Beugel#

Die Bezeichnung des kipfelartigen, gefüllten Backwerks verweist auf seine Form (ahd. boug - Ring). Im östlichen Niederösterreich und im Burgenland ist das hufeisenförmige Mohn- oder Nussbeugel das wichtigste Festtagsgericht zu allen Feiertagen im Jahres- und Lebensbrauch. Beugel werden vor dem Backen mit Ei bestrichen und trocknen gelassen, wodurch sich die charakteristisch gemusterte Oberfläche ergibt. Ungefüllte burgenländische Hochzeitsbeugel haben ein tortenartiges Aussehen. In Wien schätzt man das Gebäck aus Germbutterteig zur Kaffee- oder Teejause. Bekannt sind die mit Mohn gefüllten "Pressburger Beugel". 

Als "Bagel" ist das Gebäck über die jüdische Küche (angeblich aus Wien stammend) in New York bekannt geworden. Dort formt man keine Kipfel, sondern Kugeln, die man in der Mitte mit dem Kochlöffelstiel durchsticht. Dadurch entsteht ganz einfach die Ringform. Oft werden Bagel mit Mohn oder Sesam bestreut und mit Creamcheese oder anderen Füllungen versehen. Außerdem gibt es süße, u.a. mit Zimt und Rosinen.


Quelle: Gebäck an festlichen Tagen. Ausstellungskatalog Wien 1975. S. 10 f.