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Ö: das Masel (sächlich)

D: der Massel (männlich)

Der Ausdruck stammt aus dem Jiddischen – wer ein „Masel“ hat, kommt unverdient zu Glück. In Österreich wird die Schreibung mit einem s bevorzugt, in Deutschland die Schreibung mit Doppel-s. Außerdem ist das Wort in Österreich sächlich und in Deutschland männlich. Herkunftswort ist das hebräische mazzál, es bedeutet „Sternzeichen“, „Gestirn“, „Glücksstern“ und „Glück“.

Leo Rosten führt in seinem Buch Jiddisch. Eine kleine Enzyklopädie folgenden Witz als Beleg an: „Sagt ein Jude zum anderen: ,Es heißt, ein armer Mann hat nie Masl. Glaubst du das?‘ – ‚Absolut! Wenn er Masl hätte, wär’ er doch kein armer Mann!‘“

Das abgeleitete Wort „vermasseln“ (= etwas, was einen anderen betrifft, unabsichtlich oder in böser Absicht verderben, zunichte machen) sieht man nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich vorwiegend mit Doppel-s.

In Wien kann man oft den Satz „Der hat a Masn!“ hören. Das ist ebenfalls eine Abwandlung von „Masel“ und heißt so viel wie: „Der hat Glück!“ Wer eine Verbindung zum Singvogel Meise sucht, ist auf dem Holzweg. Die hochsprachliche Redensart „Er hat eine Meise!“ bedeutet: „Er hat einen Vogel!“ (= Er ist nicht ganz bei Verstand/bei Trost.)

© Robert Sedlaczek


Ich hab noch NIE vermaseln gesehen! Haben Sie eine Stelle für das 'oft'?

--Pachl W., Montag, 11. Januar 2010, 07:48


Vielen Dank für den Hinweis. In dem grandiosen und wissenschaftlich fundierten Mundartwörterbuch von Maria Hornung sind beide Aussprachen vermerkt - mit langem a und mit kurzem a. Ich stimme aber mit Ihnen überein, dass die Aussprache mit kurzem a (was die Schreibung ss zur Folge hat) die häufigere ist. Der Text wurde daher in Ihrem Sinn geändert.

--Sedlaczek Robert, Mittwoch, 27. Januar 2010, 15:34