teilweise unterhalb von bewohnten Häusern, und ihre Öffnung ist vielfach vom guten Willen dritter Personen und vom Zufall abhängig. Augenblicklich werden die Ausgrabungen auf dem Dürrnberg, die vom Salzburger Landesmuseum Carolino-Augusteum, dem Keltenmuseum Hallein und dem Bun-desdenkmalamt durchgeführt werden, mit besonderer Eile betrieben, weil mitten durch den Grabungsbezirk eine Autostraße gelegt wird - und vor den Ansprüchen des Tourismus und des Fremdenverkehrs muß die Archäologie allemal zurücktreten.
Trotz dieser äußeren Schwierigkeiten sind die Grabungsergebnisse äußerst erfreulich. Die Funde sind zahlreich und von hohem künstlerischem Wert. Nach ihnen zu schließen, lag die Blütezeit des Dürrnbergs zwischen 450 und 300 v. Chr. Aus dieser Zeit stammt auch das Prachtstück der Funde, die sogenannte Schnabelkanne vom Dürrnberg (s. Abb. auf S. 47). Ebenso wie Hallstatt war auch der Dürrnberg ein internationales Industrie-und Handelszentrum mit Beziehungen weit nach Süden und nach Norden -zum etruskischen und sogar zum griechischen Kulturkreis wie auch zu den Bernsteinländern an der Ostsee. Der Salzbergbau auf dem Dürrnberg ist in seinen ersten Phasen bis ins 8. Jahrhundert v. Chr. zurückzuverfolgen, also in die frühe Hallstattzeit, als Hallstatt den internationalen Salzmarkt - denn von einem solchen muß man sprechen - beherrschte. Wahrscheinlich ist das Bergwerk auf dem Dürrnberg auch von Hallstatt aus gegründet bzw. von dort mit Facharbeitern beschickt worden - denn die Anlegung eines Bergwerkes bedeutete für die damalige Zeit eine technologische Großtat, die viel Know-how erforderte.
Ab dem 4. Jahrhundert wurde die Hallstattkultur von der La-Tène-Kultur abgelöst, die in der jüngeren Eisenzeit in unseren Breiten bis zur Ankunft der Römer (15 n. Chr.) Bestand hatte. Träger der La-Tène-Kultur waren die Kelten, die sich ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. über West- und Mitteleuropa ausbreiteten. Das Nebeneinander von Elementen der Hallstatt- und La-Tène-Kultur in den Gräbern auf dem Dürrnberg läßt darauf schließen, daß die Salzleute gegenüber den keltischen Kultureinflüssen vom Westen her aufgeschlossen waren, daneben aber weiterhin an ihren bodenständigen Formen festhielten. „Die wirtschaftliche Anziehungskraft der Salzbergbauzentren", schreibt Ludwig Pauli, „hat sicherlich Künstler aus dem Westen angelockt und rasch eine recht eigenständige Weiterentwicklung ermöglicht."
Die Kelten waren die großen Meister der Salztechnologie des Altertums. Alle auf das Salz bezüglichen Begriffe im deutschen Sprachraum haben entweder die germanische Wurzel salz- oder das keltische hal- zum Ursprung (Hall, Hallein, Halle; Halloren, Hallinger). Wie schon in anderem Zusammenhang erwähnt, waren in vorgeschichtlicher Zeit die Salzvorkommen sehr rar. Die Kelten stellten die Salzversorgung Binneneuropas auf eine breitere Basis,
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