Buch#

Foto: Doris Wolf
Foto: Doris Wolf

Die UNESCO definierte Buch als "eine gedruckte, der Öffentlichkeit verfügbar gemachte, nichtperiodische Veröffentlichung mit mindestens 49 Seiten Umfang" und legte 1995 den 23. April als "Welttag des Buches" fest. 

Vor mehr als 5000 Jahren fertigten die Ägypter Papyrusrollen an - die ältesten Vorläufer des Buches. Griechen und Römer behielten diese Herstellungsart bis ins 1. Jahrhundert bei. Dann entstand der Codex aus mehreren Lagen Pergament, die in der Mitte gefaltet und geheftet waren. Pergament blieb bis ins 14. Jahrhundert in Gebrauch. Um 1100 kam Papier aus dem Orient zunächst nach Spanien. 1268 gab es die erste Papiermühle in Italien, 1389 in Nürnberg, 1469 in St. Pölten. In Schweden, Russland und Holland stellte man erst ein Jahrhundert später Papier her. Die wesentliche Innovation für das Buch als Massenmedium war der Druck mit beweglichen Lettern, den Johannes Gutenberg (1400-1468) um 1440 in Mainz erfand. Die Buchdrucker waren ein besonders angesehenes Gewerbe, das den Universitäten nahe stand. Ihre Berufsbräuche erinnern an Studentisches. Kaiser Joseph II. (1741-1790), der wie alle Habsburger ein Handwerk erlernen musste, wählte die "Schwarze Kunst" der Buchdrucker. 

Die stetige Verbesserung der Satz- und Drucktechnik sowie des Papiers waren die Voraussetzungen für Renaissance und Reformation, Aufklärung und der Wissensvermittlung allgemein. Mangels Schulpflicht blieb der Gebrauch von Büchern zunächst der lesekundigen Oberschicht vorbehalten. Die Landbevölkerung besaß lange Zeit bestenfalls Kalender, in evangelischen Gebieten eine Bibel. Im 19. Jahrhundert war ein kostbares Gebetbuch - mit Elfenbeinumschlag und Goldschnitt - das klassische Firmungsandenken. Im 3. Jahrtausend erlaubt der Digitaldruck mit "Book on demand" Auflagen ab 30 Exemplaren. Auch das Internet konkurriert mit dem klassischen Buch. Elektronisch gespeicherte Buchtexte werden als digitale Bücher (e-book) bezeichnet. 

Die Redensart jemand "spricht wie ein Buch" drückte zunächst Mißtrauen gegen die Gelehrsamkeit aus. Ein "Buch mit sieben Siegeln" ist geheimnisvoll und unverständlich wie die Apokalypse. (Offb 5,1-5). Weit verbreitet war die Ansicht, dass man im Schlaf den Inhalt eines Buches lernt, wenn man es unter den Kopfpolster legt.


Quellen: 
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 1/Sp.1688 f.
Lutz Röhrich: Das große Buch der sprichwörtlichen Redensarten.Freiburg/Br. 1991. Bd. 1/S. 274 f.
Wikipedia: Buch (Stand: 8.5.09)

Bild: 42-zeilige Gutenbergbibel. Mainz 1452-1454