unbekannter Gast

Apotheke#

Apotheke Wien 1. Foto: Doris Wolf, 2015
Apotheke Wien 1. Foto: Doris Wolf, 2015

Im beginnenden Mittelalter kümmerten sich Klöster um die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Dazu zählten die Pflege von Kräutergärten und das Führen von Apotheken (Lagerraum für Heilmittel). Bis heute sind in Wien die Klosterapotheke der Barmherzigen Brüder und der Elisabethinen in Betrieb. 

Der erste bürgerliche Apotheker, ein Kaufmann, ist in Wien 1320 nachweisbar. Die älteste Apothekenordnung (1465) begrenzte ihre Zahl in der Stadt auf zehn. In den Vorstädten (Bezirke 2 bis 9) gab es seit dem 17., in den Vororten (äußere Bezirke) seit dem 18. Jahrhundert einige Apotheken. Bis heute tragen viele Bezeichnungen, die an alte Hausschilder erinnern, wie "Zum goldenen Elephanten" (Wien 9). In der Offizin stand der Rezepturtisch mit der Waage und Kleingeräten zur Herstellung der Medikamente. Diese wurden, in beschrifteten Flaschen und Tiegeln alphabetisch geordnet, in Regalen für den Verkauf aufbewahrt. Im Laboratorium befanden sich Herd, Destillierapparat, Mörser, Tinkturenpresse usw. 

Amtliche Arzneibücher schreiben seit dem 16. Jahrhundert Bestandteile und Zusammensetzung der Heilmittel vor, es bestanden offizielle Preislisten. Bedürftige Patienten erhielten die Medikamente billiger. Die Wiener Arzneitaxe von 1744 enthielt 844 Präparate, die zumeist aus Kräutern bestanden. Um 1800 begannen chemische Medikamente die natürlichen abzulösen.

Seit 1886 dürfen auch Drogerien mit Arzneidrogen handeln. Der Drogist als Universalhändler produzierte und vertrieb auch Chemikalien und Kosmetik. Drogerien entwickelten sich ab 1960 zu Spezialisten für Gesundheit und Schönheit. Die Segmente Farben, Lacke, Fotoausarbeitung wurden abgegeben, gleichzeitig kam es zur Filialisierung. Seit Beginn der 1970er Jahre übernahmen Drogeriemärkte die Führung. Begünstigt durch eine Reform der Gewerbeordnung eröffnete 1976 die erste dm-Filiale in Linz. 1980 gründete Karl Wlaschek die Bipa-Parfumerie GmbH. als Parfumerie- und Drogeriemarkt.


Quellen:
Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Wien 1992-1997. Bd. 1/S. 133 f.
Chaloupek, Günther et al.: Österreichische Handelsgeschichte. Wien, Köln, Weimar 2012