Deutschland 3 westlichen Zonen 1949 zur Bundesrepublik Deutschland zusammengeschlossen haben (Hauptstadt ist Bonn), während sich die sowjetische Zone als Deutsche Demokratische Republik bezeichnet. Die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie sowie die Stadt Stettin stehen unter sowjetischer bzw. polnischer Verwaltung. Die Deutschen wurden ausgesiedelt. Die Stadt Berlin ist ebenfalls in 4 Besatzungszonen (Sektoren) aufgeteilt, die 3 Westsektoren sind derzeit verwaltungsmäßig selbständig und wollen als 12. Land der Bundesrepublik D. angeschlossen werden. Das Saargebiet wurde wirtschaftlich an Frankreich angegliedert und hat eine eigene Regierung. -»Karten: Deutschland. Bevölkerung: D. ist dicht bevölkert; 18$ Menschen pro km®. 10,1 Mill. Heimatvertriebene aus den Ostgebieten und dem Ausland mußten zusätzlich aufgenommen werden. Das deutsche Volk besteht aus mehreren german. Stämmen: Bayern, Alemannen (Schwaben), Franken, Sachsen, Thüringern und Friesen. Der Religion nach sind zwei Drittel der Bevölkerung protestantisch, ein Drittel ist katholisch. Geschichte: Das Gebiet des heutigen Mittelturopa war schon zu Beginn unserer Zeitrechnung größtenteils von verschiedenen kleinen, westgerm. Völkerschaften besiedelt, die sich dann zu den Stäm-nen der Völkerwanderungszeit zusammenschlössen. Im 6.—8. Jh. n. Chr. wurden sie von den Franken staatlich zusammengefaßt und christianisiert. Nach der Teilung des -»Fränkischen Reiches unter den Nachfolgern Karls des Großen (843) bildete sich aus den Stammesherzogtümern Franken, Schwaben, Bayern, Sachsen und Lothringen das sog. Ostfränkischc Reich, der Vorläufer des späteren Deutschen Reiches. 919 wurde der Sachsenherzog Heinrich der Vogler als -»Fleinrich I. zum deutschen König gewählt. Sein Nachfolger -»Otto I. besiegte die Magyaren in der Schlacht auf dem Lechfcld bei Augsburg (955) und wurde 962 vom Papst zum Kaiser gekrönt. Friedrich II. versuchte D. von Sizilien aus zu regieren. D. war das ganze Mittelalter hindurch die bedeutendste polit. Macht des Abendlandes. Im 11. Jh. kam es zwischen den Kaisern und Päpsten zu Auseinandersetzungen über die Einsetzung der Bischöfe usw. (-»Investiturstreit), worunter die Einheit des Reiches sehr litt. Unter den Frankenkaisern, die auf die sächs. Kaiser folgten, erreichte der Investiturstreit seinen Höhepunkt (Heinrich IV., Gang nach -»Canossa). Von 1:38—1254 regierte das Geschlecht der -»Hohenstaufen. Der bedeutendste Staufenkaiser war -»Friedrich I., der den Beinamen Rotbart oder Barbarossa führte. Unter den Staufern wurden auch Mecklenburg, Brandenburg, Pommern und Schlesien dem Reich angeschlossen und kolonisiert. Nach dem Aussterben der Staufer folgte eine rechtlose Zeit, in der die Fürsten 93