Ungarn (5), Band 21, Seite 442 - Austria-Forum : Web Books : Kronprinzenwerk

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Ungarn (5), Band 21

Die Österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild, Ungarn - Band 5#

Band 21#

Kronprinzenwerk
k.k. Hof- und Staatsdruckerei, Alfred von Hölder
1900
42k großen Mengen mich nach anderen Theilen des Landes, sowie nach Galizien versendet. Machen wir nun einen Rundgang durch die bedeutenderen Ortschaften des Comitats, und zwar von Muukäcs und Umgebung aus über die Berhoviua bis uach Beregßäß uud seiner Umgegend. Ungefähr in der Mitte des Comitats, in der breiten Mnndnng des Latorcza- Thales, liegt am Fuße eines schönen Gebirges Muukäcs, die größte und volkreichste Stadt des Bereger Comitats, mit etwa 12.000 Einwohnern von verschiedener Religion, unter denen die Juden die zahlreichsten sind. Über den Ursprung der Stadt fehlt es an sicheren Daten. Sie wird schon in einem Donationsbriefe von 1263 nnter dem Namen Villu supru klnnkaed erwähnt. König Ludwig I. machte 1352 den aus Litauen vertriebenen und nach Ungarn geflüchteten Theodor Koriatovics znm Herzog von Mnnkaes und verlieh ihm die große Muukäcser Herrschaft. Der Herzog befestigte die noch jetzt bestehende Mnnkäeser Burg, auf einem alleinstehenden, schön geformten Bergkegel des linken Latoreza- ufers. Nach seinem Tode fiel Mnnkaes an den königlichen Fiscns zurück. König Sigismnnd schenkte es 1427 dem serbischen Despoten Georg Brankovies. Dann erwarb es Johann Huuyady und erhob es 1445 zur Freistadt; auch bestätigte erden Mnnkäcseru neuerdings den Besitz der Waldungen. Diese Vorrechte und Begünstigungen wnrden später auch durch Elisabeth Szilägyi, König Matthias und Johannes Corvinns bestätigt. Im XVII. Jahr- hundert, unter Georg Näköczi I. und besonders seiner Gemahlin, der berühmten Susanne Loräutffy, erfreute sich die Bevölkerung eines bedeutenden Wohlstandes, bis im Jahre 1657 die Polen einbrachen und Muukäcs nebst Umgebungen plünderte» und verheerten. Unter Sophie Bäthory, Helene Zrinyi und deren zweitem Gemahl, Emerich Tököly, war Muukäcs durch ununterbrochene Feldzüge und Belagernngen arg bedrängt, desgleichen gegen Ende des im Jahre 1703 begonnenen Krieges, als die bis 1711 in der Gewalt Franz Näköczi II. und seiner Scharen befindliche Festnng von den kaiserlichen Truppen hart belagert wurde. In diesen Stürmen kam die Hälfte der Einwohner um oder wanderte aus, uud viele Gebäude der Stadt nebst der alten Kirche sielen in Trümmer. Als aber die Wiener Negierung nach der Flucht Räköczis in die Fremde dessen Besitzungen einzog, gelangte auch die Stadt Muukäcs unter die Administration der Zipser Kammer. Schließlich wurde sie, 1726, mit Ausnahme der Festung der gräflichen Familie Schöu- born verliehen, uud während der nun folgenden friedlicheren Zeiten hob sich der Wohl- stand der Bürgerschaft wieder, auch trachtete der neue Douatar durch Hereinberufung von Handwerkern und Banern aus den Rheinlanden ihre Zahl zu vermehren. Die Lage der Stadt ist schön, die Häuser sind einfach und meist ebenerdig, stockhohe Häuser gibt es nur in der Hauptgasse und deren Nachbarschaft. Von Kirchen gibt es eine
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