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Ö: Fenstertag, Zwickeltag

D: Brückentag

Den Arbeitstag zwischen einem Feiertag und dem Wochenende nennt man in Österreich entweder Fenstertag oder Zwickeltag. Es handelt sich um einen Freitag oder um einen Montag, den sich viele Beschäftigte freinehmen, um einen Kurzurlaub zu machen.

In Deutschland nennt man so einen Tag Brückentag, weil er eine Brücke zwischen dem Feiertag und dem Wochenende bildet. In Südtirol und in ganz Italien trägt der Tag nach diesem Gedanken die Bezeichnung ponte, in Frankreich pont.

Einen Brückentag freinehmen heißt in Frankreich faire le pont. Man kann es aber auch ein Stück weitertreiben: Wenn jemand mehrere Brückentage freinimmt, so gilt für ihn die Phrase faire le viaduc - sie hat einen leicht scherzhaften Charakter.

Im englischen Sprachraum sind die Begriffe bridging day oder bridge day gebräuchlich.

Fenstertag und Zwickeltag sind also typisch österreichische Ausdrücke, die anderswo nicht sofort durch Analogiebildung verstanden werden. Das Wort Fenster ist früh von lateinisch fenestra entlehnt. Der Ausdruck Zwickel (von zwi- mit der Bedeutung zwei) ist nicht ganz so alt, hat aber schon im Mittelhochdeutschen existiert, er ist verwandt mit Zweck und mit zwicken. Gemeint ist ein keilförmiges Stück, bei Kleidungsstücken kann es sich um einen keilförmigen Einsatz unter einem angeschnittenen Ärmel handeln, auch eine Strumpfhose kann einen Zwickel haben.
In der Architektur bezeichnet man einen Übergang von einem mehreckigen Grundriss zu einer Kuppel als Zwickel. Auch die Wandfläche zwischen zwei Bögen einer Arkade werden so genannt.

© Robert Sedlaczek