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Buchsbaum#

Foto: Alfred Wolf
Foto: Alfred Wolf

Der Buchs (Buxus sempervivens) ist ein immergrüner, giftiger Strauch mit kleinen, ovalen Blättern. Im südlichen Mitteleuropa kommt er wild vor. Hierzulande wird er als Nutz- und Zierholz in Gärten und auf Friedhöfen gepflanzt. Das schwere Holz der langsam wachsenden Pflanze wird in der Drechslerei geschätzt, früher dienten Platten aus Buchsbaum als Druckstöcke für Holzschnitt und Holzstich. 

In der Gartenkultur war das immergrüne Gehölz schon in der Antike bekannt. Griechen und Römer umgaben Beete mit niedrigen Buchs-Hecken. In den Renaissancegärten wurden diese und in Formen geschnittene Bäumchen zum typischen Element und blieben auch in den barocken Schlossparks in Mode. Nach deren Vorbild kam die Pflanze in Bauerngärten. 

Im magischen Glauben vertreiben Buchszweige den Teufel, schützen vor Blitz und bringen Glück. Man bindet Buchs in den Palmbuschen und verwendet ihn als Weihnachtsgrün. Junge Soldaten stecken ihn im Rekrutensträußchen auf den Hut. Die Blätter fanden für Orakel und in der Sympathiemedizin Verwendung. Man gab 72 Stück in ein "Fieberpackerl", das der Kranke um den Hals tragen musste. Durch Rückwärtszählen wurden die Blätter weggenommen und vernichtet, in der Hoffnung, dass sich auch die "72 Fieber" auf diese Weise reduzieren. 

Musikalisch-literarisch ist der Streit zwischen Buchsbaum und Felbinger (Weide) bekannt, der 1582 in der Ambraser Liederhandschrift aufscheint. In Form der damals beliebten Streitlieder (auch Sommer-Winter, Wasser-Wein…) rühmt jeder Baum seine Vorzüge. Dabei preist sich der Buchs, dass man aus ihm Kränze winde, Pfeifen, Besteck und Becher drechsle. Dennoch verliert er den Wettstreit.


Quellen: 
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Berlin 1927/1987. Bd. 1/Sp. 1694
Wikipedia: Buchs (Stand: 7.5.09)
Eberhard Kummer: CD Mittelalterliche Lieder und Tänze (Weinberg Records SW 010173)