Weißes Gold, Seite 122 - Austria-Forum : Web Books : Geschichtliches
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gen Anwendungen, aus Kochsalz hergestellt. Gegen Ende des Jahrhunderts siedelte sich ein Betrieb der Solvay-Werke, dem größten Sodaproduzent der Welt, in Ebensee an und wurden Hauptabnehmer für die Sole. Das Ende der Donaumonarchie war für die österreichischen Salinen ein schwerer Schlag. Aus einem großen Wirtschaftsraum mit seinen gesicherten Absatzmärkten waren sie plötzlich in einen Kleinstaat verbannt, der um sein wirtschaftliches Überleben zu kämpfen hatte. Besonders die Salinen Hallein und Hall i. T. erlitten durch den Verlust ihrer natürlichen Absatzgebiete (Böhmen bzw. Südtirol) große Umsatzeinbußen. In Hallein konnten diese durch Belieferung der 1926 eröffneten Chlor-Elektrolysewerke der Firma Solvay wieder aufgefangen werden, während für die Saline Hall i. T. keine neuen Absatzmöglichkeiten erschlossen werden konnten (was letztlich, zusammen mit der niederen Ausbeute des dortigen Haselgebirges, zur Schließung der Saline im Jahre 1967 führte).
Kaum waren die Jahre der Weltwirtschaftskrise überwunden, als der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich die alpenländischen Salinen in ihrer Existenz bedrohte. In Deutschland gab es im Gegensatz zu Österreich kein Salzmonopol, und mit den gewaltigen Steinsalzbergwerken im mittel-und niederdeutschen Raum konnte man nicht konkurrieren. Nur mit Mühe konnte damals die Schließung von österreichischen Salinen verhindert werden.
Im Nachkriegsösterreich gelang es den Salinen, zunächst Erträge und Gewinne zu erwirtschaften, doch zeigte es sich, daß die historisch gewachsenen Produktionsstätten den Anforderungen der modernen Wirtschaft nicht mehr gewachsen waren. Aus diesem Grund mußten 1965 bis 1967 die Pfannensalinen von Hallstatt und Bad Ischl sowie der Salzbergbau und die Sudhütte von Hall i. T. stillgelegt werden. Trotz dieser Rationalisierungsmaßnahmen wurde es immer schwerer, gewinnbringend zu arbeiten. Auch erwies es sich, daß, trotz vorbildlichen Einsatzes aller Beteiligten, im modernen Wirtschaftsleben eine staatliche Stelle - und die Salinendirektion gehörte nicht etwa, wie die VOEST, zur verstaatlichten Industrie, sondern war eine Abteilung des Finanzministeriums - schon von ihrer Struktur her ein Handikap mit sich bringt. Man ging daran, ein neues Unternehmenskonzept auszuarbeiten. An die Stelle einer kontrollierenden Verwaltung sollte eine entscheidungsorientierte Betriebsführung treten. 1979 war es soweit: Die Österreichischen Salinen wurden in eine Aktiengesellschaft umgewandelt (deren Aktien zu 100% in Händen des Bundes liegen).
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