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OER suchen, finden, erstellen und publizieren#

Autoren: Martin Ebner, Sandra Schön

Bei der Entwicklung und Veröffentlichung von OER geht es im Wesentlichen um die Gewährleistung des Prinzips der Offenheit, welches durch entsprechende technologische Werkzeuge und frei zugängliche Software (häufig basierend auf Wiki-Systemen), freie Lizenzierungsmodelle, ausreichende Beschreibung der Objekte und Materialien, Qualitätssicherungsstrategien sowie die Nutzung entsprechender Datenbanken und Verzeichnisse möglich wird. Wir geben hier zunächst allgemein erste Tipps und zeigen allgemein auf, was zu beachten ist. Unten aufgeführt finden sich dann gezielte Tutorien in bevorzugt, aber nicht nur, in deutscher Sprache.

Suchen und Finden von OER

Um was geht's?

Bevor Sie mit der Suche nach OER beginnen, sollten Sie erste übliche didaktische Überlegungen (Zielgruppe, Zielsetzung, Gestaltung) getroffen haben. Dann kann die Recherche beginnen. Wie bereits einleitend festgestellt, ist das Internet voll mit vermeintlich freien Materialien. Für Unterricht oder Weiterbildung frei nutzbar sind jedoch nur solche, die entsprechend lizenziert wurden. Am verbreitesten ist im deutschsprachigen Raum die Creative-Commons-Lizenz (kurz CC-Lizenz), und in vielen Suchmaschinen und -funktionen wird die gezielte Suche nach solchen Materialien unterstützt. So lässt sich bei Yahoo oder auch Google bei den erweiterten Suchoptionen einstellen, dass nur solche CC-Materialien gefunden werden. Auf der Webseite von Creative Commons kann ebenso das Web insgesamt durchsucht werden (creativecommons.org). Auch einige Medienplattformen wie Jamendo.com (für Musik) und FlickR.com (für Fotos) erlauben Recherchen nach CC-Materialien. Auf diese Weise sollten schon einige brauchbaren Elemente und Fundstücke entdeckt werden können.

Einschlägige, umfangreichere Bildungsressourcen "verstecken" sich jedoch häufig auf den entsprechenden OER-Portalen und -Verzeichnissen. Es ist daher sinnvoll, nach entsprechenden Websites zu recherchieren (eine Liste findet sich bspw. im Wikieducator.org oder bei creativecommons.org/education) und dort entsprechende Suchanfragen zu stellen. Weil diese Suche auf verteilten Webseiten lästig ist, wurde 2005 eine globale Suchmaschine für Lernobjekte, die Metasuchmaschine für OER (www.globe-info.org) entwickelt. Auch sie deckt leider nur einen Teil der Repositories ab, aber die Suche nach deutschsprachigen Hochschulmaterialien führt bestimmt auch hier zu einigen Treffern. Tutorials und How-Tos für das Suchen und Finden von OER

Erstellen von OER

Um was geht's?

Wurden brauchbare Materialien oder Elemente für den eigenen Unterricht gefunden, sollte – in der Regel wird das auch durch die Lizenz vorgeschrieben – ein Vermerk zum Ersteller eingefügt werden. Beste OER-Tradition ist es, Materialien in einer Weise zu erstellen, die die Wiederverwendung erleichtert. Dazu sollten Dateiformate mit offenen Standards verwendet werden (z. B. für Bilder .png, für Texte Open-Office-Formate, .html oder .xml) und bevorzugt solche, die das Modifizieren auch einfach machen (lieber eine .html-Datei als eine PDF-Datei).

OER muss nicht, aber kann auch gemeinsam mit anderen erstellt werden. Das macht oft Spaß, bringt Arbeitserleichterungen und neue Ideen hervor. Es gibt eine Reihe von Plattformen, die sich das gemeinsame Erstellen von OER zum Ziel gesetzt haben, viele davon sind Wiki-basiert (u. a. lemill.com, connexions.org, currici.org oder wikiversity.org).

OER publizieren und lizenzieren

Um was geht's?

Es ist bestimmt nicht das Schlechteste, die eigenen erstellten OER-Materialien auf der eigenen Webseite, z. B. dem eigenen Weblog anzubieten und an- zupreisen, vor allem dann, wenn man entsprechende Leser/-innen und Besucher/-innen der Seite hat. Im Regelfall ist es jedoch sinnvoll – wenn man die eigenen Materialien aktiv anderen zur Verfügung stellen will – sie auf dem jeweils für das eigene Themenfeld einschlägigen Repository hochzuladen und entsprechend zu verschlagworten, ggf. mit Metadaten zu versehen bzw. den Richtlinien entsprechend zu publizieren. Für das eigene Material bietet so ein Vorgehen die besten Voraussetzungen, da es sich ggf. schnell verbreitet, überarbeitet und verbessert wird. Für die Urheber ermöglicht dieses Vorgehen, dass Chancen für Reputationseffekte und Vernetzungen mit Kollegen entstehen, die weitere Synergien ermöglichen.

Wichtig ist die Lizenzierung: Das Urheberrecht im deutschsprachigen Europa sieht nicht vor, dass es einen Verzicht auf die geistigen Eigentumsrechte gibt, mit jedem einzelnen müsste der Urheber daher einen Vertrag abschließen. Eine entsprechende Lizenz ermöglicht jedoch, die Art der Nutzung und Verwendung zu definieren, damit eben nicht jeder Einzelne Verträge mit den Urhebern eingehen muss.

Tutorials und How-Tos für das Publizieren und Lizenzieren

Komplette Tutorien

Hier listen wir Tutorien auf, die rund um OER Lern- und Lehraktivitäten anbieten und unterstützen, also alle Themen ansprechen:

Quelle

Dieser Text basiert auf Auszügen aus: Martin Ebner & Sandra Schön (2011). Offene Bildungsressourcen: Frei zugänglich und einsetzbar. In K. Wilbers & A. Hohenstein (Hrsg.), Handbuch E-Learning. Expertenwissen aus Wissenschaft und Praxis – Strategien, Instrumente, Fallstudien. (Nr. 7-15, pp. 1-14). Köln: Deutscher Wirtschaftsdienst (Wolters Kluwer Deutschland), 39. Erg.-Lfg. Oktober 2011.