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Ö: Schleckerbatzl machen
D: jemandem das Rübchen/das Rübele schaben

Wenn jemand als Geste des Spotts mit einem Zeigefinger über den anderen streicht (meist unter Kindern), so nennt man das in Österreich „Schleckerbatzl machen“, in Deutschland „das Rübchen/das Rübele schaben“. Johann Siegmund Popowitsch hat als ursprüngliche Form von „Schleckerbatzl“ die Wendungen „Schleck! Schleck!“ oder „Schleck, Bärtel, schleck!“ dokumentiert. Dahinter steckt laut Popowitsch die Idee, dass man jemandem, der gern Süßigkeiten isst, etwas zum Schlecken hinlegt, das zwar gut aussieht, aber unangenehm schmeckt.

Andere Erklärungen zielen auf eine Zusammensetzung von „Schlecker“ und „Patzl“ (= kleiner Patzen) ab. Die Variante „das Rübchen schaben“ steht laut Röhrich in einem Zusammenhang mit dem Imperativ „Schab ab!“, der zu dem Substantiv „der Schabab“ erstarrt ist. Gemeint ist ein armer, verachteter Mensch, jemand, der verspottet oder weggeschickt wird. Oft ist „Schabab“ auch als umschreibende Formel für einen abgewiesenen Freier verwendet worden.


In Tirol wurde es "Enker-Bazl" bezeichnet und die Tätigkeit auch mit diesem Wort begleitet.

-- Waldbär der VI, Montag, 1. April 2013, 15:24