unbekannter Gast

Abendmahl#

Primizbild, 1895. Gemeinfrei
Primizbild, 1895. Gemeinfrei
Das Letzte Abendmahl war das Abschiedsmahl, das Jesus mit seinen Jüngern feierte. Dabei trug er ihnen auf, es zu seinem Gedächtnis weiterhin zu begehen (1 Kor 11,23-26, Mk 14,12-26). Während im katholischen Sprachgebrauch von Eucharistie oder Kommunion die Rede ist, spricht die evangelische Kirche vom Abendmahl. Evangelische Christen werden mit der Konfirmation zum Abendmahl zugelassen. 

Als Abendmahlsprobe bezeichnete man im ersten Jahrtausend ein Gottesurteil (Wormser Synode, 868). Wenn ein Beschuldigter nach dem Genuss der ihm zeremoniell gereichten Hostie starb, galt seine Schuld als erwiesen. Andererseits konnte man sich durch diese Kommunion "reinigen", wie es im 9. Jahrhundert von Mönchen verlangt wurde. 

Abendmahlsvermahnung war die Aufforderung zum würdigen Empfang der Kommunion, was die Versöhnung mit einem Feind einschloss. Sie war beim seltenen Kommunionempfang während des Mittelalters ebenso üblich, wie im konfessionellen Zeitalter der Reformation und Gegenreformation.


Quellen: 
Beitl: Wörterbuch der deutschen Volkskunde. Stuttgart 1974. S. 1
Rupert Berger: Neues Pastoralliturgisches Handlexikon. Freiburg/Br. 1999. S. 1
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 1/Sp. 54