Wien und Niederösterreich (2), Band 4, Seite 149 - Austria-Forum : Web Books : Kronprinzenwerk

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Wien und Niederösterreich (2), Band 4

Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Wien und Niederösterreich 2. Abteilung#

Band 4#

Kronprinzenwerk
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
1888
137 gegenüber den unteren Theil der gewaltigen Säulenreihe des Forums, die porta cleeumana an der Rückseite des Lagers und zahlreiche Bäder außerhalb desselben an den Tag gebracht. Nach Vindvbona rief der Kaiser eben damals aus?oetovio (Pettau) die Isxio XUI. Aeinina; dieser fiel die Aufgabe zu, das ältere Lager für die neue zahlreichere Besatzung zu erweitern, indem die Rückseite bis zum Graben, die Westseite in die Linie des „Stoß im Himmel" hinausgerückt wurde, so daß der Lagerraum nun ein Viereck von etwa 280 zu 42t) Meter umfaßte. Auch der noch freie Raum des Plateaus bis zum Steilraude gegeu den Ottakriuger Bach (Tiefer Graben) wurde in die Befestigung einbezogen und anf demselben der Troß (Marketender, Händler, Gewerbsleute), welcher einer Legion zu folgen pflegte, angesiedelt. Die wichtigsten Gebäude des Lagers < praetorium, Parum und (Zuasstorium) standen auf deni Hohen Markte uud in seiner Umgebung, man hat dort die meisten Ziegel mit dem Stempel der Legion, Substructionen aus gewaltigen Steinblöcken, wohl vom Forum, Hypokausten, Kanüle n. f. w. aufgefunden; auch eine Wasserleitung, welche aus den südlichen Gegenden frisches Trinkwasser über Liesing und Atzgersdorf zuführte, fehlte nicht. Zwischen beiden Standlagern wurden die Mündungen der Schwechat und Fischa durch kleinere Castelle gesichert, nova und ^equinoetiurn; der Name des letzteren bezieht sich auf die Mitte der Entfernung zwischen Vindvbona und Carnuntnm. Auf der Donau standen die Castelle unter einander und mit den Hauptpunkten in Verbindung durch die Stromflottille, deren Station in Carnuntnm war und erst im IV. Jahrhundert vorübergehend nach Vindvbona verlegt wurde; auf dem festen Lande aber waren sie durch den Heerweg an der Reichsgrenze (limes), das ist am Donau-Ufer verbunden. Dieser Straße gehören die Meilensteine von Fischamend und Schwechat an, welche die Distanz von Carnuntnm aus angeben, während andere (St. Marx, Kloster- neuburg) von Vindvbona aus zählen. Ein anderer Heerweg vermittelte den Zuzug aus Italien und den Rückzug dahin; er fiel für beide Legionslager mit der Bernsteinstraße zusammen und theilte sich erst in Learabantia (Ödenbnrg), der eine Zweig lief gerade nördlich nach Carnuntum, der andere nordwestlich über Eisenstadt, Groß-Höflein (Nutenum) und Ebreichsdvrs nach Meidling, Gumpendorf und Wien; die Meilensteine, welche man bei Jnzersdorf uud Vösendors ausgegraben hat, zählen gleichfalls von Vindvbona aus. Ein Nebenstrang dieser Straße endlich hatte den Zweck, die Thermen von Aquae (Baden), die schon von der XIII. Legion benutzt wurden, einznbeziehen; er zweigte in Ebreichsdorf ab, lies von hier nach Baden und weiter längs des Gebirges über Mödling nach Meidling, wo er sich mit dem Hauptstrange wieder vereinigte. Das Land ober dem Wienerwalde hatte für die militärische Defensive nicht mehr als eine secnndäre Bedeutung. Unwegsame Gebirge treten zumeist an beiden Ufern hart

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