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ECOCAN GmbH

Bezeichnung der Firma
ECOCAN GmbH
Branche
Energie- / Umwelttechnik
Organisationsform
GmbH
Ansprechpartner
Ing. Wolfgang Trois
Werner Färber
Gründungsjahr
2011
UID-Nummer
ATU66649317
Auszeichnungen
Fast Forward Award Gewinner
Fast Forward Award Finalist
Geschäftsbereich
Beleuchtungssysteme, Energieoptimierungslösungen
Stichworte
Energie
Lichttechnik
LED
Optimierung
Cluster
Green Tech Cluster
Adresse
Peter Tunner Straße 198700 Leoben
Kontakt
http://www.ecocan.at
office@ecocan.at
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Bewertung
4

Unternehmensprofil#

ECOCAN GmbH: Nominiert für den FFA 2015

ECOCAN GmbH beschäftigt sich mit Beleuchtungssystemen und Energieoptimierungslösungen.

Dabei geht es vor allem um die Steigerung der Lichtausbeute und Reduktion der anfallenden Energiekosten.

Erfolgsgeschichte#

Tatsächlich Balsam für die Augen?#

Schon Albert Einstein meinte: „Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ Diesen Satz dürfte sich auch der Steirer Werner Färber zu Herzen genommen haben, als 2008 die Meinung in ihm reifte, dass der Output der Leuchten-Technologie in Form von der am Markt erhältlichen Produkte noch lange nicht den Zenit der Leistungsfähigkeit bedeutete. Aus seiner Sicht verschärfend, war die Situation, die eine AUVA-Statistik zum damaligen Zeitpunkt dokumentierte: „Je weniger Licht man zur Verfügung hat, desto mehr Arbeitsunfälle ereignen sich. Abgesehen davon brauchen ältere Personen mehr Licht als jüngere – so hat ein 60-Jähriger einen um 60 % höheren Lichtbedarf als ein 30-Jähriger. Und zu guter Letzt soll auch noch Energie eingespart werden“, fasst Färber seine Beweggründe zusammen, die Lichttechnik revolutionieren zu wollen.

Bereits im Jahr 2009 bot er spezielle Reflektoren für Leuchtstofflampen an und erzielte damit seine ersten Erfolge: „Die Anwender konnten durch die Energieeinsparung innerhalb von 10 Monaten mit einem return of investment rechnen“, beteuert Färber, der mittlerweile Firmen wie Magna, Böhler und die Voest zu seinen Kunden zählt.

Folien als Hebel#

Für Färber erschienen die Konzepte der Leuchtenhersteller zu eindimensional, was ihn dazu veranlasste, eine andere Herangehensweise zu wählen: „Für mich stand eine intelligente Lichtlenkung von Anfang an im Vordergrund meiner Überlegungen.“ Das Ergebnis seiner Betrachtungsweise nannte er schließlich »Eco Booster« und ist eine Lösung, die das Zusammenspiel von LED-Leuchtmittel und der von ihm entwickelten optischen Folien nutzt. Färber setzt bei der Entwicklung seiner Produkte aber nicht nur auf eigene Ideen: „Wir beziehen unsere Informationen aus einem Pool aus Fachleuten – dazu zählen Architekten, Planer und Anwender – sammeln die Anregungen und setzen die besten Ideen um.“

Unterstützung von Joanneum Research#

Konferenz mit ECOCAN
Foto: © ECOCAN GmbH

Werner Färber war bei der Entwicklung der LED-Booster-Technologie – wie er sie nennt – nicht auf sich alleine gestellt. Der Geschäftsführer der EcoCan GmbH erkannte frühzeitig das Potenzial der LED-Technik. Trotz zahlreicher Innovationen der Lichtbranche in den letzten Jahren war Färber aber stets der Meinung, dass die Möglichkeiten dieser Technologie noch lange nicht ausgeschöpft waren. Also trat er mit seiner Idee an Forschungseinrichtungen heran, die ihn schließlich dabei unterstützten, seine Konzepte wahr werden zu lassen. So trug unter anderem auch das Institut für Oberflächentechnologie und Photonic des Joanneum Research in Weiz ihren Teil zum Gelingen des Projektes bei. DI Dr. Christian Sommer als Experte für Licht- und Optotechnologien schuf die Grundlagen für den Erfolg. „Die Lösung waren schließlich optische Folien, die durch ihre Prägestruktur ein angenehmes und homogenes Licht ohne belastend hohe Leuchtdichten bei gleichzeitig hoher Energieeffizienz gewährleisten“, so die Worte von EcoCan im O-Ton.

Nachdem EcoCan die Ergebnisse seiner Arbeiten 2014 auf der Karl-Franzens-Universität in Graz präsentiert hatte und im Februar letzten Jahres noch diverse Simulationen im Labor am Plan standen, kann EcoCan heute, ein gutes Jahr später, bereits eine Produktfamilie anbieten und zahlreiche Best-Practice-Projekte vorweisen.

Den Praktikern vorgestellt#

In den Räumen des Joanneum Research in Weiz präsentierte EcoCan Anfang Juni Vertretern potenzieller Anwender und Planer die Ergebnisse der Forschungsarbeit. Wir waren somit Zeuge, als eine Vielzahl von Verantwortlichen branchenbekannter Unternehmen die ersten Leuchten von EcoCan unter die Lupe nahmen und Färber und seinem Team schließlich auch Anerkennung für die Ergebnisse zollten.

„Wir können je nach Montagehöhe und Anforderungen sehr flexibel auf die Anforderungen eingehen“, unterstreicht Färber die Leistungsfähigkeit seiner Leuchten. In Zusammenarbeit mit dem deutschen Hersteller Regiolux ließ EcoCan nach eigenen Vorgaben Leuchten produzieren, die mittlerweile bereits Verwendung finden. Als eines der Paradebeispiele für gelungene Projekte gilt neben zahlreichen Industrieanwendungen vor allem die Tennishalle in Bruck an der Mur, deren Lichtverhältnisse der ehemalige österreichische Weltklasse-Tennisspieler Stefan Koubek als die besten, unter denen er je gespielt hatte, bezeichnete. Abgesehen von der allseits attestierten hohen Lichtqualität hat Färber aber vor allem ein Argument für seine Technologie, das er gerne ausspielt: „Mittlerweile können wir als doch recht kleines österreichisches Unternehmen auf Projekte verweisen, die auf Grund unserer Technologie über 50 Mio. Kilowattstunden Strom oder 5 Mio. Euro Energiekosten eingespart haben.“

Industrie 4.0 fordert höhere Flexibilität#

Die Einsparungsmöglichkeiten der »Eco Booster«-Technologie bekommen nun noch mehr Rückenwind. Denn laut EcoCan wird die Forderung nach Effizienzsteigerung von Hallenbeleuchtungsanlagen im Rahmen der Industrie 4.0-Anstrengungen vieler Produktionsbetriebe nun noch lauter: „Industrie 4.0 wird einen höheren Automatisierungsgrad als bisher nach sich ziehen. D.h. die Plätze, an denen es Sehaufgaben für Personen gibt, werden weniger, was wiederum bedeutet, dass es nicht notwendig sein wird, das Beleuchtungsniveau in der gesamten Halle und damit auch die Kosten hoch zu halten. Genau dort setzen unsere Lösungen an. Wir heben das Niveau nur an den in der Norm als Sehaufgabenbereich definierten Stellen an, wodurch die Kosten für die restliche Hallenbeleuchtung insgesamt niedriger werden“, fasst DI (FH) Christian Ulrich, Leitung F&E, Technik und Projektentwicklung bei EcoCan die Chancen der »Eco Booster«-Technologie zusammen. Übrigens, das Team von EcoCan überzeugte nach zahlreichen Anwendern aus der Wirtschaft nun auch so manche Preis-Komitees von seiner Technologie – Grund zur Freude hatte EcoCan schließlich als man den »Fast Forward Award« gewann und für den Staatspreis 2016 nominiert wurde. Wir gratulieren!

Wie die Lichtbranche – im Speziellen die Leuchtenindustrie – auf die Entwicklung von EcoCan reagiert, wird durchaus spannend sein – aber wie meinte der wortgewaltige Helmut Qualtinger so schön: „Wer auf frischen Wind wartet, darf nicht verschnupft sein, wenn er kommt.“