Steiermark, Band 7, Seite 403 - Austria-Forum : Web Books : Kronprinzenwerk

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Steiermark, Band 7

Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Steiermark#

Band 7#

Kronprinzenwerk
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
1890
389 genannt. Der Zeitpunkt des Überganges vom Feuerbetrieb zu jenem in Stncköfen mit getrenntem Hammerbetriebe läßt sich nicht genau bestimmen. Aus Urkunden ist nachweisbar, daß im Jahre 1250 in St. Gallen, Laussach ?c. schou Hammerwerke bestanden haben. Da aber im Jahre 1074 unter den Bewohnern von Gallenstein bereits Eisenarbeiter genannt werdeu, so dürften auch schon zu jener Zeit daselbst Hammerwerke vorhanden gewesen sein. Daß die Verhältnisse auf der Vordernberger Seite ähnliche waren, kann daraus ersehen werden, daß der Markgraf Ottokar VII. den Karthäuseru zu Seitz im Jahre 1164 jährlich zwanzig Maßen Eisen aus den Frohngesällen in Leoben zu erheben gewährte. Der Übergang wurde daher vielleicht schou im X. Jahrhundert augebahnt, war im XII. Jahrhundert aber jedenfalls bereits vollzogen. Der Einfluß, deu diese Umwandlung des Betriebes auf die Entwicklung des ganzen Landes ausübte, war ein sehr bedeutender; die Eisenerzeugung wurde gesteigert, die einsamsten Thäler belebten sich allmälig, indem Hammerwerke entstanden, die Wälder konnten ausgenützt werden, Handel wie Verkehr entwickelten sich im Lande. Von diesem Zeitpunkte angefangen findet man auf beiden Seiten des Erzberges eine größere Anzahl von Öfen, deren Besitzer Radgewerken hießen, weil dieselben Wasserräder für ihren Betrieb benöthigten. Das in Eisenerz erzeugte Eisen wurde schon damals Jnnerberger Ranheisen, hingegen jenes von Vordernberg das Ranheisen von Trosaiach oder Leoben genannt, weil vermuthlich die Besitzer iu Trosaiach, die Verleger und Verschleißer in Leoben wohnten. Auf die Gestaltung der Eisenindustrie übten die Handelsverhältnisse einen wesent- lichen Einfluß aus. Der Zwischenhandel mit den Halbfabrikaten des Eisens, der Verkauf der fertigen Waaren, der Ankans der erforderlichen Lebensmittel waren die Veranlassung, daß sich iu Stadt Steyr ein Haudelsstaud heranbildete, welcher in schlechten Zeiten den Rad- und Hammergewerkeu von Eisenerz auf ihre Waaren Geld vorstreckte und unter dem Namen Verleger eine große Nolle im Eisenhandel spielte. Mit der Größe der gewährten Vvrschüsse nahm die Abhängigkeit der Gewerken von den Verlegern zu uud wurde für die ersteren allmälig sehr drückend. Die Forderungen der im Jahre 1583 zu einer Eisen- Handlnngs-Compagnie vereinigten Verleger stiegen allmälig so hoch, daß sie die Hälfte des Besitzes der Gewerken überstiegen. Die Gewerken von Eisenerz standen damals unter dem Kammergrafenamte und wurden in den Jahren 1634 nnd 1783 zur Ordnuug dieser Verhältnisse mancherlei Änderungen vorgenommen. Im Jahre 1799 ging der gauze Besitz iu die Hände der „Kanal- uud Bergbau-Gesellschaft" und im Jahre 1801 in die des Aller- höchsten Familiensondes über. Im Jahre 1807 übernahm das Montan-Ärar den Besitz mit Ausnahme einiger kleiner Antheile, welche noch in Privathänden blieben. Etwas anders gestalteten sich die Verhältnisse in Vordernberg. Als Handelsemporieu für Vordernberg waren anfänglich Judenburg und Leoben anzusehen, welch letzteres
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