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Almanach#

Das Wort Almanach kommt aus dem Arabischen ("Al" ist der Artikel, "manah" - Karawanen-Raststätte), in weiterer Bedeutung bezeichnet es ein Geschenk. Im landläufigen Sinn versteht man darunter ein illustriertes, hübsch gebundenes kleines Buch, das Geschichten und Gedichte enthält und in regelmäßigen Abständen - meist zu Neujahr - erscheint.

Die ältesten Almanache waren im 13. Jahrhundert kalendarisch-astronomische Darstellungen. In Wien verlegte der Buchdrucker N. Engel seit 1491 alljährlich einen Almanach. Ab dem 16. Jahrhundert erfuhren Kalender dieser Art immer mehr Ergänzungen durch Artikel belehrenden und unterhaltenden Inhalts. Die "Hand- oder Sackkalender" enthielten außerdem Angaben über Maße, Gewichte und wichtige Termine. Sie wurden im Lauf der Jahrhunderte kleiner, um sie als Taschenbuch immer bei der Hand zu haben. Seit der Barockzeit gab es Almanache für bestimmte Interessensgruppen - z.B. Tierfreunde, Weintrinker, Tabakraucher, Frauen, Kinder - Sachgebiete oder Regionen. Bekannt war der "Wiener Musen-Almanach", der  seit 1777 nach Pariser Vorbild erschien.

Besonders in der Biedermeierzeit entstand eine Fülle solcher Publikationen, die Dichtern Gelegenheit gaben, ihre Werke gedruckt zu sehen. Almanache dieser Zeit enthielten auch die neuesten Tänze samt Schrittfolgen. Nach der Revolution von 1848 nahm das Interesse der Bürger für die Almanache ab. Spätere Nachfolger, allerdings ohne Belletristik, waren Taschenkalender mit allerlei Wissenswertem, oder "Portemonnaiekalender", die so klein waren, dass sie in der Geldbörse Platz fanden.


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd 1 / S. 55 f.
Karl Gladt: Almanache und Taschenbücher aus Wien. Wien 1971