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Universität für Bodenkultur Wien#

Alma Mater Viridis


BOKU 1896
BOKU 1896
aus: Wikicommons

Geschichte#

Die Universität für Bodenkultur wurde 1872 als Hochschule mit Rektoratsverfassung gegründet, zunächst nur mit einer landwirtschaftlichen Sektion, ab 1875 auch mit einer forstwirtschaftlichen Sektion, nachdem die Forstakademie in Mariabrunn (gegründet 1805, 1813-67 höhere Forstlehranstalt, dann Akademie) aufgelassen worden war. 1883 wurde ein 3-jähriger Kurs zur Heranbildung von Kulturtechnikern als 3. Studienmöglichkeit, 1945 als weiteres Fach Gärungstechnik eingeführt, das die Zielsetzungen der früheren "Wiener Akademie für Brau-Industrie" (erste Braufachhochschule der Welt, 1895-1922) übernahm. 1969 wurden folgende Studienrichtungen festgelegt: Landwirtschaft, Forst- und Holzwirtschaft, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Lebensmittel- und Gärungstechnologie (1984 Umbenennung in Lebensmittel- und Biotechnologie), weiters 1991 Landschaftsplanung und -pflege.

Die Hochschule wird 1975 "Universität für Bodenkultur Wien", ohne Fakultäten, aber gegliedert in Fachgruppen nach den Studienrichtungen.

Die Dauer der Ausbildung betrug ursprünglich 6, ab 1905 8 und seit 1969 mindestens 10 Semester.

Der Abschluss erfolgt durch Staatsprüfungen mit der Standesbezeichnung "Ingenieur" (ab 1917, seit 1945 Dipl.-Ing.) bzw. durch Promotion (seit 1906). 1995 gab es mehr als 30 Institute und mehr als 8.000 Studenten. 2012 gibt es rund 10.500 Studierende und über 60 Institute.

Seit 1896 ist die Universität für Bodenkultur in Wien 18 untergebracht, ein Institutsgebäude befindet sich in Wien 19, eine Versuchswirtschaft in Großenzersdorf, ein Forschungsinstitut für Agrarbiotechnologie (1994 eröffnet) in Tulln.

Leitbild#

Die Universität für Bodenkultur Wien versteht sich als Lehr- und Forschungsstätte für erneuerbare Ressourcen, die eine Voraussetzung für das menschliche Leben sind. Aufgabe der BOKU ist es, durch die Vielfalt ihrer Fachgebiete zur Sicherung dieser Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen entscheidend beizutragen. Durch die Verbindung von Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaftswissenschaften versucht sie, das Wissen um die ökologisch und ökonomisch nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen in einer harmonischen Kulturlandschaft zu mehren.

Wichtige Merkmale der Forschung an der BOKU sind das vorausschauende Erfassen von Problemen sowie die Bemühung um Praxisrelevanz, Internationalität und Interdisziplinarität. Das fachübergreifende Zusammenwirken von WissenschafterInnen auf internationalem Niveau soll zu möglichst umfassenden Fragestellungen und kreativen Problemlösungen führen.

Die Lehre an der BOKU wird ganzheitlich und koordiniert gestaltet; sie verhilft den AbsolventInnen zu Wissen, Verständnis und Flexibilität. Daraus beziehen diese die Bereitschaft, sich künftigen Herausforderungen zu stellen, und die Fähigkeit, mit ihnen in kompetenter Weise umzugehen. Getragen von der Dynamik der Forschung und einem hohen Maß an Praxisrelevanz werden mit modernen didaktischen Methoden zeitgemäße Stoffinhalte und aktuelle Bezüge vermittelt. StudentInnen und AbsolventInnen werden dadurch zu eigenen Ideen motiviert. Eine weltoffene wissenschaftliche Berufsvor- und -weiterbildung ermöglicht es ihnen, auch komplexe interdisziplinäre Zusammenhänge zu erfassen.

Zum Erreichen dieser Ziele sind eine von Vertrauen getragene Zusammenarbeit aller und eine flexible Organisation erforderlich. Betroffene werden soweit wie möglich in die Vorbereitung von Entscheidungen eingebunden, sodass sich alle Angehörigen der BOKU mit ihr und ihren Zielsetzungen identifizieren können. Dadurch entsteht die Möglichkeit, auch dezentral zu entscheiden, effektiver zu handeln und flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren.

Für die Öffentlichkeit ist die BOKU eine kompetente und selbstbewusste Partnerin. Sie verbindet die Bereitschaft, Kritik anzunehmen, mit der Verpflichtung, offen und klar Stellung zu beziehen.

Die BOKU bekennt sich zu internationalem Leistungsvergleich in Forschung und Lehre, zur Zusammenarbeit über regionale und nationale Grenzen hinweg und zur initiativen Aufgeschlossenheit gegenüber neuen Entwicklungen.

Cieslar Haus
Cieslar Haus, Teil der BOKU Wien.
Foto: Selbeck. Aus: Wikicommons unter CC
Standort Türkenschanze, Gregor-Mendel-Haus
Standort Türkenschanze, Gregor-Mendel-Haus
© Martin Gerzabek
Exner-Haus
Wilhelm Exner Haus, Teil der BOKU Wien.
Foto: Sven Groß-Selbeck. Aus: Wikicommons unter CC

„Drei Säulen Modell“ der BOKU#

Die BOKU ist eine Universität, die naturwissenschaftliche, ingenieurwissenschaftliche und sozial- und wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen kombiniert. Dieses „Drei Säulen Modell“ ermöglicht es, Problemstellungen aus diesen drei Gesichtspunkten zu betrachten und zu lösen. Auch in der Lehre gehört es zu den Alleinstellungsmerkmalen der BOKU, dass in allen Studienprogrammen die drei Säulen einen wichtigen Stellenwert besitzen; auf diese Weise ist gewährleistet, dass die Studierenden zu ganzheitlichem Denken angeleitet werden.

Die Naturwissenschaften an der BOKU umfassen – kompetenzfeldspezifisch ausgerichtet – unter anderem Botanik, Zoologie, Mathematik, Statistik, Physik, Chemie, Geologie, Bodenkunde, Hydrologie, Meteorologie und Klimatologie sowie die biologisch-chemisch interdisziplinären Fächer Biochemie, Mikrobiologie, Molekularbiologie und Genetik. Die Naturwissenschaften sorgen in der Forschung für ein vertieftes Verständnis der Lebensvorgänge sowie der Zusammenhänge von Boden - Atmosphäre - Lebensraum. Sie generieren Modelle, deren Migration in andere Wissenschaftsbereiche und in neue, oftmals unvermutete Zusammenhänge, völlig neue Erkenntnisse ermöglicht. Ein Beispiel ist der Einsatz von Modellen der mathematischen Logik bei Entscheidungsprozessen. In der Lehre vermitteln die Naturwissenschaften ein Verständnis für ökologische Zusammenhänge und liefern das Rüstzeug, um technische Kompetenzen erwerben zu können.

Die Ingenieurwissenschaften wenden zum Teil die Ergebnisse der Naturwissenschaften praktisch an, sind zu einem anderen Teil aber auch Triebfeder der Erkenntnis (z.B.: Informatik für das Verständnis von Lebensvorgängen). Sie treiben die technische, nachhaltige Entwicklung voran, erforschen anwendungsorientiert Produktionsprozesse und beschäftigen sich mit Planung, Konstruktion und Evaluierung. Die ingenieurwissenschaftliche Forschung setzt unter anderem Schwerpunkte bei der Umwandlung agrarischer Rohstoffe zu Lebens- und Futtermitteln und lässt dabei ein Netzwerk zwischen agrarischer Urproduktion und Lebensmittelverarbeitung entstehen. Bei der stofflichen und energetischen Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen, bei der Entwicklung biotechnologischer Prozesse, bei nachhaltigen ressourceneffizienten Technologien sowie bei Lebensraumplanung und - sicherung, Bautechnik, inklusive der Wasserversorgung sowie Abwasser- und Abfallentsorgung werden ebenfalls Schwerpunkte gesetzt.

Die ingenieurwissenschaftliche Lehre schult die anwendungsorientierte technische Expertise unter anderem in Prozesstechnik, Ingenieurbiologie, Raum- und Verkehrsplanung, Landinformation und Landnutzung, ressourceneffizienter Planung und Infrastruktur, kreislauforientierter Stoffverarbeitung und verschafft zentrales Know-how für Agrarwissenschaften, Forstwissenschaft, Kulturtechnik und Wasserwirtschaft, Lebensmittel- und Biotechnologie, Holz- und Naturfasertechnologie, Raumplanung, Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur. Die ingenieurwissenschaftliche Ausbildung legt die Basis, mit der BOKU-AbsolventInnen die Herausforderungen ihrer Berufsprofile erfolgreich bewältigen können.

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der BOKU befassen sich als einzige facheinschlägige universitäre Einrichtung in Österreich mit praxis- und problemorientierten Fragen zu Ökonomie, Politik, Soziologie und Recht des Agrar-, Ernährungs- und Forstsektors, nachhaltiger Entwicklung des ländlichen und des urbanen Raumes, Umwelt- und Bioressourcenmanagement, Umweltpolitik, Managementstrategien, sowie Optimierung und Bewertung von betrieblichen Leistungsprozessen und biogenen Wertschöpfungsketten. Die wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Forschung entwickelt schon bisher von der BOKU gesetzte Schwerpunkte weiter: Erneuerbare Energie und deren Standortvorzüglichkeit, nachwachsende Rohstoffe, Wertschöpfungskette Lebensmittel, ländliche Entwicklung, Governance Forschung, Analyse und ökonomische Bewertung gesellschaftlicher Prozesse sowie Umweltrecht bzw. Recht der natürlichen Ressourcen.

Durch die Vermittlung wirtschafts- und sozialwissenschaftlicher Kompetenz in allen BOKUCurricula erwerben BOKU-AbsolventInnen gegenüber Studierenden rein naturwissenschaftlicher oder technischer Ausbildungsgänge anderer Universitäten ein wesentlich besseres Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge und deren Auswirkungen auf technische und naturwissenschaftliche Fragestellungen der Praxis, aber auch einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil am Arbeitsmarkt. Das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Doktorat spricht AbsolventInnen einschlägiger Studien anderer Universitäten an. Durch diese Vielfalt an Dissertationsthemen wird die BOKU-Forschung gestärkt.

Gebäude Muthgass
Gebäude Muthgass
Foto: © Medienstelle BOKU
Standort Muthgasse, Brücke zwischen Gebäude Muthgasse II und Muthgasse III
Standort Muthgasse, Brücke zwischen Gebäude Muthgasse II und Muthgasse III
Foto: © Medienstelle BOKU/Benedikt Windorfer

Standorte der BOKU #

Die Universität besteht heute (2012) aus Standorten und Außenstellen in und außerhalb Wiens. Das Hauptgebäude befindet sich beim Türkenschanzpark in der Gregor Mendel-Strasse 33 im 18. Bezirk Wiens.

Außenstellen#

  • Versuchwirtschaft Groß-Enzersdorf
  • Versuchslandschaftsgestaltung Essling
  • Versuchsobstbau Jedlersdorf
  • Forstlicher Versuchsgarten Knödelhütte
  • Lehrforstzentrum Heuberg
  • Wassercluster Lunz

Departments#

  1. Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie
  2. Department für Nutzpflanzenwissenschaften
  3. Department für Bautechnik und Naturgefahren
  4. Department für Biotechnologie
  5. Department für Chemie
  6. Department für Integrative Biologie und Biodiversitätsforschung
  7. Department für Lebensmittelwissenschaften und -technologie
  8. Department für Materialwissenschaften und Prozesstechnik
  9. Department für Nachhaltige Agrarsysteme
  10. Department für Nanobiotechnologie
  11. Department für Raum, Landschaft und Infrastruktur
  12. Department für Wald- und Bodenwissenschaften
  13. Department für Wasser – Atmosphäre – Umwelt
  14. Department für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  15. Department für Agrarbiotechnologie Tulln

Rektor der Universität für Bodenkultur:#

Web-Books#

Quo vadis, Universität(en)?Festschrift 140 Jahre Universität für Bodenkultur WienUniversität Bodenkultur Wiengugler GmbHWien2012jetzt im Buch blättern Festschrift zum 10jährigen Bestehen des IFA-TullnIFA-TullnBoku, IFA-TullnTulln2005jetzt im Buch blättern

Zusammenarbeit mit dem Austria-Forum#

Literatur#


Zurzeit wird an der Lokation "Türkenwirt" ein großer Neubau mit unterirdischem Hörsaal für 400 Studierende ererichtet:

Baustelle Türkenwirt
© P. Diem
Baustelle Türkenwirt
© P. Diem
künftiger Hörsaal
© P. Diem


Siehe auch dazu die Informationen Stand 11. Juni 2013 im Austria-Wiki

-- Maurer Hermann, Dienstag, 11. Juni 2013, 15:38