unbekannter Gast

Ö: das Beuschel, das Lüngerl

D: das Lungenhaschee

Unter „Beuschel“, einer Verkleinerungsform von „Bausch“, versteht man in Österreich eine Speise aus Innereien vom Rind oder Kalb, besonders aus Lunge und Herz. Im Westen Österreichs und in Bayern sagt man eher „Lüngerl“. In den anderen Gebieten Deutschlands verwendet man fast durchwegs den Ausdruck „Lungenhaschee“, ein Begriff, der in Österreich selten anzutreffen ist. Oft wird auf österreichischen Speisekarten das Wort „Beuschel“ mit der typischen Verkleinerungsform -erl versehen: „Beuscherl“.

Ein „Beuschelreißer“ ist eine starke Zigarette oder Zigarre, auch ein starker Schnaps. Eine weitere Bedeutung ist „Nepper, Bauernfänger, Betrüger“. Davon abgeleitet ist „Beuschelreißerei“ (= Bauernfängerei). Wolfgang Teuschl registriert auch noch „Beuscheltelefon“, einen scherzhaften Ausdruck für „Stethoskop“.

Die Wendung „sich das Beuschel aus dem Leib reden“ bedeutet „sich den Mund fusselig reden“. Und dann gibt es noch „jemandem das Beuschel aus dem Leib reißen“ – es bedeutet „jemanden umbringen, jemanden zu Kleinholz machen“. Ein treffender Beleg findet sich in der Korrespondenz von Johann Strauß. „Im Tarock bin ich im Stande, den Mitspielenden das Beuschel aus dem Leib zu reißen ...“, schrieb Strauß in einem scherzhaften Brief an den Bildhauer Viktor Tilgner. Der Walzerkönig war also beim Kartenspiel manchmal so erregt, dass er seinen Spielpartnern am liebsten den Hals umgedreht hätte.