Heiße Luft, Band -, Seite 32 - Austria-Forum : Web Books : Sachbuch
Dies ist die Text-Repräsentation dieses Buches. Für die Vollversion
des Web Books Viewers benötigen Sie das Flash-Plugin für ihren
Browser. Für Geräte ohne Flash-Unterstützung (z.B. Ipad) ist eine eigene Version in Arbeit.
ge im Gasgemisch Luft schweben, wenn die Umgebungsbedingungen dazu günstig sind. Größere Teilchen hingegen, wie etwa Regentropfen, kehren meist schon relativ nahe ihrer Quelle wieder zur Erde zurück. Wenn der Nachschub von unten, etwa durch Vulkanausbrüche oder durch Fabriken stark genug ist, können Sulfattröpfchen, Rußpartikel und andere, meist unangenehme Beimengungen zu so etwas wie einem Dauerbestandteil der Luft werden. Warum in diesem Buch von den Aerosolen die Rede ist, liegt daran, daß vieles dafür spricht, daß sie auch klimawirksam sind - und zwar in der Summe eher abkühlend als erwärmend.
2.2 Wer liefert die Energie?
Doch zurück von diesem ersten Kurzausflug in die Welt der Treibhausgase und Aerosole zu den grundlegenden Mechanismen, die das Klima der Erde gestalten. Den energetischen Antrieb aller Vorgänge in der Erdatmosphäre liefert so gut wie ausschließlich die Sonne. Als sehr heißer Körper sendet sie Energie in Form von elektromagnetischer Strahlung vor allem im sichtbaren Bereich des Lichtes aus. Mit zunehmendem Abstand vom Zentralgestirn nimmt aus geometrischen Gründen die Strahlungsleistung mit dem Quadrat der Entfernung ab, in der Entfernung der Erde beträgt sie noch 1,37 kW/m2 (Kilowatt pro Quadratmeter). Das bedeutet, daß an der Obergrenze der Erdatmosphäre auf eine senkrecht zur Sonnenstrahlung ausgerichtete Fläche von einem m2 etwa die Heizleistung eines Badezimmer-Heizstrahlers auftrifft.
Interessant ist die Wissenschaftsgeschichte dieser „Solarkonstante". Noch bis in die 1960er- und 1970er-Jahre wurde sie im Studium der Physik und Meteorologie und in den Lehrbüchern wirklich als Konstante vermittelt. Kurzfristige Schwankungen und auch längerfristige Fluktuationen und Trends wurden als unbedeutend für das Erdklima eingestuft. Erst die intensivere Beschäftigung mit der Variabilität des Klimas und deren mögliche Ursachen ließ die Bedeutung von internen Rückkopplungsprozessen erkennen, durch die sich auch anfänglich kleine Effekte zu bedeutenden aufschaukeln können - wir werden gleich einen dieser Prozesse kennenlernen, der auf der unterschiedlichen Strahlungsreflexion von schneebedeckten gegenüber schneefreien Oberflächen beruht.
32
