insbesondere mit dem Amurtiger (Panthera tigris altaica) gekreuzt wurden. Dies zeigt deutlich, das das Ganze nicht viel mit Arthaltung zu tun hat.

Recherche zum Thema weiße Tiger#



  • Quelle 3: Setford, Steve: Unsere faszinierende Welt Säugetiere. Egmont Horizont Verlag, Italien 1999. S.34.


  • Quelle 5: Der große Brockhaus Online 2013 macht klar, dass weiße Tiger keine eigene Unterklasse sind, sondern nur auf Albinismus zurückzuführen sind: "Albinotische Tiger treten immer wieder auf und werden in Gefangenschaft auch regelmäßig gezüchtet."

  • Quelle 6: Auf http://www.tiger-online.org/tigbib/whitetigers/wtiger.htm heißt es ausführlicher: "Viele Menschen nehmen an, dass der weiße Tiger eine spezielle Unterart des Tigers ist. Alle diejenigen muss ich "leider" enttäuschen, da es sich bei diesem Phänomen um einen genetischen Defekt handelt. Das Vorkommen solcher Weißlinge ist nicht auf eine spezielle Unterart beschränkt, aber es gibt fast ausschließlich nur indische Tiger, die ein weißes Fell besitzen. Es gibt nur selten weiße Tiger anderer Unterarten. Dies sollte aber nicht verwundern, wenn man betrachtet, dass der indische Tiger heutzutage rund 60% der gesamten Tigerpopulation stellt... (Auslassung). Als erstes dürfte sich die Frage stellen, was dieses Phänomen verursacht. In diesem Punkt ist die Antwort eben so leicht wie überraschend. Es handelt sich um eine Art Albinismus, der exakt die selben Ursachen, wie der beim Menschen auftretenden Albinismus, hat. Bei allen Katzen kommt Albinismus hin und wieder vor. Jedoch findet man in 95% aller Fälle einen Teilalbinismus vor. Dies bedeutet, dass obwohl die Grundfarbe des Fell weiß ist, immer noch mehr oder minder ausgeprägt schwarze Streifen vorhanden sind. Nur sehr selten findet man einen vollständigen Fall von Albinismus - auf der ganzen Welt dürfte es nicht mehr als 10 Exemplare sein. Auch beim Löwen kommen diese Typen von Albinismus vor. Solche Tiere sind zumeist in Zirkus und Bühnenshows bekannt. Vor allem sind hier die beiden deutschen Magier Siegfried Fischbacher und Uwe Horn, bekannt als "Siegfried & Roy", zu nennen.


Siehe dazu auch den Beitrag in der Wiener Zeitung vom 24. Mai 2013, wie er dem Austria-Forum freundlicher Weise zur Verfügung gestellt wurde!

-- Maurer Hermann, Donnerstag, 6. Juni 2013, 11:16