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Ö: Kren

D: Meerrettich

Was in Österreich und Bayern der „Kren“ ist, nennt man ansonsten in Deutschland „Meerrettich“. Die Wurzeln der Armoracia rusticana enthalten scharf schmeckende Senföle und werden zum Würzen verwendet.

Das Wort „Kren“ stammt von tschechisch kren (= Wurzel, Krenwurzel) ab. „Seinen Kren zu etwas geben“, heißt „sich in etwas ungebeten einmischen, zu etwas überflüssigerweise seine (oft nicht maßgebliche) Meinung äußern“. In Deutschland sagt man stattdessen „seinen Senf zu etwas (zu allem) geben“.

In der Wiener Mundart bedeutet „ein Kren sein“ oder „der Kren sein“ so viel wie „ausgenützt werden, zahlen müssen“. Wenn jemand „nur zum Krenreiben ist“, so ist er „zu keiner bedeutenden Arbeit zu gebrauchen“. Außerdem kennt man in Wien die Redensart „sich einen Kren geben“ – dies bedeutet „sich wichtig machen“.

„Meerrettich“ ist im Althochdeutschen als mer-râtih belegt – es handelt sich entweder um den Rettich, der übers Meer zu uns gekommen ist, oder um den Rettich der Mähre, d. h. den Pferderettich (vgl. englisch horseradish). Weniger wertvolle Pflanzen werden oft mit Tiernamen kombiniert, z. B. „Hundsveilchen“, „Rossminze“ etc.

„Rettich“ leitet sich von lateinisch radix (= Wurzel) ab.