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Ö: die Wange

D: der Backen, die Backe

Den Teil des Gesichts links und rechts von der Nase nennt man in Österreich „die Wange“ (auch standardsprachlich), nur in Vorarlberg ist „der Backen“ in Gebrauch. „Backen“ ist auch die gängige Form in der Schweiz und in Bayern. Im Norden Deutschlands (alte und neue Bundesländer) sagt man „die Backe“. Inzwischen hat sich „Wange“ aber im gesamten deutschen Sprachraum eingebürgert, das Wort gilt also als gemeindeutsch.

Etwas anders liegen die Grenzen bei den Wörtern „Stockzahn“, „Backzahn“ und „Backenzahn“. „Stockzahn“ sagt man in Österreich und Bayern, im südlichen Teil der neuen Bundesländer „Backzahn“, ansonsten „Backenzahn“.

Das Wort „Wange“ ist im Althochdeutschen als wanga belegt, die Herkunft ist unklar. Das Wort „Backe“ ist eine Verkürzung von althochdeutsch kinnibahho (= Kinnbacken) mit ebenfalls ungeklärter Herkunft.

Der österreichische Sprachwissenschafter Johann Siegmund Popowitsch notiert Mitte des 18. Jahrhunderts, dass das Wort „Backe(n)“ im deutschen Sprachraum mit allen drei grammatischen Geschlechtern verwendet wird. Er selbst plädiert für das männliche Geschlecht. Vermutlich ist ihm die im Norden vorkommende feminine Variante besonders fremd erschienen.

Das Fleisch aus dem Gesicht des Rindes nennt man in Österreich „Wangerl“ oder „Rindswangerl“, in jenen Gebieten, wo „Backe(n)“ die geläufige Form ist, „Rinderbacke(n)“.

„Backpfeife“ ist ein im Norden Deutschlands gebräuchlicher Ausdruck für „Ohrfeige“. Der Ausdruck ist auch im Westen Mitteldeutschlands in Verwendung. Es gibt dazu auch ein Zeitwort: „backpfeifen“.

© Robert Sedlaczek