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Information zu meinem neuen Buch "Ende des Traumes"#

Interview als Videoclip dazu!

Ende des Traumes
Hier ein Einblick in das Buch, wobei auf den Hauptstrang der Handlung nicht eingegangen wird, nämlich dass zwei junge Menschen, Anton und Susanne, aus dem Jahr 1943 plötzlich ins Jahr 2023 versetzt sind, und sich dadurch natürlich viele Probleme ergeben.

Kursives sind Erklärungen, die nicht im Buch stehen, alles andere ist (oft gekürzt) dem Buch entnommen.

Nun also einige Kostproben.

Anton, der noch gar nicht weiß dass er im Jahr 2023 ist fährt ganz am Anfang mit seinem Fahrrad nach Ebensee. Er hat Probleme, weil die Reifen keine Luft haben und der Klebstoff zum Flicken kaum mehr funktioniert. Auf der Fahrt warten weitere Überraschungen.

Als er den See erreicht, traut er seinen Augen kaum: Auf dem Strand liegen einige Menschen in der Sonne. Die Mädchen sind bis auf ein kleines Höschen und ein Oberteil nackt. Er wagt kaum hinzublicken. Dann kommt er an einem Parkplatz vorbei, wo unglaublich viele fremd aussehende Autos stehen. Eine Familie steigt gerade aus. Alle tragen Brillen und schauen ihn seltsam an, obwohl er sich doch so unauffällig wie möglich angezogen hat. Der Bub zeigt auf Antons Fahrrad und fragt seinen Vater: „Was ist denn das für ein Rad?“ Sein Vater blickt, so kommt es Anton vor, starr auf das Rad Antons, dann sagt er, so als würde er vorlesen „Ein Steyr Waffenrad, Baujahr 1938, sollte eigentlich in einem Museum stehen.“

Er fährt weiter Richtung Ebensee und Talstation Feuerkogelseilbahn

Anton wundert sich über die verrückten Radfahrer: Er selbst fährt aufrecht und bequem sitzend auf seinem soliden Rad, die Haare wehen im Wind, aber die anderen Fahrer haben trotz der Hitze Helme auf, tragen eng anliegende, die Körperkonturen Anzüge aus eigentümlichem Material, ihre Räder schauen zart und gebrechlich aus und alle strampeln über seltsam gekrümmte Lenkstangen vornüber gebeugt die Straße hinauf. Weiter unten bei der nun riesigen Talstation der Feuerkogelbahn stehen unzählige Autos und eine Gruppe von Menschen in der Kassenhalle. Als Anton vorsichtig in die Halle hineingeht wird ihm schwindlig: Wo ist er gelandet? Da stehen drei schwarzhäutige Männer in der Schlange und eine ebenso schwarze Frau mit kleinen Zöpfchen. Auch Familien mit Schlitzaugen und gelblicher Hautfarbe stehen an der Kasse. Im Stimmengewirr merkt er, dass viele nicht Deutsch, sondern andere Sprachen verwenden, die er zum Teil gar nicht erkennt. Wieso gibt es hier auf einmal so viele fremde Menschen?
Im Fahrradgeschäft:
Eine Freundin übernimmt das Gespräch: „Wir wollen ein ganz normales Fahrrad.“ Anton wählt eines aus. „Gibt es noch Fragen?“, sagt der Verkäufer. „Gibt es eine Reparaturtasche mit Schlauchflickzeug?“, sagt Anton, der sich erinnert, wie schlecht das alte Flickzeug nur mehr zu benutzen war. Der Verkäufer schaut verblüfft und die Freundin rettet die Situation: „Ha, ha, sehr witzig, Anton“, kommentiert sie und schaut Anton ins Gesicht. Der versteht, dass er was Unsinniges gefragt hat, ohne zu wissen, was an seiner Frage so unsinnig war. Anton schaut sich das Rad an. Es hat keinen Dynamo und keine Klingel, aber am Lenker sind einige sonderbaren Knöpfe und Schieber. Er will sich keine Blöße mehr geben und den Kauf mit einem Witz abschließen. „Ja, schaut gut aus und scheint alles zu haben, was man sich wünscht. Nur: Wo ist der Motor?“ „Die Frage wird oft gestellt“, lächelt der Verkäufer, „denn nicht nur ist der Motor so klein, dass er in die hintere Radnabe passt, sondern diese neuen Modelle haben eine geniale Lösung für die Akkus gefunden. Sehen Sie, hier sind die Klappen im Fahrzeugrahmen“, er öffnet eine, „und die Zylinder da drinnen sind die Akkus, die so geschaltet sind, dass immer nur einer benutzt wird, bis er leer ist. Hier ist Anzeige, wie viele noch voll sind. Man kann sie über eine normale Steckdose aufladen oder an jeder Tankstelle leere Akkus gegen volle austauschen.“

Anton geht einkaufen

Er findet nirgends Milch. Er ist ratlos, doch dann wird ihm die Verpackungswut bewusst, die er überall sieht. Man kauft ja nicht ein halbes Kilo Butter, die von einem großen Butterblock abgeschnitten wird, sondern abgepackte Butter. Wurst, Käse, Schinken, alles ist in durchsichtigen Folien aus einem Material, das er nicht kennt verpackt, Marmelade gibt es zwar in Gläsern, aber auch in kleinsten Portionen, wo doch die Verpackung mehr kosten muss, als der Inhalt, usw. Wird am Ende Milch auch verpackt? Er sucht dort, wo Flaschen stehen nach solchen mit Milch, aber ohne Ergebnis, wenn man von milchähnlichen Produkten wie einer „Maresi“ absieht. Schließlich wagt er doch die Frage: „Entschuldigung, wo ist hier die Milch?“ Die Antwort ist ein Finger, der auf eine Anzahl von Kartons zeigt. Tatsächlich, hier ist Milch in Kartons verpackt, die nicht durch die Nässe zerstört werden! Wie schon bei Produkten vorher wird die Auswahl ein Problem: Will er Haltbarmilch, voll- oder halbfett? Sojamilch? Laktosefreie Milch?

Und nun einige Bespiele für Probleme und neue Technologien

Die Zeitreisenden diskutieren oft die Verringerung gewisser kognitiven Fähigkeiten durch Internet und Computer. Viele Menschen können nicht mehr gut rechnen. Na ja, addieren geht noch. Aber eine fünfstellige Zahl durch eine dreistellige zu dividieren schaffen sie nicht. Orientierung ist durch GPS ersetzt. Die Handschrift scheint ausgestorben zu sein. Auf einer Tastatur tippen beherrschen noch die meisten, aber die Rechtschreibung nicht: Wozu auch, die Rechtschreibkorrekturprogramme können das besser. Und muss man wirklich tippen? Genügt nicht die Spracheingabe, die automatisch in Text umgewandelt wird? Lesen? Wozu? Anleitungen sind durch Diagramme (IKEA!) oder YouTube-Clips usw. viel leichter zu verstehen. Sich an etwas erinnern? Wozu: man speichert es am Smartphone oder schaut im WWW nach, usw. Es steht fest: Viele kognitive Fähigkeiten werden schwächer. Allerdings, hat Technologie nicht immer zur Verringerung gewisser Fähigkeiten geführt und ist das schlimm, wenn dieser Verlust gerade durch Technologie überkompensiert wird? Früher konnten z.B. viel mehr Menschen große Lasten schnell tragen. Die meisten Menschen sind heute körperlich weniger fit, aber indem sie große Lasten in den Kofferraum eines Autos legen, können sie mehr und schneller etwas transportieren als früher. Also: Wenn Schwächen überko0mpensiert werden, warum nicht?

Anton argumentiert sehr überzeugend für ein neue Art von Kraftwerk, Susanne fällt auf, dass Blumenwiesen weitgehend verschwunden sind, Wien erinnert sie an ein kitschiges Freilichtmuseum mit überall Mozartmusik, usw. Anton über nimmt die Reparaturwerkstätte eines weitschichtigen Verwandten in Bad Mitterndorf.

Anton will mit modernen Geräten die Werkstatt aufwerten. Eines seiner Ziele ist es, mehr Nachhaltigkeit zu schaffen, also z. B. weniger wegwerfen und mehr reparieren. Aber es geht nicht nur um „reparieren“. Er will z.B. den Verkauf von Batterien unabhängigen Geräten fördern. Denn warum sollen so viele Geräte eine Batterie benötigen und die Messergebnisse oft digital anzeigen, statt mit einem Zeiger analog: das ist wohl nur kommerziell motiviert. Uhren sollte man aufziehen können (oder sie ziehen sich selbst auf), Thermometer, Fieberthermometer, Barometer usw. warum benötigen die alle eine Batterie?

Er wird eine Fabrik für spezielle wettersichere elektrische Minifahrzeuge einrichten, er will über Kooperationen mit Universitätsinstituten neue Methoden zur Energieerzeugung entwickeln, z. B. Thermovoltaik statt Fotovoltaik, Anwendungen von Graphen- bekanntlich ein zweidimensional kristallisierter Kohlenstoff mit vielen interessanten Anwendungsmöglichkeiten, usw.

Einige Zeit später gelingt die Erzeugung erster Prototypen von Graphemfiltern

Die wichtigste Anwendung ist wohl die Entsalzung von Ozeanwasser. Heute ist das sehr energieaufwendig. Mit Graphenfiltern kann man theoretisch mit wenig Energie entsalzen und die Filter oftmals verwenden. Sprich: Man kann z. B. in Namibia aus einem Stück wertloser Wüste mit Graphenfiltern mit entsalztem Meerwasser große Flächen bewässern und wirtschaftlich nutzbar machen.

Anton und Freunde gründen einen Vernünftig leben Verein. Einige der Ideen dabei sind:

Technologie vernünftig einzusetzen, auch um beim Ausfall der Energienetze was Strom, Wasser und Nahrungsmittel anbelangt man aus lokaler Erzeugung vernünftig überleben kann. „Natürlich wollen wir europaweite Energieversorgungsnetze. Aber der Zusammenbruche eines Teils darf nicht das gesamte Netz betreffen, sondern lokale Notstromnetze müssen dann einspringen, um das Notwendigste, ein bisschen Licht, ein bisschen Strom zum Kochen, ein bisschen Kommunikation zu erhalten.“ Insbesondere soll die Versorgung der Menschen mit allen Produkten regionaler, saisonaler werden und eben auch im Notfall noch gesichert sein. „Ich glaube, die Saisonalität und Regionalität hat nicht nur insgesamt Vorteile, sie ist auch sonst schön. Freuen wir uns nicht alle auf die Spargelsaison, die Wildsaison? Ich möchte mich wieder auch auf die Kirschen, die Erdbeeren, die Tomaten usw. so freuen, wie es früher war, statt dass wir das ganze Jahr nur einen fast geschmacklosen Abklatsch von Obst oder Gemüse kaufen können, das während de wochenlangen Transports nachgereift wurde. Die „Unterbrechungstechnologien“ (dauernde SMS, Anrufe, Emails, Social Networks, etc.) müssen zurückgedrängt werden.
Andere Ideen, wie wetterunabhängiger Fremdenverkehr, eine neue Art der Landwirtschaft, die Verwertung vom „bösen“ CO2 für viele nützliche Zwecke und das wirklich wichtige Thema Thermovoltaik werden auch behandelt.. Aber einen Vorgeschmack sollen noch das Grundkonzept für neue Eisenbahnen und ein paar Sätze aus dem Nachwort geben.

Alle Strecken werden zweispurig auf Hochgeschwindigkeit ausgebaut. Das wirklich Sensationelle ist die Idee der Umsteigwagen: Der Zug fährt mit 200 km/h Geschwindigkeit ohne Stopp, aber die letzten Wagen sind spezielle Waggons, die bei allen wichtigen Stationen bei Bedarf abgekuppelt werden und über eine eigene Gleisanlage zum eigentlichen Bahnhof rollen. Umgekehrt fahren die Umsteigwagen in den Stationen rechtzeitig los und beschleunigen, sodass sie sich an einen dahinflitzenden Fernzug anhängen können. Gleichgültig, wie viele Stationen, die Fahrzeit wird dadurch nicht verlängert.

Zum Abschluss noch ein kleiner Teil des Nachwortes, das die Situation 27 Jahre (2053) später beleuchtet

Der Prozess der Stromerzeugung durch Thermovoltaik mit Hilfe der Wärme, die aus Tiefbohrungen gewonnen wurde entwickelte sich langsam. Es erwies sich, dass überall, wo man in mäßiger Tiefe auf heißes Wasser stieß das Verfahren sehr gute und auch kostengünstige Resultate lieferte, wobei es gleichgültig war, ob das unterirdische Wasser in größeren Ansammlungen („Wasserseen“) oder zwischen Steinen, in Ritzen zwischen diesen oder in deren Poren vorkam. In beiden Fällen strömte genügend Wärme nach, um ein hohes Wärmeniveau zu garantieren. Stieß man bei den Bohrungen aber auf porösen und „trockenen“ Stein, dann war der Wärmeaustausch in der Tiefe nicht ausreichend. Damit konnten also an manchen Stellen große Mengen von Elektrizität kostengünstig und umweltfreundlich erzeugt werden, aber eben nur in geologisch geeigneten Gegenden. Aber im Jahr 2053 gelingt der Durchbruch bei der Thermovoltaik: man zirkuliert in den Bohrlöchern nicht mehr eine Flüssigkeit, sondern eine leichflüssige Masse, die aus Billionen von Nanobots besteht: diese sind so programmiert, dass sie in Gesteinsritzen und Poren eindringen mit dem Ziel, mindest 300 Grad heiß zu werden. Dann sendet sie die Programmierung über die Bohrlöcher an die Erdoberfläche. Ihre Wärme wird dort in elektrischen Strom umgesetzt, dann werden sie wieder nach unten geschickt.

Das wars! Mehr in einer Lesung, und noch viel mehr im Buch!