unbekannter Gast

Ö: Pickerl

D: Aufkleber

Ein vorgefertigtes, meist kunstoffbeschichtetes Papier, das zum Aufkleben bestimmt ist, heißt standardsprachlich „Vignette“. In Österreich und Bayern bezeichnet man es umgangssprachlich als „Pickerl“, ein Ausdruck, der auch in den Medien gern verwendet wird. In den anderen Gebieten Deutschlands ist „Aufkleber“ gebräuchlich. Ein umgangssprachlicher Ausdruck in Bayern lautet „Wappler“.

Unter einem „Pickerl“ versteht man in Österreich (a) eine Vignette mit einer Werbebotschaft und (b) eine amtliche Vignette. Würde man in einer Meinungsumfrage die Österreicher fragen, was sie unter „Pickerl“ verstehen, dann käme wohl das KfZ-Pickerl, die Begutachtungsplakette für Kraftfahrzeuge nach § 57a Kraftfahrgesetz, auf Platz eins. Auch die Automobilclubs ÖAMTC und ARBÖ locken ihre Mitglieder mit dem Wort „Pickerl“ zur Sicherheitskontrolle, die auch „Pickerlüberprüfung“ genannt wird.

Auch die „Autobahn-Vignette“, eine Art Straßenbenützungsgebühr für die österreichischen Autobahnen, wird als „Pickerl“ bezeichnet, meist zur Konkretisierung als „Autobahn-Pickerl“.

„Pickerl“ kommt von „picken“, der österreichische Ausdruck für „kleben“. Es handelt sich um eine Nebenform zu pichen (= mit Pech bestreichen). Das Wort „Vignette“ stammt aus dem Französischen. Es hat ursprünglich „Weinrankenornament“ bedeutet.


Unglaublich! Auf das "Weinrankenornament" were ich nie gekommen. Danke für Ihre Kolumne die ich immer begeistert lese... und daher wünsche ich Ihnen ganz herzlich schöne Feiertage und mir, dass Sie noch viel so spannende Beiträge bringen werden! Ihr Walter Herz

--Herz Walter, Samstag, 12. Dezember 2009, 16:51