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Buegeleisen

Die ersten Vorrichtungen zum Glätten von Textilien waren Steine, Glas- oder Holzkugeln, die man über die feuchten, gespannten Stoffe rollte. Halbkugelförmige "Glättesteine" aus Glas waren 3-4 cm hoch und 4-9 cm im Durchmesser. Sie sollten Textilien und Papier eine glatte, glänzende Oberfläche verleihen. Auch Mangelbretter waren eine Art Vorläufer der Bügeleisen. Man rollte den Stoff über eine hölzerne Walze, die mit einem fest aufgedrückten Brett hin und her bewegt wurde. Als Liebesgabe war das Mangelbrett häufig verziert. 

Seit der Renaissancezeit stellten Schmiede Bügeleisen, zunächst als Klötze zum Erhitzen im offenen Feuer bzw. auf einem Rost, mit einem Holzgriff her. Es erforderte Erfahrung und Gefühl, die Kleidung damit weder zu beschmutzen noch zu verbrennen. Der nächste Entwicklungsschritt waren hohle Eisen. In diese schob man den erhitzten "Stagel" oder füllte sie mit glühender Holzkohle. Da die Kohle Luftzufuhr brauchte, hatten diese Geräte seitlich Löcher und die Büglerin musste sie zeitweise schwenken, um die Glut anzufachen. Zu den alten Bügeleisen gehörten, oft verzierte, Untersätze. Mit dem Einzug von Leuchtgas in die Wohnungen kamen Gasbügeleisen auf, die ersten elektrischen Bügeleisen wurden 1913 in Frankreich produziert. 

Für historische Modelle hat ein Verein der Bügeleisensammler folgende Bezeichnungen erfunden: 

  • Schiffchen (Barquette): In die kleinen Eisen wird ein erhitzter Eisenkern geschoben, der die Hitze auf die Sohle des Eisens überträgt. 
  • Schiffeisen (Bateau): Ihre "Nase" erinnert an ein Schiff, sie werden im Inneren durch Holzkohle oder Torf erhitzt, manche haben einen "Kamin", damit der Rauch der Büglerin nicht ins Gesicht steigt. 
  • Pfannenform (Casserole): Sie werden mit Holzkohle erhitzt und haben einen Griff, aber keinen Deckel. 
  • Blockeisen (Carreau): aus einem Block geschmiedet, sind höher als breit. 
  • Flacheisen (Plaque): gegossen, sind breiter als hoch und nicht hohl, oft verziert. 
  • Zigarren: Schlanke Stageleisen für Kragen, Halskrausen etc.
  • Dom: Alte Bügelinstrumente in Kuppelform, von unten im Feuer erhitzt. 

Wäscherollen (Bügelpressen) wurden ab dem 17. Jahrhundert vor allem in Spitälern und Klöstern verwendet, wo es viel flache Wäsche gab. Sie bestehen aus einem Hartholztisch und einem beweglichen Oberteil, in den man Steine füllte. Andere Modelle funktionierten wie eine Weinpresse mit einer Spindel.
Quelle: Bügeleisen. In: SammlerJournal. Schwäbisch Hall 1979. S. 453 f.; 1981/S. 806 f., 1982/S. 690 f., 1985/ S. 1057 f.

Bild: Das Wäscherwahrzeichen aus dem Jahr 1830 (im Bezirksmuseum Alsergrund) zeigt eine Wäscherin an der Wäscherolle, eine andere mit Bügeleisen. Foto: Alfred Wolf